Ritterkreuz des Eisernen Kreuz 1939 mit Eichenlaub und Schwertern aus dem Besitz von Hauptmann Ernst-Wilhelm Reinert - Der Adler von Tunis - , zuletzt Jagdgeschwader 27 

Es handelt sich bei dem Eichenlaub mit Schwertern um die klassische Fertigung der Fa. Gebr. Godet und Co. Berlin, rückseitig "21" "900" gepunzt. Das Ritterkreuz ist eine typische frühe  Fertigung der Fa. Steinhauer & Lück. Geschwärzter Eisenkern mit Silberzarge. Rückseitig gestempelt 800 Silber. Komplett mit dem originalen getragenen und konfektionierten Halsband, Länge 47 cm. Das Stück ist deutlich getragen, auf dem Hakenkreuz etwas berieben und ein paar tragebedingte Kratzer, mit wunderschöner Patina. 
Von Reinert eine per Hand gezeichnete Karte des Kriegsschauplatz Libyen mit 18 eingetragenen Abschüssen während des Afrikafeldzugs (Reinert hat in Afrika in 4 Monaten 51 Luftsiege errungen und war damit der erfolgreichste deutsche Jagdflieger in Afrika, er hat tatsächlich mehr feindliche Flugzeuge abgeschossen als Marseille). 
Aus seiner Zeit bei der Bundesluftwaffe seine große Feldspange mit 13 Auszeichnungen: Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern, Ehrentafelspange der Luftwaffe, Deutsches Kreuz in Gold, Eisernes Kreuz 1. und 2. Klase. Frontflugspange für Jäger in Gold mit "800", Verwundetenabzeichen in Silber, "Krim" Schild, Ärmelband "Afrika", Flugzeugführerabzeichen, Medaille Winterschlacht im Osten, Deutsch-Italienische Erinnerungsmedaille an den Feldzug in Afrika, Rumänien Ritterkreuz mit Schwertern. Getragen, Zustand 2. Dazu ein großer von ihm signiertes Portraitfoto, auf dem die Feldspange deutlich zu erkennen ist. 
Herr Reinert hat seine Stücke noch zu Lebzeiten im Jahr 1988 selbst verkauft an den damals bekannten Händler Theo Walpurgius. Während das Ritterkreuz und die Feldspange in eine Sammlung gingen, wurden alle Urkunden an eine andere Sammlung verkauft. Diese sind jedoch alle in Fotokopie mit dabei sowie auch der alte Verkaufsbeleg von Reinert. Die Fotokopien beinhalten alle Verleihungsurkunden, die noch vorhanden waren, darunter u.a. : die Vorläufigen Besitzzeugnisse zum Ritterkreuz und dem Eichenlaub mit Schwertern. Foto der Eichenlaubmappe mit eigenhändiger Unterschrift von Reinert. Auszug aus dem Wehrpaß mit der Auflistung aller Auszeichnungen von 1942 bis 1945. Soldbuch und Luftwaffen-Flugzeugführerschein. Besitzzeugnisse bzw. Verleihungsurkunden zum Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse, Frontflugspange für Jäger in Gold und mit Anhänger, Verwundetenabzeichen Schwarz und Silber, Flugzeugführerabzeichen, Ehrenpokal für besondere Leistungen im Luftsieg, Krimschild, Medaille Winterschlacht im Osten, zahlreiche Telegramme, Glückwunschschreiben etc. . Die Abschussliste vom Jagdgeschwader 27 als Anlage für den Verleihungsvorschlag zu den Schwertern, mit insgesamt 171 Abschüssen und 702 Feindflügen (von Reinert mit handschriftlichen Anmerkungen versehen und korrigiert).Tabellarischer Lebenslauf bis 1972, von Reinert mit handschriftlichen Anmerkungen versehen. 
Dazu 8 Fotos als Offizier der Luftwaffe und der Bundesluftwaffe (alles Abzüge nach 1945), großteils mit eigenhändiger Unterschrift von Reinert sowie eine von Reinert verfasste Biografie mit zum Teil ganz spannenden Kampfberichten von Afrika, seinem Abschuss über dem Mittelmeer (Reinert ist mit diesem (!) Ritterkreuz nach seinem Abschuss mehrere Stunden im Mittelmeer bis an Land geschwommen..), seine Verwundungen, Reinert ist insgesamt 4 mal mit dem Fallschirm abgesprungen.
