Wehrmacht : großer Ordensnachlass aus dem Besitz von Generalmajor Konrad von Alberti

Große Ordensschnalle mit 11 Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 1914 2. Klasse mit aufgelegter Wiederholungsspange "1939" in reduzierter Form. Medaille Winterschlacht im Osten. 
Württemberg Militär-Verdienstorden Ritterkreuz, Silber vergoldet, beidseitig fein emailliert. Württemberg Friedrichs-Orden Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern, Silber, die Auflagen vergoldet. Dazu das leere Verleihungsetui anbei. Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914-1918. Österreich Militär-Verdienstorden Kreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration. Wehrmacht Dienstauszeichnungen für XXV Jahre und für 12 Jahre mit 2 aufgelegten Bandadlern. Medaille zur Erinnung an den 1. Oktober 1938. Italien silberne Tapferkeitsmedaille "Al Valore Militare", rückseitig ohne Gravur. Dazu die passende Feldspange. 
Eisernes Kreuz 1914 1 Klasse, leicht gewölbte Ausführung auf Silberplatte, rückseitig "925" Silber gestempelt. Dazu die Wiederholungsspange "1939" 1. Klasse aus Feinzink versilbert. Eine weitere Wiederholungsspange "1939" 2. Klasse am Band für die Feldbluse.  Kriegsverdienstkreuz 1939 1. Klasse mit Schwertern, Buntmetall versilbert. Infanteriesturmabzeichen in Silber, Buntmetall hohlgeprägt. Verwundetenabzeichen 1939 in Schwarz, Eisen, rückseitig Hersteller "32". 2 ungetragene WH Dienstauszeichnungen für 4 und 18 Jahre, mit Bändern. Dazu die Verleihungstüte "Dienst-auszeichnung I. Klasse" (befindet sich auf der Ordensschnalle. Kroatien Orden von König Zvonimir Kommandeurkreuz mit Kriegsdekoration, am Halsband. Dazu ein Paar Kragenspiegel und Schulterstücke als Generalmajor sowie 2 Erkennungsmarken "Stb. II./J.R. 50 Nr. 67" und "St. III./JR. 284 Nr. 64". Alle Teile leicht getragen in gutem bis sehr gutem Zustand.
Dazu noch eine Ehrenblattspange des Heeres Ausführung 1957 mit kleiner Schachtel.

Konrad von Alberti war im 1. Weltkrieg Leutnant im Königl. Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga Nr. 119. In der Wehrmacht ab 1935 Instrukteur an der Kriegsakademie, im Januar 1937 Beförderung zum Oberstleutnant. Von Oktober 1937 bis 24. September 1939 Kommandeur II. Btl. Infanterie-Regiment 50, danach Kommandeur des Infanterie-Regiment 283, Am 1. November 1939 Beförderung zum Oberst , ab November 1939 bis Juli 1941 Feldkommandant 580, danach bis Mai 1942 Feldkommandant 240. Ab 20. Juni 1942 Kommandeur Infanterie-Regiment 179 bi zu seiner Verwundung Anfang Januar 1943. Beförderung am 1. April 1943 zum Generalmajor, und bis 16. Mai 1943 zur Besonderen Verfügung im Hauptquartier Heeresgruppe Süd. Am 16. Mai 1943 Kommandeur der 246. Infanterie-Division bis 12. September 1943. Danach bis Juli 1944 Einsatz im Heimatkriegsgebiet. Am 18. Juli 1944 bis 30. September 1944 als Chef des Divisionsverbindungskommandos 182 in der Italienischen Sozialrepublik RSI. Ab 1. November 1944 bis 26.3.1945 Kommandeur des Kampfgebiets XII Süd. Zuletzt von 26. März bis 5. Mai 1945 Kommandeur der "Kampfgruppe von Alberti", am 5. Mai 1945 in Kriegsgefangenschaft, Entlassung 1947. Anbei ein Ausdruck seiner militärischen Biographie.

Der Nachlass ist 100% zusammengehörig und in allen Teilen original, es wurde nichts nach 1945 hinzugefügt, wir konnten den Nachlass direkt aus der Familie erwerben.
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Wehrmacht : großer Ordensnachlass aus dem Besitz von Generalmajor Konrad von Alberti

Der Ordensnachlass des Generalmajors Konrad von Alberti stellt ein bemerkenswertes Zeugnis einer militärischen Laufbahn dar, die sich über zwei Weltkriege erstreckte und vom Königlich Württembergischen Heer bis zur Wehrmacht des Dritten Reiches reichte. Als vollständig erhaltene und direkt aus der Familie erworbene Sammlung bietet dieser Nachlass einen seltenen, unverfälschten Einblick in das Auszeichnungswesen eines deutschen Offiziers, der vom Leutnant im Ersten Weltkrieg bis zum Generalmajor und Divisionskommandeur im Zweiten Weltkrieg aufstieg.

Biographischer Hintergrund

Konrad von Alberti wurde am 17. Juli 1894 in Stuttgart geboren. Seine militärische Karriere begann im Ersten Weltkrieg als Leutnant im Königlich Württembergischen Grenadier-Regiment Königin Olga Nr. 119. In der Wehrmacht diente er ab 1935 zunächst als Instrukteur an der Kriegsakademie. Im Januar 1937 erfolgte die Beförderung zum Oberstleutnant. Von Oktober 1937 bis zum 24. September 1939 kommandierte er das II. Bataillon des Infanterie-Regiments 50, danach übernahm er das Kommando über das Infanterie-Regiment 283. Am 1. November 1939 wurde er zum Oberst befördert.

