Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Mitgliedsabzeichen

1. Form, an langer Nadel, rückseitig : GES.GESCH., Zustand 2.

479225
€ 15,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Mitgliedsabzeichen

Das Mitgliedsabzeichen des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser (DRKB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Veteranenorganisationen der Weimarer Republik und der frühen NS-Zeit dar. Der Kyffhäuserbund, wie er umgangssprachlich genannt wurde, war die größte Vereinigung ehemaliger Soldaten in Deutschland zwischen 1900 und 1943.

Der Deutsche Reichskriegerbund wurde am 8. Februar 1900 in Berlin gegründet, als Zusammenschluss verschiedener regionaler Krieger- und Veteranenvereine. Die Namensgebung bezog sich auf das Kyffhäuser-Denkmal in Thüringen, das zwischen 1890 und 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. errichtet worden war und zum Symbol der deutschen Einigung und militärischen Tradition wurde. Die Organisation verstand sich als überparteilicher Verband zur Pflege des Andenkens an die deutschen Einigungskriege von 1864, 1866 und 1870/71.

Das vorliegende Abzeichen trägt die rückseitige Prägung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt), was darauf hinweist, dass das Design markenrechtlich geschützt war. Diese Kennzeichnung war in der Zeit zwischen 1900 und 1945 üblich und sollte die Herstellung von Fälschungen verhindern. Die Befestigung erfolgte mittels einer langen Nadel, was typisch für die frühen Formen dieser Abzeichen war, die am Zivilanzug oder an der Veteranenuniform getragen wurden.

In der Weimarer Republik (1918-1933) erlebte der Kyffhäuserbund einen erheblichen Mitgliederzuwachs. Nach dem Ersten Weltkrieg schlossen sich Hunderttausende demobilisierter Soldaten der Organisation an. Im Jahr 1922 zählte der Bund bereits über 2 Millionen Mitglieder, 1930 erreichte die Mitgliederzahl ihren Höhepunkt mit etwa 2,8 Millionen. Der Bund organisierte sich in Landesverbänden, Kreisverbänden und örtlichen Kriegervereinen.

Das Mitgliedsabzeichen diente als sichtbares Erkennungszeichen der Zugehörigkeit zum Bund. Es wurde typischerweise bei Veteranentreffen, Gedenkfeiern, Paraden und anderen öffentlichen Anlässen getragen. Die erste Form des Abzeichens, wie in der Objektbeschreibung erwähnt, bezieht sich auf die frühen Designs, die seit der Gründung des Bundes verwendet wurden. Diese frühen Versionen unterscheiden sich in Material und Gestaltung von späteren Ausgaben.

Während der Weimarer Republik vertrat der Kyffhäuserbund zunächst eine monarchistisch-konservative Grundhaltung und stand der Republik skeptisch gegenüber. Die Organisation pflegte ein traditionelles Soldatenbild und betonte die Kameradschaft sowie die Treue zu Kaiser und Reich. Politisch war der Bund einflussreich und wurde von verschiedenen politischen Strömungen umworben.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde auch der Kyffhäuserbund gleichgeschaltet. Im März 1933 wurde der Bund in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert. Die Führung wurde mit regimetreuen Funktionären besetzt, und die Organisation wurde zum NS-Reichskriegerbund Kyffhäuser umbenannt. Die eigenständige Tradition und die ursprünglichen Vereinsziele traten zunehmend in den Hintergrund zugunsten der NS-Ideologie.

Ab 1938 wurde der Kyffhäuserbund faktisch in den NS-Reichskriegerbund (NSRKB) überführt, verlor dabei seine organisatorische Eigenständigkeit weitgehend. Die Mitgliedsabzeichen aus dieser Zeit zeigen oft eine Vermischung traditioneller Kyffhäuser-Symbolik mit NS-Emblemen. 1943 wurde die Organisation schließlich vollständig aufgelöst, da ihre Funktion durch andere NS-Organisationen übernommen wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Verwendung der Abzeichen des DRKB zunächst problematisch, da die Organisation mit dem NS-Regime verbunden war. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1952 der Kyffhäuserbund e.V. als Verband der Reservisten neu gegründet, der sich auf die demokratischen Traditionen der Veteranenvereinigungen berief, aber bewusst von der NS-Vergangenheit abgrenzte.

Heute sind originale Mitgliedsabzeichen des DRKB gesuchte Sammlerstücke, die die Geschichte der deutschen Veteranenbewegung dokumentieren. Sie werden in militärhistorischen Sammlungen bewahrt und helfen, die komplexe Geschichte der Soldatenvereinigungen vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis zur NS-Zeit zu verstehen. Das vorliegende Exemplar in Zustand 2 (entsprechend gut erhalten) ist ein authentisches Zeugnis dieser Epoche.