Luftwaffe - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Oberst Hubertus Hitschhold

es handelt sich um eine Feldpostkarte mit aufgeklebtem Foto aus einer Zeitung, darunter mit sehr schöner Tintensignatur " Hitschhold, Oberst. ", als Feldpost am 18.9.1944 an Helmut Ludwig gelaufen, Zustand 2.
Hubertus Hitschhold bekam als Kommandeur der I./Stuka-Geschwader 2 am 21.7.1940 das Ritterkreuz und am 31.12.1941 das 57. Eichenlaub verliehen.
Auflösung der Ritterkreuzautographen-Sammlung des Hitlerjungen Helmut Ludwig in Marburg an der Lahn. Er hat viele Autographen in einem Sammelbuch sauber eingeklebt und einige Soldaten mehrfach angeschrieben.

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Luftwaffe - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Oberst Hubertus Hitschhold

Diese Feldpostkarte mit der Originalunterschrift von Oberst Hubertus Hitschhold stellt ein bemerkenswertes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs dar. Das Dokument, datiert auf den 18. September 1944, gehörte zur umfangreichen Autographensammlung des Hitlerjungen Helmut Ludwig aus Marburg an der Lahn und bietet einen faszinierenden Einblick in die Sammelkultur jener Zeit sowie in die Verehrung militärischer Helden im nationalsozialistischen Deutschland.

Hubertus Hitschhold (1912-1980) war einer der bedeutendsten Sturzkampffliegerpiloten der Luftwaffe. Als Kommandeur der I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 2 “Immelmann” zeichnete er sich während der Westfeldzüge besonders aus. Am 21. Juli 1940 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen, eine der höchsten militärischen Auszeichnungen des Dritten Reichs. Seine weitere Karriere führte zur Verleihung des Eichenlaubes zum Ritterkreuz am 31. Dezember 1941, womit er der 57. Soldat der Wehrmacht war, der diese Auszeichnung erhielt. Hitschhold flog über 900 Feindflüge und überlebte den Krieg, was ihn zu einem der erfahrensten Sturzkampffliegerpiloten machte.

Die Feldpostkarte selbst repräsentiert ein wichtiges Element der militärischen Kommunikation während des Zweiten Weltkriegs. Das Feldpostsystem ermöglichte es Soldaten an der Front, mit der Heimat in Kontakt zu bleiben, ohne dass Porto bezahlt werden musste. Diese Karten wurden mit speziellen Feldpostnummern versehen, die aus Sicherheitsgründen die genauen Standorte der Einheiten verschleierten. Das aufgeklebte Zeitungsfoto auf dieser Karte war eine gängige Praxis bei Autogrammsammlern, die versuchten, ihre Sammlungen mit visuellen Elementen zu bereichern.

Die Praxis des Autographensammelns von Ritterkreuzträgern war während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland weit verbreitet, besonders unter Mitgliedern der Hitlerjugend. Diese Sammeltätigkeit war Teil der nationalsozialistischen Propaganda, die militärische Erfolge und ihre Träger glorifizierte. Junge Menschen wie Helmut Ludwig schrieben systematisch an ausgezeichnete Soldaten und baten um Autogramme, oft begleitet von Fotos oder Presseausschnitten. Die sorgfältige Pflege solcher Sammlungen, wie die Beschreibung nahelegt, zeigt die methodische Herangehensweise vieler Sammler.

Das Sturzkampfgeschwader 2 “Immelmann”, in dem Hitschhold diente, war eine der bekanntesten Stuka-Einheiten der Luftwaffe. Benannt nach dem Ersten Weltkrieg-Fliegerass Max Immelmann, spielte das Geschwader eine wichtige Rolle in den frühen Kriegsjahren, insbesondere während des Frankreichfeldzugs 1940 und beim Angriff auf die Sowjetunion 1941. Die Junkers Ju 87 “Stuka” wurde zum Symbol der deutschen Blitzkrieg-Taktik, obwohl ihre Verwundbarkeit gegenüber modernen Jägern später offensichtlich wurde.

Der Zeitpunkt der Feldpostkarte, September 1944, fällt in eine kritische Phase des Krieges. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Deutschland bereits in einer aussichtslosen strategischen Lage. Die Westalliierten hatten Frankreich befreit, während an der Ostfront die Rote Armee unaufhaltsam vorrückte. Die Luftwaffe hatte ihre Luftüberlegenheit längst verloren und kämpfte unter zunehmend schwierigeren Bedingungen. Dass selbst in dieser Zeit noch Autogrammkarten verschickt wurden, zeigt die Aufrechterhaltung bestimmter Routinen trotz der militärischen Realität.

Die Erhaltung und Sammlung solcher historischen Dokumente wirft wichtige Fragen über den Umgang mit militärischer Erinnerungskultur auf. Während diese Objekte unbestreitbare historische Quellen darstellen, die Aufschluss über Kommunikation, Propaganda und Alltagskultur im Dritten Reich geben, müssen sie im Kontext des verbrecherischen Regimes betrachtet werden, dem sie entstammen. Moderne Sammler und Historiker behandeln solche Artefakte als Bildungsobjekte, die helfen, die Mechanismen totalitärer Herrschaft zu verstehen.

Die Tatsache, dass diese Karte Teil einer aufgelösten Sammlung ist, reflektiert ein häufiges Schicksal solcher privaten Archive. Viele Sammler oder deren Erben entscheiden sich aus verschiedenen Gründen, diese Materialien zu veräußern. Dies führt zur Zerstreuung ursprünglich zusammenhängender Sammlungen, wobei einzelne Stücke ihren Kontext verlieren können. Für Historiker und Archivare stellt dies eine Herausforderung dar, da der dokumentarische Wert oft in der Gesamtheit einer Sammlung liegt.

Zusammenfassend bietet diese Feldpostkarte mit Hitschholds Unterschrift einen wertvollen Einblick in mehrere Aspekte der deutschen Geschichte des Zweiten Weltkriegs: die militärische Auszeichnungspraxis, die Rolle der Propaganda bei der Heldenverehrung, die Feldpostkommunikation und die Sammelkultur der Kriegszeit. Sie dient als greifbares Verbindungsstück zu einer dunklen Periode der Geschichte und ermöglicht es nachfolgenden Generationen, diese Zeit durch authentische Objekte zu studieren und zu verstehen.