Kriegsmarine Ärmelabzeichen Mannschaften Marineartillerielaufbahn

Metallfaden handgestickte Ausführung für die blaue Bluse. Leicht getragen, Zustand 2.
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75,00

Kriegsmarine Ärmelabzeichen Mannschaften Marineartillerielaufbahn

Das Kriegsmarine Ärmelabzeichen für Mannschaften der Marineartillerielaufbahn stellt ein bedeutendes Beispiel der Uniformkennzeichnungen der deutschen Marine während des Zweiten Weltkrieges dar. Diese handgestickten Abzeichen aus Metallfaden wurden auf der blauen Bluse getragen und dienten der schnellen Identifikation der Laufbahnzugehörigkeit eines Seemanns.

Die Kriegsmarine, am 1. Juni 1935 offiziell als Nachfolgerin der Reichsmarine gegründet, etablierte ein umfassendes System von Uniformvorschriften und Kennzeichnungen. Die Anzugordnung für die Kriegsmarine (A.O.) regelte detailliert das Erscheinungsbild der Uniformen und die Trageweise der verschiedenen Abzeichen. Die Laufbahnabzeichen wurden am linken Oberarm getragen und kennzeichneten die berufliche Spezialisierung des Trägers innerhalb der Marine.

Die Marineartillerielaufbahn gehörte zu den wichtigsten Spezialisierungen innerhalb der Kriegsmarine. Angehörige dieser Laufbahn waren für den Betrieb, die Wartung und den Einsatz der gesamten Bordartillerie verantwortlich, von leichten Flugabwehrgeschützen bis zu schweren Schiffsgeschützen. Das Abzeichen zeigte typischerweise gekreuzte Geschützrohre oder ähnliche artilleriebezogene Symbole, die in Metallfaden auf dunkelblauem Tuch gestickt waren.

Die handgestickte Ausführung mit Metallfaden war für Mannschaften und Unteroffiziere vorgesehen und wurde auf der blauen Bluse, der sogenannten Bordbluse, getragen. Diese Bluse war Teil der Arbeits- und Borduniform und wurde im täglichen Dienst an Bord sowie bei bestimmten Landgängen getragen. Die Qualität der Stickerei variierte je nach Hersteller und Herstellungszeitpunkt. Frühe Kriegsjahre zeigten oft eine höhere handwerkliche Qualität, während spätere Produktionen kriegsbedingt manchmal vereinfacht wurden.

Das System der Laufbahnabzeichen wurde bereits in der Kaiserlichen Marine etabliert und von der Reichsmarine übernommen. Die Kriegsmarine führte diese Tradition fort und verfeinerte das System. Neben der Marineartillerielaufbahn existierten zahlreiche weitere Laufbahnen wie Torpedo, Navigation, Nachrichtenwesen, Maschinisten und andere technische Spezialisierungen. Jede Laufbahn hatte ihr eigenes charakteristisches Abzeichen.

Die Trageweise war streng geregelt: Das Abzeichen wurde auf dem linken Oberarm, etwa 10 cm unterhalb der Schulternaht, aufgenäht. Für Mannschaften und Gefreite war die handgestickte Variante auf dunkelblauem Untergrund vorgeschrieben. Unteroffiziere trugen oft ähnliche Abzeichen, wobei ihre Dienstgradabzeichen zusätzlich am Ärmel angebracht waren.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte sowohl durch offizielle Marine-Bekleidungsämter als auch durch private Hersteller. Bekannte Firmen wie BEVO (Barmer Vereinigte Bandweberei) produzierten maschinell gewebte Varianten, während andere Hersteller sich auf handgestickte Qualitätsausführungen spezialisierten. Die hier beschriebene handgestickte Metallfadenausführung deutet auf eine höherwertige Produktion hin, möglicherweise privat beschafft.

Der historische Kontext dieser Abzeichen ist untrennbar mit der Geschichte der Kriegsmarine zwischen 1935 und 1945 verbunden. Die Marine expandierte in diesen Jahren erheblich, von etwa 15.000 Mann im Jahr 1935 auf über 800.000 Mann gegen Kriegsende. Die Standardisierung von Uniformen und Abzeichen war essentiell für die Organisation dieser wachsenden Streitmacht.

Nach dem Kriegsende 1945 wurde die Kriegsmarine aufgelöst, und ihre Uniformen und Abzeichen wurden zu historischen Artefakten. Heute sind solche Laufbahnabzeichen bei Sammlern militärhistorischer Objekte gefragt und dienen als materielle Zeugnisse der Marinegeschichte. Der Zustand “leicht getragen” deutet darauf hin, dass dieses spezifische Abzeichen tatsächlich im Dienst verwendet wurde, was seinen historischen Wert erhöht.

Für die historische Forschung sind solche Objekte wertvoll, da sie Einblicke in die Organisationsstruktur, Handwerkskunst und materielle Kultur der Kriegsmarine bieten. Sie ergänzen schriftliche Quellen und fotografisches Material und helfen, ein vollständigeres Bild des Alltags in der deutschen Marine während dieser Periode zu zeichnen.