Reinert, Ernst-Wilhelm * 2. Februar 1919, Köln-Lindenthal † 5. September 2007, Bad Pyrmont Ernst-Wilhelm Reinert trat nach Ableistung seiner Dienstzeit im Reichsarbeitsdienst (RAD) im April 1939 in die Luftwaffe ein. Danach begann er mit seiner Fliegerausbildung. Im Herbst 1940 wurde er zur Ergänzungsstaffel vom Jagdgeschwader 77 nach Frankreich versetzt. Im April 1941 wurde er dann zur II. Gruppe vom Jagdgeschwader 77 versetzt, welche am Balkanfeldzug beteiligt war. Ab Mai 1941 gehörte er dort zur 4. Staffel. Mit dieser 4. Staffel nahm er ab dem Sommerbeginn 1941 am Rußlandfeldzug teil. Erst am 8. August 1941 konnte er seinen ersten Luftsieg erringen. Am 1. Dezember 1941 wurde er zum Unteroffizier befördert. Am 16. Februar 1942 bekam er den Ehrenpokal für besondere Leistung im Luftkrieg der Luftwaffe verliehen. Am 25. Mai 1942 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 1. Juli 1942 hatte er insgesamt 53 Luftsiege errungen, wofür er am gleichen Tag mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig wurde er zum Feldwebel befördert. Am 8. Juli 1942 verlor er seine Maschine bei einem Unfall. Am 23. Juli 1942 wurde er im Luftkampf verwundet, als sein Flugzeug von einer Peltljakow Pe-2 abgeschossen wurde. Bereits am 3. Oktober 1942 erzielte er seinen 100. Abschuss. Am 7. Oktober 1942 wurde ihm nach 103 Luftsiegen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 4. November 1942 bekam er das Eichenlaub gemeinsam mit Alfred Druschel, Günther Rall, Max Stotz und Johannes Steinhoff persönlich durch Adolf Hitler überreicht. Im Anschluss durfte er auf Urlaub gehen. Am 23. November 1942 trug er sich während dieses Urlaubs in das Goldene Buch der Stadt Leverkusen ein. Im November 1942 verlegte Reinert mit seiner Staffel in den Mittelmeerraum. Hier gelangen ihm weitere 51 Luftsiege über britische Gegner, was ihn zum erfolgreichsten Jäger auf dem afrikanischen Schauplatz machte. Im März 1943 wurde er bei der 4. Staffel vom Jagdgeschwader 77 zum Oberfeldwebel befördert. Am 19. April 1943 errang er vor der Küste Siziliens seinen 150. Luftsieg. Einen Tag später wurde er zum Leutnant befördert. Am 13. August 1943 wurde er von einer Curtiss P-40 abgeschossen und landete im Mittelmeer östlich von Milazzo vor Sizilien. Als Leutnant wurde er Anfang September 1943 zum Kapitän der 3. Staffel im Jagdgeschwader 77 ernannt. Danach erkrankte er und kehrte erst im Frühjahr 1944 an die Front zurück. Am 20. April 1944 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er im Mai 1944 zum Führer der 12. Staffel vom Jagdgeschwader 27 in Frankreich ernannt. Am 12. Juni 1944 wurde er zum Kapitän der 15. Staffel vom Jagdgeschwader 27 in Frankreich ernannt. Nur wenige Tage später wurde er erneut verwundet. Am 1. Juli 1944 wurde er zum Kapitän der 12. Staffel vom Jagdgeschwader 27 in Frankreich ernannt. Durch die Umbenennung seiner Staffel wurde er Mitte August 1944 zum Kapitän der 14. Staffel vom Jagdgeschwader 27 ernannt. Anfang Januar 1945, unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann, wurde Reinert als Nachfolger von Hauptmann Heinz Dudeck mit der Führung der IV. Gruppe vom Jagdgeschwader 27 beauftragt. In dieser Funktion erhielt er am 1. Februar 1945 die Schwerter zum Ritterkreuz verliehen. Gleichzeitig wurde er zum Hauptmann befördert und als solcher zum Kommandeur der IV. Gruppe vom Jagdgeschwader 27 ernannt. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Januar 1945 festgelegt. Im März 1945 wechselte er angeblich zum Jagdgeschwader 7 über, um dort auf die Messerschmitt 262 umgeschult zu werden. Allerdings gelang ihm mit diesem Flugzeugtyp bis Kriegsende kein weiterer Luftsieg mehr. Insgesamt errang Reinert auf über 700 Feindflügen 174 Luftsiege, davon 71 an der Westfront einschließlich Abschuss von zwei viermotorigen Bombern. Ferner zerstörte er 16 Flugzeuge, zehn Panzer und 6 Lokomotiven am Boden. Bei Kriegsende geriet er Anfang Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er bereits im September 1945 wieder entlassen. Nach dem Krieg arbeitete Reinert bis 1955 in der freien Wirtschaft. Im Frühjahr 1956 trat er in die Luftwaffe der neuen Bundeswehr ein. 1972 wurde er dort im Range eines Oberstleutnant als Stabsoffizier beim Luftwaffenkommando in Köln-Wahn auf Sylt in den Ruhestand verabschiedet.
Ritterkreuz (1. Juli 1942), Eichenlaub (7. Oktober 1942), Schwerter (1. Februar 1945)

