Kriegsmarine Schnellbootwaffe: großer Nachlass aus dem Besitz Oberleutnant zur See Hannes Backhaus, Kommandant S-30, 3. Schnellboots-Flottillle

Auszeichnungen: Ordensspange mit 3 Auszeichnungen. Eisernes Kreuz 2. Klasse, Kreuz für militärische Tapferkeit, Deutsch-Italienische Erinnerungsmedaille an den Afrika-Feldzug in Bronze. Anbei 3 zugehörige Feldspangen, Zustand 2. Eisernes Kreuz 1. Klasse, Eisenkern mit Herstellermarkierung "26" = B.H. Mayer Pforzheim, Zustand 2. Schnellboot-Kriegsabzeichen 2. Form, Feinzink, ohne Herstellermarkierung, Zustand 2. Deutsches Kreuz in Gold, leichte Fertigung, mit der Herstellermarkierung "20" = C.f. Zimmermann Pforzheim. Zustand 2.

Kriegsmarine Mantel für einen Oberleutnant zur See:
Tuch in feiner Offiziersqualität, goldene Marineknöpfe, Schulterklappen zum Einnähen, seitlich mit eingenähtem Gehänge zum Tragen des Offiziersdolches, mit aufgenähten Ärmelband "Afrika". Innen mit schwarzem Seidenfutter. Mit Schneideretikett "Karl Jacobs Kiel, Fährstraße 42, Herr Backhaus Datum: 9.11.1939" und Trägeretikett "Backhaus". Maße: Gesamtlänge: ca. 131 cm, Schulterbreite: ca. 44 cm, Armlänge Außen: ca. 67,5 cm. Anbei 3 Belegfotos des Trägers mit dem Mantel. Zustand 2.
Kriegsmarine Paradefeldbinde für Marineoffizier: Schloss Messing vergoldet, an ca. 95 cm langer Silbergespinstbinde mit 2 grauen Durchzügen, 1 Schieber, 2 Dolchhänger, Zustand 2.
Kriegsmarine Kommandantenwimpel für Kriegsschiffe: gedruckte Ausführung auf Marineflaggentuch, ca. 1,40 Meter. Mottenschäden, gebrauchter Zustand.
2 x Paar weiße Handschuhe für einen Offizier:
Lederausführung, innen mit Stempel "W. 8.1237" und Trägeretikett "Backhaus". Zustand 2.
Kriegsmarine Schirmmütze für einen Leutnant zur See bis Kapitänleutnant: Schirmmütze in der typischen Form der Kriegsmarine. Komplett mit handgesticktem Adler und Eichenlaubkranz aus Cellon. Die Stickerei auf dem Mützenschirm in Metallfaden handgestickter Ausführung, schwarzer Lacklederriemen an Marineknöpfen, schwarzes Ripsband. Innen braunes Schweißleder, hellbraunes Seidenfutter, mit Zelluloidtrapez, Größe ca 54. Das Ripsband hat zwei Löcher, Zustand 2. Anbei ein Transportkoffer und ein zusätzlicher Überzug, gebrauchter Zustand.
Kriegsmarine Dolchkoppel:
Vergoldete Beschläge, ca. 100 cm langes Seidenripsband mit dunkelblauem Samtfutter, 2 Löwenkopfschieber. Zustand 2.

Erkennungsmarke: aus Aluminium, mit Aufdruck "Johannes Backhaus Seeoffz. Okt. 1937". Gebrauchter Zustand.
Brustadler für die Sommerbluse, aus Buntmetall. Zustand 2.

Fotogruppe:
Hitlerjugend M.H.J. Blankenese, Reichsarbeitsdienst Abteilung 74/6 Heide, auf dem Segelschulschiff "Horst Wessel", Auslandsreise mit dem Linienschiff "Schlesien", Sperrschule Kiel, auf dem Schulboot "Nordsee" 1939, in Le Harve, U-Boot im eisigen Meer, mit dem Schnellboot in Venedig, Nordafrika, Sizilien, Griechenland, in Pola 1944, Kriegsgefangenschaft in Ägypten. Gebrauchter Zustand. 

