Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Erinnerungsplakette - " Zur Erinnerung an die Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt 19. Mai 1935 - Der Präsident des DDAC "
Die vorliegende nichttragbare Erinnerungsplakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) dokumentiert ein bedeutendes Ereignis der nationalsozialistischen Infrastrukturpolitik: die Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt-Darmstadt am 19. Mai 1935. Diese vergoldete Zinkplakette, die auf einer Holzplatte montiert und mit einer Wandhalterung versehen ist, repräsentiert die enge Verflechtung zwischen dem NS-Regime, der Automobilkultur und der propagandistischen Darstellung technischer Errungenschaften im Dritten Reich.
Der DDAC wurde 1933 durch die Gleichschaltung des bis dahin existierenden Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) geschaffen. Unter der Führung des Korpsführers Adolf Hühnlein, der gleichzeitig das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) leitete, wurde der DDAC zu einer wichtigen Organisation im nationalsozialistischen Staat. Die Organisation hatte nicht nur die Aufgabe, die Interessen der Kraftfahrer zu vertreten, sondern diente vor allem der ideologischen Durchdringung der Automobilkultur und der Mobilisierung der Bevölkerung für die NS-Ziele.
Das Reichsautobahnprojekt war eines der prestigeträchtigsten Vorhaben des NS-Regimes. Obwohl die Planungen bereits in der Weimarer Republik begonnen hatten, instrumentalisierte Adolf Hitler das Projekt nach der Machtergreifung 1933 geschickt für propagandistische Zwecke. Die Autobahnen sollten nicht nur die Motorisierung Deutschlands fördern und Arbeitsplätze schaffen, sondern auch die vermeintliche Tatkraft und Modernität des neuen Regimes demonstrieren. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt, war für die Planung und den Bau verantwortlich.
Die Teilstrecke Frankfurt-Darmstadt war Teil der frühen Ausbauphase des Reichsautobahnnetzes. Die erste Autobahn war bereits am 19. Mai 1935 zwischen Frankfurt und Darmstadt fertiggestellt worden - interessanterweise genau das Datum, das auf der vorliegenden Plakette vermerkt ist. Diese Strecke war Teil der wichtigen Nord-Süd-Verbindung durch Deutschland und verband zwei bedeutende Städte in Hessen.
Solche Erinnerungsplaketten wurden vom DDAC zu verschiedenen Anlässen herausgegeben. Sie dienten mehreren Zwecken: Erstens sollten sie die Teilnahme an oder die Verbundenheit mit wichtigen Ereignissen dokumentieren. Zweitens fungierten sie als Propagandainstrumente, die die Errungenschaften des Regimes im privaten und öffentlichen Raum sichtbar machten. Drittens stärkten sie die Bindung der Mitglieder an die Organisation und das NS-System.
Die Gestaltung als nichttragbare Wandplakette unterscheidet dieses Objekt von tragbaren Abzeichen und Medaillen. Mit ihren Maßen von 105 x 140 mm auf einer 130 x 162 mm großen Holzplatte war sie für die dauerhafte Präsentation in Wohnungen, Büros oder Vereinsräumen konzipiert. Die Verwendung von vergoldetem Zink als Material war typisch für die Zeit - es ermöglichte eine repräsentative Optik bei überschaubaren Kosten und war einfach in größeren Stückzahlen zu produzieren.
Die Inschrift “Der Präsident des DDAC” verweist auf die hierarchische Struktur der Organisation und verleiht dem Stück offiziellen Charakter. Sie sollte den Empfänger ehren und gleichzeitig die Autorität der ausgebenden Institution unterstreichen. Solche Plaketten wurden vermutlich an verdiente Mitglieder, Funktionäre, teilnehmende Organisationen oder bei der Eröffnungszeremonie anwesende Persönlichkeiten verliehen.
Aus heutiger Sicht sind solche Objekte wichtige historische Dokumente. Sie illustrieren die allgegenwärtige Durchdringung des Alltags durch NS-Symbolik und die Instrumentalisierung technischer Fortschritte für propagandistische Zwecke. Das Reichsautobahnprojekt, das oft als rein ziviles Infrastrukturvorhaben dargestellt wurde, hatte auch strategische militärische Bedeutung für die spätere Kriegsführung, auch wenn diese Funktion in der zeitgenössischen Propaganda nicht offen kommuniziert wurde.
Die Erhaltung solcher Memorabilia ist für die historische Forschung von Bedeutung, da sie Einblicke in die Erinnerungskultur, die Organisationsstrukturen und die Selbstdarstellung des NS-Regimes gewähren. Sie sind materielle Zeugnisse einer Zeit, in der selbst technische Errungenschaften ideologisch aufgeladen und für politische Zwecke instrumentalisiert wurden.