III. Reich - O.N.S. - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Brandenburgische Geländefahrt 1937 Nachtorientierungsfahrt "

Buntmetall vergoldet, 80 mm, Hersteller : L.Chr.Lauer Nürnberg-Berlin, Zustand 2.
O.N.S. - Oberste Nationale Sportkommission für den Automobilsport in Deutschland GmbH
337423
280,00

III. Reich - O.N.S. - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Brandenburgische Geländefahrt 1937 Nachtorientierungsfahrt "

Die vorliegende Teilnehmerplakette der Brandenburgischen Geländefahrt 1937 mit Nachtorientierungsfahrt repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Automobilsportgeschichte während der Zeit des Nationalsozialismus. Hergestellt von der renommierten Firma L.Chr.Lauer aus Nürnberg-Berlin, handelt es sich um eine vergoldete Buntmetallplakette mit einem Durchmesser von 80 mm, die als nichttragbare Erinnerung an die Teilnahme an dieser bedeutenden Motorsportveranstaltung ausgegeben wurde.

Die Oberste Nationale Sportkommission für den Automobilsport (O.N.S.) wurde im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung des deutschen Sportwesens gegründet. Nach der Machtergreifung 1933 wurden sämtliche Sportverbände, einschließlich des Automobilsports, unter zentrale staatliche Kontrolle gestellt. Die O.N.S. fungierte als oberste Instanz für den deutschen Motorsport und war als GmbH organisiert, was die enge Verflechtung zwischen staatlichen Interessen und privatwirtschaftlicher Organisation widerspiegelte.

Die Brandenburgische Geländefahrt gehörte zu jenen motorsportlichen Veranstaltungen, die in den 1930er Jahren große Popularität genossen. Diese Orientierungsfahrten dienten nicht nur sportlichen Zwecken, sondern hatten auch eine paramilitärische Komponente. Die Teilnehmer mussten ihre fahrerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen, Navigationskenntnisse demonstrieren und Geländeschwierigkeiten bewältigen. Die besondere Herausforderung der Nachtorientierungsfahrt lag darin, die Strecke bei Dunkelheit zu absolvieren, was erhöhte Anforderungen an Fahrzeugbeherrschung und Orientierungsvermögen stellte.

Solche Veranstaltungen waren im Dritten Reich von erheblicher propagandistischer Bedeutung. Sie demonstrierten die Leistungsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie und sollten die Verbundenheit zwischen technischem Fortschritt und nationalsozialistischer Ideologie unterstreichen. Brandenburg als Austragungsort war geografisch ideal gelegen, bot es doch vielfältige Geländeformationen und war zugleich in unmittelbarer Nähe zur Reichshauptstadt Berlin.

Die Firma L.Chr.Lauer zählte zu den führenden Herstellern von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten im Deutschen Reich. Das Unternehmen mit Standorten in Nürnberg und Berlin belieferte sowohl staatliche als auch private Auftraggeber und war für die hohe Qualität seiner Produkte bekannt. Die vergoldete Ausführung dieser Plakette unterstreicht den repräsentativen Charakter der Veranstaltung und die Wertschätzung, die den Teilnehmern entgegengebracht wurde.

Nichttragbare Plaketten wie diese wurden im Gegensatz zu Auszeichnungen, die an der Uniform getragen werden konnten, als Erinnerungsstücke konzipiert. Sie sollten in Vitrinen ausgestellt oder in Sammlungen aufbewahrt werden und dienten als dauerhaftes Andenken an die sportliche Leistung. Ihre Größe von 80 mm machte sie zu eindrucksvollen Schaustücken, die oft künstlerisch aufwendig gestaltet waren und spezifische Motive der jeweiligen Veranstaltung zeigten.

Der Automobilsport spielte in der nationalsozialistischen Propaganda eine zentrale Rolle. Die spektakulären Erfolge deutscher Rennwagen und Fahrer auf internationaler Ebene in den 1930er Jahren wurden als Beweis für die technische und rassische Überlegenheit Deutschlands interpretiert. Veranstaltungen wie die Brandenburgische Geländefahrt trugen dazu bei, diese Narrative auch auf lokaler und regionaler Ebene zu verbreiten und breite Bevölkerungsschichten für den Motorsport zu begeistern.

Heute sind solche Plaketten wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Organisations- und Propagandastruktur des Dritten Reiches geben. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Institutionen und die Instrumentalisierung des Sports für politische Zwecke. Für Sammler und Historiker stellen sie wertvolle Quellen dar, um die Alltagskultur und die gesellschaftlichen Strukturen dieser Epoche zu erforschen.