Dokumente :
Soldbuch ist ausgestellt am 23.5.1941 durch die Dienststelle Fp.-Nr. M 06864, mit Foto, Auszeichnungen : Eisernes Kreuz 2. Klasse, Schnellbootskriegsabzeichen, Verwundetenabzeichen in Schwarz, Eisernes Kreuz 1. Klasse, Erinnerungsmedaille an den deutsch-italienischen Feldzug in Afrika, Corce al valore militare, Ärmelband " Afrika ", Deutsches Kreuz in Gold; notiert wurde noch " Hat im Kriege an insgesamt 138 Schnellbootseinsätzen teilgenommen, davon 61 als Kommandant und 7 als Gruppenführer " 1.5.1945.
DLRG-Grundschein als Fähnrich zur See an der Marineschule Mürwick, mit Foto, ausgestellt am 20.9.1939.
Ausweis des italienischen Marine-Ministerium, ausgestellt in Rom am 12.4.1942, mit Foto.
Urkundenheft für das Reichsjugendabzeichen, mit Foto in HJ-Uniform, verliehen am 27.11.1934.
Deutscher Seglerverband - Marine-Regatta-Verein - Führerschein für ortsnahe Küstenfahrt im Bereiche der Ost- und Nordsee, ausgestellt in Kiel am 20.9.1939.
Wehrmacht-Führerschein als Leutnant zur See der 3. Schnellbootsflottille, ausgestellt am 24.4.1941, mit Foto.
Kurierausweis von Wilhelmshaven nach Italien für 5.11.-5.12.1941
Persönlicher Brief vom Kapitän zur See Hans Bütow zur Beglückwünschung der Verlobung von Backhaus auf der persönlichen Briefkarte vom 19.11.1941, mit Originalumschlag.
Persönlicher Brief von Großadmiral Raeder zur Beglückwünschung der Verlobung von Backhaus auf dem persönlichen Briefpapier vom 10.11.1941.
anbei sind noch Marschbefehle und andere Dokumente.
















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Kriegsmarine Schnellbootwaffe: großer Nachlass aus dem Besitz Oberleutnant zur See Hannes Backhaus, Kommandant S-30, 3. Schnellboots-Flottillle

Der vorliegende Nachlass dokumentiert die bemerkenswerte Kriegsdienstzeit von Oberleutnant zur See Johannes Adolf 'Hannes' Backhaus, Kommandant des Schnellbootes S-30 innerhalb der 3. Schnellbootsflottille. Diese umfassende Sammlung vereinigt Auszeichnungen, Uniformteile, Dokumente und Fotografien zu einem geschlossenen Zeugnis des Schnellbootkrieges im Mittelmeerraum zwischen 1941 und 1945.

Das Herzstück der Sammlung bilden die militärischen Auszeichnungen, die Backhaus' außergewöhnliche Leistungen belegen. Das Deutsche Kreuz in Gold, von C.F. Zimmermann Pforzheim (Herstellermarkierung "20") in leichter Fertigung produziert, wurde am 28. September 1941 von Adolf Hitler gestiftet und für wiederholte herausragende Tapferkeitsleistungen oder Erfolge im Kampf verliehen, die zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz einzuordnen waren. Die Verleihung setzte den vorherigen Besitz des Eisernen Kreuzes 1. Klasse voraus. Basierend auf erhaltenen Dokumenten wird die Gesamtzahl der verliehenen Deutschen Kreuze in Gold auf etwa 25.964 geschätzt, was diese Auszeichnung zu einer verhältnismäßig seltenen Ehrung macht.

Das Schnellboot-Kriegsabzeichen in der 2. Form, von Großadmiral Erich Raeder am 30. Mai 1941 gestiftet, dokumentiert Backhaus' spezialisierte Rolle. Diese zweite Variante, im Januar 1943 eingeführt, zeigt ein längeres, moderneres Schnellboot-Silhouette und einen größeren Adler im Vergleich zur ersten Form von 1941-1943. Ursprünglich erforderte die Verleihung zwölf erfolgreiche Einsätze gegen den Feind oder eine besonders herausragende Einzelaktion. Die Kriterien wurden später aufgrund der hohen Verluste gelockert. Die Gesamtzahl der verliehenen Abzeichen wird auf etwa 3.000 bis 4.000 Stück geschätzt, was die Elite-Natur dieser Waffengattung unterstreicht.

