Waffen-SS Paar Kragenspiegel für einen SS-Unterführer der 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division "Maria Theresia"

RZM-Metallfaden handgestickte Ausführung, rückseitig mit SS/RZM-Papieretikett. Komplett mit der passenden Rangseite. Ungetragen, noch ohne Rangsterne. Zustand 2+. Extrem selten.
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Waffen-SS Paar Kragenspiegel für einen SS-Unterführer der 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division "Maria Theresia"

Die 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division "Maria Theresia" gehört zu den weniger bekannten Formationen der Waffen-SS während des Zweiten Weltkriegs, doch ihre Geschichte spiegelt die komplexen Rekrutierungsbemühungen der nationalsozialistischen Führung in den besetzten und verbündeten Gebieten wider.

Die Division wurde am 18. Mai 1944 offiziell aufgestellt, hauptsächlich aus ungarischen Volksdeutschen sowie Freiwilligen aus Ungarn. Der Divisionsname ehrte die österreichische Kaiserin Maria Theresia (1717-1780), was die historischen Verbindungen zum Habsburgerreich symbolisieren sollte. Die Formation entstand aus der Zusammenlegung der SS-Kavallerie-Brigade und weiterer Verbände und wurde zunächst als Kavallerie-Division konzipiert, später jedoch mit gemischten Waffengattungen ausgestattet.

Die vorliegenden Kragenspiegel (Kragenabzeichen) repräsentieren ein authentisches Beispiel der Uniformausstattung für einen SS-Unterführer, einen Unteroffizier der Waffen-SS. Diese Ranggruppe umfasste die Dienstgrade vom SS-Unterscharführer bis zum SS-Hauptscharführer. Die Kragenspiegel wurden paarweise getragen: auf der rechten Seite das Divisionsabzeichen und auf der linken Seite die Rangabzeichen.

Die RZM-Metallfaden-Stickerei bezeichnet eine handgestickte Ausführung unter Kontrolle der Reichszeugmeisterei (RZM), der zentralen Beschaffungs- und Prüfstelle der NSDAP und ihrer Organisationen. Das RZM-System wurde 1929 eingeführt und garantierte die Qualität und Authentizität von Uniformteilen. Die Handstickereitechnik mit Metallfäden war aufwendiger und hochwertiger als maschinell gefertigte Varianten.

Das erhaltene SS/RZM-Papieretikett auf der Rückseite ist ein wichtiges Authentizitätsmerkmal. Diese Etiketten enthielten typischerweise Herstellerangaben und Prüfnummern. In der Spätphase des Krieges, als die Division aufgestellt wurde, waren solche qualitativ hochwertigen Ausführungen bereits seltener geworden, da Ressourcenknappheit und Produktionsdruck zu vereinfachten Fertigungsmethoden führten.

Der ungetragene Zustand mit fehlenden Rangsternen deutet darauf hin, dass diese Kragenspiegel entweder nie ausgegeben oder nie in Dienst gestellt wurden. Die Rangsterne aus Aluminium oder Silberdraht wurden separat auf die linke Kragenspiegelseite aufgenäht und zeigten den genauen Dienstgrad innerhalb der Unterführer-Hierarchie an. Ein bis drei Sterne unterschieden die verschiedenen Ränge von Unterscharführer bis Hauptscharführer.

Die 22. SS-Division wurde hauptsächlich im Raum Budapest und später bei Baranow in Polen eingesetzt. Im Januar 1945 erlitt die Division schwere Verluste während der sowjetischen Winteroffensive. Die verbleibenden Einheiten wurden nach Österreich zurückgezogen und nahmen an den letzten Verteidigungskämpfen teil, bevor sie im Mai 1945 kapitulierten.

Die historische Bedeutung solcher Uniformteile liegt in ihrer Seltenheit. Die Division existierte nur etwa ein Jahr, und die Produktion von Ausrüstungsgegenständen für diese spezifische Formation war entsprechend limitiert. Viele Uniformteile gingen in den Kriegswirren verloren oder wurden nach Kriegsende vernichtet. Ungetragene Exemplare mit Originaletikett sind außerordentlich selten.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren diese Kragenspiegel die Organisationsstruktur und Uniformregelungen der Waffen-SS in der Spätkriegsphase. Sie zeigen auch die fortgesetzte Bemühung um militärische Symbolik und Distinktion selbst unter den schwierigen Bedingungen des Jahres 1944/45. Die Namensgebung nach einer habsburgischen Herrscherin sollte die Loyalität der ungarischen und südosteuropäischen Freiwilligen stärken.

Heute sind solche Objekte wichtige Quellen für die Militärgeschichtsforschung, insbesondere für die Uniformkunde und die Geschichte der deutschen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Sie ermöglichen ein besseres Verständnis der materiellen Kultur und Organisationsstrukturen dieser Epoche.