Infanteriesturmabzeichen in Bronze - Wurster

Feinzink, rückseitig mit Markierung des Herstellers "W", die Bronzierung verblaßt.
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450,00

Infanteriesturmabzeichen in Bronze - Wurster

Das Infanteriesturmabzeichen stellt eine der bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs dar. Diese militärische Ehrenauszeichnung wurde durch die Verordnung vom 20. Dezember 1939 von Adolf Hitler gestiftet und sollte die besondere Leistung der Infanteristen im direkten Kampfeinsatz würdigen.

Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Bronze (ab 1939), Silber (ab 1939) und Gold (ab 1941, äußerst selten). Die Bronzeausführung, wie das hier beschriebene Exemplar, war die Basisstufe und wurde an Infanteristen verliehen, die an mindestens drei Infanterieangriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen hatten, oder die durch Verwundung im Kampf außer Gefecht gesetzt wurden.

Die Herstellermarkierung “W” auf der Rückseite identifiziert den Hersteller als Wurster, eine Firma mit Sitz in Stuttgart-Bad Cannstatt. Die Firma Ferdinand Wurster gehörte zu den offiziell autorisierten Herstellern von Orden und Ehrenzeichen während der NS-Zeit. Die Kennzeichnung der Hersteller erfolgte auf Anordnung der Präsidialkanzlei und ermöglichte die Qualitätskontrolle sowie die Nachverfolgbarkeit der produzierten Auszeichnungen.

Das Material Feinzink war während des Krieges besonders ab 1942/43 weit verbreitet, als kriegswichtige Metalle wie Bronze zunehmend knapp wurden. Die ursprüngliche Bronzierung wurde aufgetragen, um den Abzeichen das vorgeschriebene Aussehen zu verleihen. Das Verblassen der Bronzierung bei diesem Exemplar ist typisch für Zinkausführungen und resultiert aus natürlicher Alterung und den chemischen Eigenschaften des Grundmetalls.

Das Design des Infanteriesturmabzeichens zeigt typischerweise ein Gewehr mit aufgepflanztem Seitengewehr (Bajonett), umgeben von einem ovalen Eichenlaubkranz. Dieses symbolträchtige Motiv repräsentierte die Sturmtruppen der Infanterie und knüpfte an Traditionen des Ersten Weltkriegs an, insbesondere an das Sturmabzeichen von 1918.

Die Verleihungskriterien waren in entsprechenden Heeresverordnungen festgelegt. Für die Stufe in Bronze waren folgende Voraussetzungen zu erfüllen: Teilnahme an drei Infanterieangriffen an verschiedenen Tagen, wobei ein Angriff als das Vorgehen gegen den Feind unter feindlichem Feuer definiert wurde, oder eine Verwundung im Infanteriekampf. Das Abzeichen wurde auch posthum verliehen.

Die Tragweise war genau geregelt: Das Abzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb eventueller anderer Auszeichnungen. Es durfte sowohl auf der Felduniform als auch auf der Ausgehuniform getragen werden. Die Verleihung erfolgte durch die zuständigen Kompaniechefs oder höhere Kommandeure und wurde im Soldbuch dokumentiert.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren solche Auszeichnungen die Anerkennungs- und Motivationssysteme totalitärer Militärapparate. Das Infanteriesturmabzeichen sollte die Kampfmoral stärken und die besondere Gefährdung der Infanterie würdigen, die die höchsten Verluste aller Waffengattungen erlitt.

Die Sammlung und Erforschung solcher militärhistorischer Objekte dient heute ausschließlich der wissenschaftlichen Dokumentation und historischen Aufarbeitung. Sie ermöglicht Erkenntnisse über Herstellungstechniken, Materialverwendung in verschiedenen Kriegsphasen und die Organisation militärischer Auszeichnungssysteme. Moderne militärhistorische Forschung betrachtet diese Objekte als materielle Zeugnisse einer Zeit, die kritisch analysiert und im Kontext der Gesamtgeschichte verstanden werden muss.

Die Kennzeichnung durch Herstellermarken wie das “W” von Wurster macht diese Objekte für Forscher besonders wertvoll, da sie Rückschlüsse auf Produktionsstandorte, zeitliche Einordnung und Materialveränderungen während des Kriegsverlaufs ermöglichen.

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