NSDAP - Ortsgruppe Wien, Gauleitung Wien Mitgliedskarte Nr. 9017414

für einen Mann, eingetreten am 1.04.1940, ausgestellt in München, den 25.11.1942, mit Beitragsmarken für 1943, gefaltet, Zustand 2-.
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NSDAP - Ortsgruppe Wien, Gauleitung Wien Mitgliedskarte Nr. 9017414

Die vorliegende NSDAP-Mitgliedskarte der Ortsgruppe Wien, Gauleitung Wien dokumentiert die Parteimitgliedschaft eines Mannes, der am 1. April 1940 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei eintrat. Die Karte trägt die Mitgliedsnummer 9017414 und wurde am 25. November 1942 in München ausgestellt, dem administrativen Zentrum der NSDAP-Mitgliederverwaltung.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde die NSDAP zur einzigen zugelassenen Partei in Österreich. Die Gauleitung Wien war eine der wichtigsten regionalen Verwaltungseinheiten der Partei. Der Gau Wien umfasste das Gebiet der ehemaligen österreichischen Hauptstadt und spielte eine zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Herrschaftsstruktur. Baldur von Schirach wurde 1940 zum Gauleiter und Reichsstatthalter von Wien ernannt und blieb bis 1945 in dieser Position.

Das Eintrittsdatum 1. April 1940 ist historisch bedeutsam, da zu diesem Zeitpunkt bereits der Zweite Weltkrieg begonnen hatte und das nationalsozialistische Regime seine Macht im gesamten Großdeutschen Reich konsolidierte. Die Mitgliedschaft in der NSDAP war zu dieser Zeit nicht mehr spontan oder revolutionär, sondern oft eine Voraussetzung für beruflichen Aufstieg im öffentlichen Dienst, in Bildungseinrichtungen oder in der Wirtschaft.

Die NSDAP-Mitgliedskarten wurden zentral vom Reichsschatzmeister der NSDAP in München verwaltet. Die Reichsparteileitung in München führte ein umfassendes Karteikartenregister aller Parteimitglieder. Jede Mitgliedskarte enthielt persönliche Angaben des Mitglieds, das Eintrittsdatum sowie Felder für die monatlichen Beitragsmarken. Diese Marken mussten regelmäßig eingeklebt werden und dienten als Nachweis der fortlaufenden Mitgliedschaft und Beitragszahlung.

Die vorliegende Karte weist Beitragsmarken für das Jahr 1943 auf, was zeigt, dass der Inhaber zu diesem Zeitpunkt seine Mitgliedsbeiträge entrichtete. Das Jahr 1943 markierte einen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg mit der deutschen Niederlage in Stalingrad und zunehmenden alliierten Bombenangriffen auf deutsche Städte, einschließlich Wien. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge war nach Einkommen gestaffelt und reichte von wenigen Pfennigen bis zu mehreren Reichsmark monatlich.

Die Mitgliedsnummer 9017414 liegt im hohen Bereich und deutet auf eine relativ späte Mitgliedschaft hin. Die NSDAP hatte bei ihrer Machtübernahme 1933 etwa 850.000 Mitglieder. Bis 1945 wuchs die Mitgliederzahl auf über 8,5 Millionen an. Es gab verschiedene Phasen der Mitgliederaufnahme: Nach einem Aufnahmestopp von 1933 bis 1939 wurde die Partei wieder für neue Mitglieder geöffnet, wobei besonders nach dem Anschluss Österreichs und dem Beginn des Krieges viele Menschen eintraten.

Die Ortsgruppen bildeten die unterste Verwaltungsebene der NSDAP und umfassten in der Regel 1.500 bis 3.000 Haushalte. Der Ortsgruppenleiter war für die Überwachung der Parteimitglieder, die Organisation von Veranstaltungen und die Durchsetzung der Parteipolitik auf lokaler Ebene verantwortlich. In Wien gab es zahlreiche Ortsgruppen, die das gesamte Stadtgebiet abdeckten.

Nach dem Kriegsende 1945 wurden alle NSDAP-Dokumente für die Entnazifizierung relevant. Die alliierten Besatzungsmächte nutzten Mitgliedskarten wie diese, um die Rolle einzelner Personen im nationalsozialistischen System zu bewerten. Das Eintrittsdatum war dabei von besonderer Bedeutung: Mitglieder, die vor 1933 eintraten (sogenannte “Alte Kämpfer”), wurden oft strenger beurteilt als spätere Mitglieder, die möglicherweise aus opportunistischen oder beruflichen Gründen eingetreten waren.

Heute sind solche Dokumente wichtige Zeitdokumente für die historische Forschung. Sie ermöglichen Einblicke in die Mitgliederstruktur der NSDAP, die geografische Verteilung der Mitgliedschaft und die soziale Zusammensetzung der Partei. Der gefaltete Zustand der Karte ist typisch, da diese Dokumente persönlich aufbewahrt und oft getragen wurden. Der angegebene Erhaltungszustand “2-” deutet auf eine gut erhaltene Karte mit leichten Gebrauchsspuren hin.