Die meisten Eichenlaube mit Schwertern auf dem Markt sind mehr oder oder weniger ungetragen in sehr gutem Zustand. Ein wirklich an der Front über Jahre getragenes Stück, wie das hier von uns angebotene, hat dagegen eine ganz eigene Ausstrahlung und weckt Erinnerungen an die Taten des ehemaligen Trägers. Der Nachlass befand sich die letzten 40 Jahre in einer deutschen Privatsammlung und wurde noch nie öffentlich gezeigt oder angeboten.

Für den Nachlass und die Provenienz geben wir unsere unbegrenzte lebenslange Echtheitsgarantie.


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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern aus dem Besitz von Hauptmann Ernst-Wilhelm Reinert

Das hier vorliegende Ensemble gehört zu den bedeutendsten Ordensgruppen des Zweiten Weltkriegs, die sich in privatem Besitz befinden. Es handelt sich um das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern, getragen von Hauptmann Ernst-Wilhelm Reinert (2. Februar 1919 – 5. September 2007), einem der erfolgreichsten Jagdflieger der deutschen Luftwaffe mit 174 bestätigten Luftsiegen in über 700 Feindflügen.

Die Auszeichnung und ihre Stufen

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes wurde am 1. September 1939 gestiftet und ersetzte als höchste militärische Auszeichnung des Dritten Reiches ältere preußische Orden wie den Pour le Mérite. Im Verlauf des Krieges wurden weitere Stufen eingeführt, um wiederholte herausragende Leistungen zu würdigen. Die progressive Stufenfolge umfasste: das Ritterkreuz selbst (gestiftet am 1. September 1939), das Eichenlaub (3. Juni 1940), das Eichenlaub mit Schwertern (28. September 1941), das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten (28. September 1941) sowie das Goldene Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten (29. Dezember 1944). Die Stufe Eichenlaub mit Schwertern stellte damit die dritthöchste Auszeichnungsstufe dar. Die Verleihung aller Stufen lag ausschließlich in der Befugnis des Führers Adolf Hitler, und die Herstellung war streng reglementiert und auf staatlich zugelassene Hersteller beschränkt.

Nach Angaben der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger (AKCR) wurden insgesamt 7.318 Ritterkreuze verliehen, wobei das Bundesarchiv 7.161 offizielle Verleihungen dokumentiert. Beim Eichenlaub schwanken die Angaben zwischen 882 und 890 Verleihungen. Die Stufe mit Schwertern wurde laut AKCR 159 Mal verliehen, wobei das Bundesarchiv 147 Verleihungen belegt. Unter den Luftwaffen-Jagdfliegern erhielten insgesamt 34 Piloten die Schwerter, während nur 9 Jagdflieger die noch höhere Stufe mit Brillanten erreichten.