Es folgten Einsätze als Feldkommandant 580 (November 1939 bis Juli 1941) und Feldkommandant 240 (Juli 1941 bis Mai 1942). Ab dem 20. Juni 1942 führte von Alberti das Infanterie-Regiment 179, bis er Anfang Januar 1943 verwundet wurde. Die Beförderung zum Generalmajor erfolgte am 1. April 1943. Vom 16. Mai bis zum 12. September 1943 kommandierte er die 246. Infanterie-Division. Vom 18. Juli bis 30. September 1944 war er als Chef des Divisionsverbindungskommandos 182 in der Italienischen Sozialrepublik (RSI) eingesetzt. Von November 1944 bis März 1945 kommandierte er das Kampfgebiet XII Süd, bevor er schließlich vom 26. März bis zum 5. Mai 1945 die nach ihm benannte Kampfgruppe von Alberti führte. Am 5. Mai 1945 geriet er in Kriegsgefangenschaft und wurde 1947 entlassen. Er verstarb am 1. August 1967.

Die württembergischen Auszeichnungen

Besonders hervorzuheben sind die württembergischen Orden, die von Albertis Dienst im Ersten Weltkrieg dokumentieren. Der Württembergische Militär-Verdienstorden, dessen Ursprünge auf den 1759 gestifteten Militär-Carls-Orden zurückgehen und der 1799 neu begründet wurde, wurde in den Klassen Großkreuz, Komtur und Ritterkreuz verliehen. Das hier vorliegende Ritterkreuz in Silber vergoldet mit beidseitiger feiner Emaillierung wurde für Tapferkeit im Kriege oder 25 Jahre treue Dienste im Frieden vergeben. Der Friedrichs-Orden in seinem zweiten Modell, hier als Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern in Silber mit vergoldeten Auflagen, wurde für militärisches Verdienst verliehen, wobei die Schwerter ab 1870 als Kennzeichnung für Kriegsverdienste hinzugefügt wurden.

Auszeichnungen des Zweiten Weltkrieges

Die Sammlung umfasst zentrale Wehrmacht-Auszeichnungen, die verschiedene Aspekte von Albertis Dienst widerspiegeln. Das Eiserne Kreuz 1914 1. Klasse in leicht gewölbter Ausführung auf Silberplatte mit rückseitigem “925”-Stempel wurde durch die Wiederholungsspange “1939” ergänzt, was die erneute Bewährung im Zweiten Weltkrieg dokumentiert. Das Infanteriesturmabzeichen in Silber, am 20. Dezember 1939 gestiftet und mit geschätzten 500.000 Verleihungen eine weit verbreitete Auszeichnung, wurde an nicht-motorisierte Infanterie- und Gebirgstruppen vergeben, die an mindestens drei verschiedenen Kampftagen nach dem 1. Januar 1940 an Infanterieangriffen teilgenommen hatten.

Das Verwundetenabzeichen 1939 in Schwarz, rückseitig mit der Herstellermarke “32” des Wiener Herstellers W. Hobacher versehen, dokumentiert von Albertis Verwundung Anfang Januar 1943. Die schwarze Stufe wurde für ein bis zwei Verwundungen verliehen. Die Ehrenblattspange des Heeres, am 30. Januar 1944 gestiftet, wurde an Soldaten verliehen, die in das Ehrenblatt des Deutschen Heeres für besondere Tapferkeit eingetragen worden waren – eine Auszeichnung, die über dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, aber unter dem Ritterkreuz angesiedelt war. Von den bekannten rund 4.547 Verleihungen entfielen 167 auf Angehörige der Waffen-SS.

Ausländische Auszeichnungen

Der Kroatische Orden von König Zvonimir als Kommandeurkreuz mit Kriegsdekoration am Halsband erklärt sich durch von Albertis Einsatz in der Italienischen Sozialrepublik. Der am 17. Mai 1941 von Ante Pavelić gestiftete Orden wurde für zivile und militärische Verdienste verliehen und konnte in fünf Klassen sowie drei Medaillengraden auch an Ausländer, darunter Wehrmacht-Angehörige, vergeben werden. Die Beifügung von Eichenlaub oder Schwertern kennzeichnete dabei Kriegsverdienste. Die italienische silberne Tapferkeitsmedaille “Al Valore Militare”, 1833 gestiftet, wurde für hervorragende Tapferkeit an Militärangehörige verliehen und im Rahmen der deutsch-italienischen Zusammenarbeit im Zweiten Weltkrieg auch an ausgewählte deutsche Offiziere vergeben.

Nachkriegsrechtliche Bedeutung

Die im Nachlass enthaltene Ehrenblattspange des Heeres in der Ausführung von 1957 ist ein bedeutsames Zeugnis der bundesdeutschen Nachkriegsgesetzgebung. Gemäß dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 durften viele Auszeichnungen des Zweiten Weltkrieges in entnazifizierter Form – ohne nationalsozialistische Symbole – getragen werden. Bei der Ehrenblattspange ersetzten gekreuzte Schwerter das Hakenkreuz. Die Existenz dieses Stückes belegt, dass von Alberti von seinem Recht Gebrauch machte, seine Auszeichnungen in der Bundesrepublik Deutschland zu tragen.

Bedeutung für Sammler

Dieser Nachlass ist aus mehreren Gründen von besonderem Sammlerwert: Er ist zu 100 Prozent zusammengehörig und seit 1945 unverändert geblieben, ohne spätere Ergänzungen. Die direkte Herkunft aus der Familie garantiert die Provenienz. Die Kombination württembergischer, deutscher, österreichischer, kroatischer und italienischer Auszeichnungen mit persönlichen Gegenständen wie Kragenspiegeln, Schulterstücken eines Generalmajors und zwei Erkennungsmarken – “Stb. II./J.R. 50 Nr. 67” und “St. III./JR. 284 Nr. 64” – ermöglicht eine lückenlose Dokumentation einer bemerkenswerten militärischen Laufbahn.

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