Sein Eisernes Kreuz 1. Klasse, hergestellt von B.H. Mayer Pforzheim (Herstellermarkierung "26"), gehörte zu den etwa 450.000 im Zweiten Weltkrieg verliehenen Exemplaren dieser Auszeichnung, die seit dem 1. September 1939 erneut gestiftet worden war. Die Verleihung erforderte den vorherigen Besitz der 2. Klasse sowie wiederholte Tapferkeitshandlungen oder Führungsleistungen. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse, von dem etwa 3.000.000 Exemplare verliehen wurden, bildet die Grundlage seiner Auszeichnungslaufbahn.

Das Ärmelband "Afrika" am Dienstmantel verweist auf Backhaus' Einsätze im nordafrikanischen Kriegsschauplatz. Dieses Kampfabzeichen wurde am 15. Januar 1943 gestiftet und die Verleihungskriterien im Juli 1943 dahingehend modifiziert, dass vier Monate Dienst bei der Heeresgruppe Afrika erforderlich waren. Im Juli 1944 wurde die Verleihung für diejenigen automatisiert, die das Eiserne Kreuz, das Deutsche Kreuz oder eine Eintragung in die Ehrentafel erhalten hatten. Die italienische Auszeichnung Croce al Valore Militare (Kreuz für militärische Tapferkeit), 1922 gestiftet, belegt die enge deutsch-italienische Zusammenarbeit im Mittelmeerraum.

Das Soldbuch, ausgestellt am 23. Mai 1941, enthält einen bemerkenswerten Eintrag vom 1. Mai 1945: "Hat im Kriege an insgesamt 138 Schnellbootseinsätzen teilgenommen, davon 61 als Kommandant und 7 als Gruppenführer." Diese Dokumentation bietet einen seltenen quantitativen Einblick in die intensive Einsatzfrequenz eines Schnellboot-Kommandanten.

Die 3. Schnellbootsflottille, bekannt als "Die Afrika-Flottille", wurde im Oktober 1941 von Ostsee-Operationen zur Unterstützung des Unternehmens Barbarossa in den Mittelmeerraum verlegt. Der Transfer erfolgte über Rhein und Rhone. Von Oktober 1941 bis Mai 1942 führte die Flottille Minenlegeoperationen rund um Malta durch, wobei im Mai 1942 in 24 Einsätzen 557 Minen gelegt wurden. Die Einheit operierte von Stützpunkten in Sizilien (Porto Empedocle, Trapani, Augusta), Nordafrika (Derna, Tobruk), Italien (Pola, Venedig) und Griechenland bis 1944.

Die deutschen Schnellboote waren schnelle Angriffsfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 43,5 Knoten, schwer bewaffnet mit Torpedos und Flak-Geschützen, die hauptsächlich gegen alliierte Schifffahrt und Küstenziele eingesetzt wurden. Nach der Kapitulation der Achsenmächte in Nordafrika im Mai 1943 setzten die E-Boot-Operationen im Mittelmeer in der Adria und Ägäis bis 1944-1945 fort.

Der Kriegsmarine-Mantel für einen Oberleutnant zur See, gefertigt vom Schneider Karl Jacobs in Kiel, Fährstraße 42, trägt das Datum 9. November 1939. Die Fotosammlung dokumentiert Backhaus' Laufbahn von der Hitlerjugend über das Segelschulschiff "Horst Wessel" und das Linienschiff "Schlesien" bis zur Kriegsgefangenschaft in Ägypten. Die persönlichen Briefe von Großadmiral Raeder und Kapitän zur See Hans Bütow vom November 1941, die Backhaus zu seiner Verlobung gratulieren, gewähren einen seltenen Einblick in die persönlichen Beziehungen innerhalb der Kriegsmarine-Führung.

Nach 1945 war das Tragen nationalsozialistischer Auszeichnungen mit Hakenkreuz in Deutschland verboten. Die Bundesrepublik Deutschland autorisierte 1957 erneut bestimmte Auszeichnungen, darunter das Afrika-Ärmelband, das unverändert getragen werden konnte, da es kein Hakenkreuz enthielt. Das vollständige Nachlass-Ensemble, wie es hier dokumentiert ist, überlebte als geschlossene Sammlung bis zum modernen Sammlermarkt, wo es später durch Militaria-Händler angeboten wurde.

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