Wehrmacht: großer Nachlass des Ritterkreuzträgers Oberfeldwebel Willi Haxter, Grenadier-Regiment 691

Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 1939, eine eine typische Fertigung der Fa. C.E. Juncker, Berlin. Geschwärzter Eisenkern mit Silberzarge. Rückseitig gestempelt "800 L/12", der Bandring "800" gestempelt, komplett mit originalen getragenen Halsbandabschnitt. Getragenes Stück, in gutem Zustand. Dazu das vorläufige Besitzzeugnis zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgestellt auf "Oberfeldwebel Haxter, Zugf. Rdf. Zug / Gr. Rgt. 691", datiert " HQ u OKH, den 18. August 1943.". Mit Original-Tintenunterschrift Oberkommando des Heeres i.A. "Maisel" Generalmajor. Die Urkunde ist gefaltet und war wie alle anderen Urkunden gerahmt. Rückseitig mit den Resten des Klebepapiers vom Rahmen. Zustand 2.
Deutsches Kreuz in Gold  Leichte Fertigung der Fa. Zimmermann, Pforzheim, innen auf der Nadel mit Hersteller "20" markiert . Getragen, Zustand 2. Dazu das Vorläufige Besitzzeugnis, ausgestellt "HQ OKH, den 22. Mai 1943, mit original Unterschrift "Oberkommando des Heeres Keitel Generalfeldmarschall". Gefaltet, Zustand 2.
Eisernes Kreuz 1939 1. Klase, ohne Herstellerbezeichnung. Getragen, Zustand 2. Dazu die Verleihungsurkunde, ausgestellt auf "Unteroffizier Wilhelm Haxter, 1./I.R. 691", ausgestellt 19.4.1942, mit original Unterschrift "Schlemmer Generalmajor u. Kdr. der 134. nf. Div." (Ritterkreuzträger), Zustand 2.
Eisernes Kreuz 1939 2. Klasse, am Band, Zustand 2. Dazu die Verleihungsurkunde ausgestellt auf "Unteroffizier Wilhelm Haxter, 1./I.R. 691", ausgestellt 15.2.1942, mit original Unterschrift "Schlemmer Generalmajor u. Kdr. der 134. nf. Div.", Zustand 2.
Verwundetenabzeichen 1939 in Schwarz, Eisen geschwärzt, Zustand 2. Dazu das Besitzzeugnis, ausgestellt 4. März 1942, Zustand 2.
Verwundetenabzeichen 1939 in Silber, Feinzink, Zustand 2. Dazu das Besitzzeugnis, ausgestellt als Feldwebel nach 4-maliger Verwundung, 28.2.1943, Zustand 2.
Verwundetenabzeichen 1939 in Gold, Buntmetallausführung, ohne Hersteller, Zustand 2. Dazu das Besitzzeugnis als Oberfeldwebel nach 6-maliger Verwundung, 17.4.1943, Zustand 2.
Medaille Winterschlacht im Osten, Zustand 2. Dazu die Verleihungsurkunde, datiert 28-7-1942, Zustand 2.
Infanteriesturmabzeichen in Silber, Feinzink, Zustand 2. Dazu das Besitzzeugnis, ausgestellt 12.5.1942, mit Unterschrift "Oberst und Rgt. Kdr.", Zustand 2.
Nahkampfspange in Bronze, Feinzink bronziert, ohne Herstellerbezeichnung, Plättchen und Haken magnetisch, Zustand 2. Dazu das Besitzzeugnis, ausgestellt 17.8.1943, original Unterschrift "Oberstleutnant und Rgt.-Kdr."., Zustand 2.

Ein ganz fantastischer und kompletter Nachlaß eines tapferen Unteroffiziers und dem 1. Ritterkreuzträger der Stadt Haltern am See (NRW). Wir konnten die Gruppe direkt aus der Familie erwerben.

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Wehrmacht: großer Nachlass des Ritterkreuzträgers Oberfeldwebel Willi Haxter, Grenadier-Regiment 691

Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes stellte während des Zweiten Weltkriegs die funktional höchste militärische Auszeichnung Nazi-Deutschlands dar und stand in der Rangfolge nur unter dem Großkreuz des Eisernen Kreuzes, das im Juli 1940 ausschließlich an Hermann Göring verliehen wurde. Die Auszeichnung knüpfte an die preußische Tradition des Eisernen Kreuzes an, das erstmals 1813 während der Befreiungskriege gegen Napoleon eingeführt worden war. Die Version von 1939 enthielt Modifikationen, darunter ein Hakenkreuz, und wurde an einem Halsband getragen, im Gegensatz zum Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse.

Das Ritterkreuz wurde am 1. September 1939 von Adolf Hitler durch die Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes eingeführt. Die erste Verleihung erfolgte am 30. September 1939. Die Auszeichnung wurde zur Anerkennung außergewöhnlicher Tapferkeit im Gefecht oder herausragender militärischer Führungsleistung verliehen und konnte an deutsche Soldaten aller Dienstgrade sowie an Verbündete des Dritten Reiches vergeben werden. In der Regel musste ein Soldat bereits das Eiserne Kreuz 1. Klasse 1939 besitzen, obwohl dieses manchmal gleichzeitig verliehen wurde. Die Verleihungskriterien wurden im Verlauf des Krieges zunehmend strenger.