Physische Beschreibung

Das Eichenlaub mit Schwertern wurde von der Firma Gebrüder Godet & Co., Berlin gefertigt – dem offiziellen Hersteller dieser Auszeichnungsstufe. Es handelt sich um eine dreiteilige, im Gesenk geschlagene Konstruktion aus Eichenlaubcluster, angelöteten gekreuzten Schwertern und Aufhängering. Rückseitig ist es mit „21“ (dem Herstellercode von Godet) und „900“ (für 900er Silber, also 90% Reinsilber) gepunzt. Das Stück misst 24,83 mm in der Breite und 27,58 mm in der Höhe bei einem Gewicht von 9,03 Gramm; die Schwerter haben eine Länge von 24 mm.

Das Ritterkreuz selbst ist eine frühe Fertigung der Firma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid, einem der häufigsten Hersteller dieses Ordens. Es besteht aus einem dreiteiligen Aufbau mit geschwärztem Eisenkern und zwei Silberzargenteilen in der charakteristischen Tatzenkreuzform. Rückseitig ist es mit „800“ gestempelt, was den Silbergehalt von 80% anzeigt. Die Abmessungen betragen ca. 48 mm × 48 mm. Das originale, getragene und konfektionierte Halsband hat eine Länge von 47 cm.

Der Träger: Ernst-Wilhelm Reinert

Ernst-Wilhelm Reinert trat im April 1939 in die Luftwaffe ein und absolvierte seine Fliegerausbildung. Nach Stationen bei der Ergänzungsstaffel des Jagdgeschwaders 77 in Frankreich wurde er zur II. Gruppe versetzt, die am Balkanfeldzug teilnahm. Ab Sommer 1941 flog er mit der 4. Staffel an der Ostfront. Seinen ersten Luftsieg errang er am 8. August 1941.

Am 1. Juli 1942 wurde ihm nach 53 Luftsiegen das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 7. Oktober 1942 folgte nach 103 Luftsiegen das Eichenlaub, das er am 4. November 1942 gemeinsam mit Alfred Druschel, Günther Rall, Max Stotz und Johannes Steinhoff persönlich von Adolf Hitler überreicht bekam. Reinert war damit der 130. Träger der Schwerter.

Im November 1942 verlegte Reinert in den Mittelmeerraum, wo er zum erfolgreichsten deutschen Jagdflieger in Afrika wurde. In diesem Kriegsschauplatz errang er 51 Luftsiege gegen britische Gegner. Am 13. August 1943 wurde er von einer Curtiss P-40 abgeschossen und landete östlich von Milazzo vor Sizilien im Mittelmeer. Nach seiner Rückkehr übernahm er verschiedene Staffelführungen beim JG 77 und später beim Jagdgeschwader 27 in Frankreich. Anfang Januar 1945 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann mit der Führung der IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 27 beauftragt. Am 1. Februar 1945 erhielt er die Schwerter zum Ritterkreuz für seine 174 Luftsiege und die Führung seiner Gruppe.

Insgesamt errang Reinert auf über 700 Feindflügen 174 Luftsiege, davon 103 an der Ostfront, 51 im Mittelmeerraum und 20 an der Westfront, darunter zwei viermotorige Bomber. Zudem zerstörte er 16 Flugzeuge, 10 Panzer und 6 Lokomotiven am Boden.

Nachkriegsgeschichte

Nach Kriegsende geriet Reinert in amerikanische Gefangenschaft, aus der er im September 1945 entlassen wurde. Bis 1955 arbeitete er in der freien Wirtschaft. Im Frühjahr 1956 trat er in die Bundesluftwaffe ein, wo er bis 1972 diente und im Rang eines Oberstleutnant in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Nach dem westdeutschen Gesetz vom 26. Juli 1957 wurden entnazifizierte Ersatzversionen der Kriegsauszeichnungen genehmigt, bei denen ein Eichenlaubcluster das Hakenkreuz ersetzte. Reinert war berechtigt, diese Versionen bei offiziellen Anlässen zu tragen. Die zum Nachlass gehörende Bundeswehr-Feldspange mit 13 Auszeichnungen dokumentiert sein militärisches Wirken in beiden deutschen Streitkräften.

Reinert verkaufte seine Stücke 1988 persönlich an den Händler Theo Walpurgius. Seitdem befand sich das Ensemble rund 40 Jahre in einer deutschen Privatsammlung und wurde nie öffentlich gezeigt oder angeboten.

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