Kaiserliche Marine 1. Weltkrieg dunkelblauer Kollani und Tellermütze aus dem Nachlass des Obermatrosen «Nendza» als Bootsgast auf «S.M. Yacht Hohenzollern»

Um 1915. Der Kollani ein Eigentumsstück aus dichtem dunkelblauem Stoff mit zwei Reihen gekrönten Ankerknöpfen aus Tombak, seitlich mit zwei Taschen, am Kragen die besonderen weißen Kragenpatten für die Besatzung der Yacht Hohenzollern, am linken Ärmel der Winkel für den Obermatrosen, darüber das Stoffabzeichen für den „Bootsgast der Kaiserlichen Yacht“. Innen teils gefüttert mit feinem schwarzem Tuch, in der Brusttasche eingenäht das Trägeretikett «Nendza».
Die Tellermütze ein Kammerstück von 1915 aus weichem dunkelblauem Stoff, für die kaiserliche Yacht mit weißem Vorstoß (!), komplett mit der Reichskokarde und dem Mützenband mit goldgewebtem Schriftzug «S.M. Yacht Hohenzollern». Innen mit feinem schwarzen Tuchfutter mit Kammerstempel «B.A.W. 6. 3. 15 57». Die Tellermütze leicht getragen, Zustand 2.

Ein äußerst seltenes und schön erhaltenes Ensemble!

Die Stücke stammen aus einer großen  privaten Marinesammlung und wurden von dem Sammler aus dem Nachlass des Obermatrosen gekauft.

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4.500,00

Uniformensemble eines Obermatrosen der S.M. Yacht Hohenzollern, ca. 1915

Dieses außergewöhnlich seltene Uniformensemble aus der Kaiserlichen Marine des Ersten Weltkriegs vereint einen dunkelblauen Kollani (Seemannsjacke) und eine Tellermütze aus dem persönlichen Nachlass des Obermatrosen Nendza, der als Bootsgast auf der kaiserlichen Yacht S.M. Yacht Hohenzollern diente. Beide Stücke stammen aus einer großen privaten Marinesammlung und wurden direkt aus dem Nachlass des Trägers erworben. Sie stellen ein herausragendes Zeugnis kaiserlicher Marinegeschichte und des besonderen Dienstes auf dem persönlichen Schiff Kaiser Wilhelms II. dar.

Die S.M. Yacht Hohenzollern II – Symbol kaiserlicher Seemacht

Die S.M. Yacht Hohenzollern II wurde am 27. Juni 1892 bei der AG Vulcan in Stettin vom Stapel gelassen und am 8. April 1893 in Dienst gestellt. Mit einer Länge von 120 Metern ersetzte sie die ältere Hohenzollern I von 1878 und diente als persönliche Yacht und Aviso (Depeschenschiff) Kaiser Wilhelms II. Von 1893 bis 1914 war sie das schwimmende Repräsentationsinstrument des Deutschen Kaiserreichs, eingesetzt für die jährlichen Nordlandfahrten nach Norwegen, für Staatsbesuche – darunter den Besuch in Großbritannien 1907 – und diplomatische Empfänge, wie etwa während der Kieler Woche 1914. Die Yacht symbolisierte die maritimen Ambitionen und den imperialen Glanz der wilhelminischen Ära wie kaum ein anderes Schiff.

Der Kollani – Eine Jacke mit besonderer Auszeichnung

Der Kollani ist ein Eigentumsstück, also ein privat beschafftes Uniformteil, gefertigt aus dichtem dunkelblauem Wollstoff. Er ist doppelreihig geschnitten und mit zwei Reihen gekrönter Ankerknöpfe aus Tombak (einer Messinglegierung) besetzt – dem Standardknopf der Kaiserlichen Marine. Seitlich befinden sich zwei Taschen, das Innere ist teilweise mit feinem schwarzem Tuch gefüttert. In der Brusttasche ist das Trägeretikett «Nendza» eingenäht, das den Besitzer eindeutig identifiziert.

Von besonderer Bedeutung sind die weißen Kragenpatten, die als spezielles Erkennungszeichen ausschließlich der Besatzung der Yacht Hohenzollern vorbehalten waren. Reguläres Flottenpersonal trug diese Abzeichen nicht. Am linken Ärmel befindet sich der offene Winkel für den Dienstgrad des Obermatrosen (Matrose 1. Klasse) sowie darüber das Stoffabzeichen für den «Bootsgast der Kaiserlichen Yacht», das die spezielle Funktion des Trägers im Bereich der Bootsführung und Decksdienste auf der kaiserlichen Yacht kennzeichnete.

Die Tellermütze – Ein datiertes Kammerstück

Die Tellermütze ist im Gegensatz zum Kollani ein Kammerstück, also ein von der Marineverwaltung ausgegebenes Uniformteil. Sie ist aus weichem dunkelblauem Wollstoff gefertigt und weist den weißen Vorstoß auf, der als besonderes Unterscheidungsmerkmal für den Dienst auf der kaiserlichen Yacht galt – im Gegensatz zu den Standardmützen ohne weiße Paspelierung. Die Mütze trägt die Reichskokarde in den Nationalfarben Schwarz-Weiß-Rot sowie das Mützenband mit dem goldgewebten Schriftzug «S.M. Yacht Hohenzollern».

Im Inneren findet sich ein feines schwarzes Tuchfutter mit dem Kammerstempel «B.A.W. 6. 3. 15 57», der das Stück auf den 6. März 1915 datiert und es damit eindeutig in die Zeit des Ersten Weltkriegs einordnet. Die Uniformvorschriften der Kaiserlichen Marine blieben von 1889 bis 1918 weitgehend stabil, was die stilistische Einheitlichkeit beider Stücke erklärt.

Der Dienst auf der Hohenzollern – Eine Elite-Verwendung

Der Dienst auf der kaiserlichen Yacht galt als besondere Auszeichnung innerhalb der Kaiserlichen Marine. Zu den prominenten Offizieren, die auf der Hohenzollern dienten, zählten Admiral Erich Raeder, der vom 15. September 1910 bis zum 30. September 1912 als Navigationsoffizier an Bord war, Kapitän zur See Oskar Graf von Platen-Hallermund als Kommandant von 1908 bis 1911, Admiral Guido von Usedom als Schiffsmeister von 1902 bis 1904 sowie Kapitän zur See Johannes von Karpf als Kapitän im Jahr 1914. Obermatrose Nendza gehörte als Bootsgast zur Mannschaftsebene dieses besonderen Schiffes und verrichtete dort seine Dienste im Bereich der Bootsführung.

Das Ende der Hohenzollern und das Erbe der Kaiserlichen Marine

Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im November 1918 und der Auflösung der Kaiserlichen Marine endete auch die Geschichte der Hohenzollern. Die Yacht wurde 1919 aus dem Marinedienst gestrichen und 1923 bei den Deutschen Werken in Kiel abgewrackt. Die Uniformen der Kaiserlichen Marine wurden durch jene der Reichsmarine der Weimarer Republik (1919–1935) ersetzt, die wiederum in die Uniformen der Kriegsmarine (1935–1945) übergingen.

Überlebende Uniformstücke der Kaiserlichen Marine, insbesondere solche von Spezialeinheiten wie der Besatzung der kaiserlichen Yacht, wurden zu begehrten historischen Artefakten und Sammlerstücken. Die besonderen weißen Kragenpatten und der weiße Vorstoß der Tellermütze stellen seltene Varianten kaiserlicher Marineinsignien dar, die dieses Ensemble zu einem äußerst seltenen und gut erhaltenen Dokument einer untergegangenen Epoche machen.