Das vorliegende Exemplar wurde von der Firma C.E. Juncker, Berlin hergestellt, einem der prestigeträchtigsten autorisierten Hersteller militärischer Orden während der NS-Zeit. Die Firma befand sich in der Mühlenstraße in Berlin und produzierte Ritterkreuze vom Beginn bis zum Ende des Krieges, bis die Fabrik und die Prägestempel bei einem Luftangriff 1944 zerstört wurden. Das Stück trägt die Kennzeichnung L/12, den LDO-Code von Juncker, und besteht aus einem geschwärzten magnetischen Eisenkern mit einer Silberzarge aus 800er Silber (80% Silbergehalt). Auf der Rückseite ist “800 L/12” gestempelt, der Bandring trägt die Stempelung “800”. Das Ritterkreuz hat die Form eines Tatzenkreuzes mit dreiteiliger Konstruktion und Standardabmessungen von etwa 48 mm Breite mal 54 mm Höhe. Auf der Vorderseite befindet sich ein erhöhtes bewegliches Hakenkreuz im Zentrum, die Jahreszahl “1939” auf dem unteren Arm, umgeben von einem gerippten Perlenrand.

Nach verschiedenen Quellen wurden zwischen etwa 7.161 (Bundesarchiv-Analyse) und 7.318 (Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger, wobei 200 Fälle ohne offiziellen Nachweis sind) Ritterkreuze verliehen. Das Ritterkreuz existierte in fünf hierarchischen Stufen: das einfache Ritterkreuz, Ritterkreuz mit Eichenlaub (eingeführt 3. Juni 1940), mit Eichenlaub und Schwertern (eingeführt 15. Juli 1941), mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (eingeführt 15. Juli 1941) und mit goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten (eingeführt 29. Dezember 1944). Etwa 882 bis 863 Eichenlaub-, 159 bis 160 Schwerter-, 27 Brillanten-, 1 Goldenes Eichenlaub- und 1 Großkreuz-Verleihungen wurden vorgenommen.

Dieser Nachlass gehörte Oberfeldwebel Wilhelm “Willi” Haxter, Zugführer eines Funk- bzw. Nachrichtenzuges im Grenadier-Regiment 691. Haxter wurde am 18. August 1943 im Hauptquartier des OKH mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Das vorläufige Besitzzeugnis trägt die originale Tintenunterschrift von Generalmajor Maisel im Auftrag des Oberkommandos des Heeres. Das Grenadier-Regiment 691 entstand im Oktober 1942 durch Umbenennung des Infanterie-Regiments 691 und gehörte zur 339. Infanterie-Division, die im Dezember 1940 als Teil der 14. Aufstellungswelle in Thüringen aufgestellt wurde, an der Ostfront eingesetzt war und im November 1943 aufgelöst wurde, als sie in die Korps-Abteilung C eingegliedert wurde.

Haxter erhielt zuvor das Deutsche Kreuz in Gold am 22. Mai 1943, eine Auszeichnung, die am 28. September 1941 von Hitler eingeführt wurde und zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz rangierte. Es wurde für wiederholte Tapferkeitsakte oder herausragende Leistungen im Kampf (typischerweise 6 bis 8 Akte) verliehen. Das Deutsche Kreuz in Gold war kein obligatorischer Zwischenschritt zum Ritterkreuz; beide konnten unabhängig voneinander verliehen werden. Das vorliegende Exemplar wurde von C.F. Zimmermann, Pforzheim (Herstellercode 20) in leichter Fertigung hergestellt. Das Abzeichen hat einen Durchmesser von 65 mm und wurde an der rechten Brusttasche getragen. Es zeigt einen achtzackigen Stern mit einem schwarz emaillierten Hakenkreuz im Zentrum, umgeben von einem goldenen Lorbeerkranz mit “1941” an der Basis. Die zugehörige vorläufige Besitzurkunde trägt die Originalunterschrift von Generalfeldmarschall Keitel.

Haxter war der erste Ritterkreuzträger aus Haltern am See (Nordrhein-Westfalen). Sein vollständiger Nachlass umfasst außerdem das Eiserne Kreuz 1. Klasse (verliehen 19. April 1942) und 2. Klasse (verliehen 15. Februar 1942), drei Stufen des Verwundetenabzeichens (Schwarz nach einer Verwundung am 4. März 1942, Silber nach vier Verwundungen am 28. Februar 1943, Gold nach sechs Verwundungen am 17. April 1943), die Medaille Winterschlacht im Osten (28. Juli 1942), das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber (12. Mai 1942) und die Nahkampfspange in Bronze (17. August 1943). Mehrere Auszeichnungen wurden von Generalmajor Schlemmer unterzeichnet, dem Kommandeur der 134. Infanterie-Division und selbst Ritterkreuzträger.

Nach 1945 wurde das Tragen von NS-Insignien im Nachkriegsdeutschland verboten. 1957 genehmigte die Bundesrepublik Deutschland eine entnazifizierte Ersatzversion des Ritterkreuzes mit einer Eichenlaub-Cluster anstelle des Hakenkreuzes, die von Ritterkreuzträgern des Zweiten Weltkriegs getragen werden konnte. Die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger des Eisernen Kreuzes wurde 1955 in Köln gegründet. Heute sind authentische Ritterkreuze aus der Zeit, insbesondere solche von C.E. Juncker mit der Kennzeichnung L/12, bei Sammlern sehr gesucht, da die Zerstörung der Juncker-Prägestempel 1944 sicherstellte, dass alle überlebenden Exemplare tatsächlich Kriegsverleihungen waren.

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