Finnland Tapferkeitsmedaille in Bronze 1941
Die Vapaudenmitali 2. luokka (Freiheitsmedaille 2. Klasse) mit der Jahreszahl 1941 auf der Rückseite stellt eine bedeutende Auszeichnung aus der dramatischen Phase des Fortsetzungskrieges (25. Juni 1941 bis 27. April 1945) dar, in dem Finnland an der Seite Deutschlands gegen die Sowjetunion kämpfte, um die im Winterkrieg verlorenen Gebiete zurückzugewinnen. Diese bronzene Medaille gehört zum Orden des Freiheitskreuzes (Vapaudenristin ritarikunta), einer der bedeutendsten militärischen Auszeichnungen Finnlands, und wurde Militärangehörigen für Tapferkeit und herausragende Verdienste um die Verteidigungsstreitkräfte verliehen.
Der Orden des Freiheitskreuzes wurde ursprünglich während des finnischen Befreiungskrieges beziehungsweise Bürgerkrieges im Jahr 1918 geschaffen. Auf Initiative von General C.G.E. Mannerheim beschloss der finnische Senat am 4. März 1918 die Gründung des Ordens. Nach dem Ende des Konflikts wurde die Auszeichnung 1919 eingestellt, doch die dramatischen Ereignisse des Winterkrieges führten am 8. Dezember 1939 zu seiner Wiederbelebung. Am 16. Dezember 1940 wurde der Orden schließlich durch ein Dekret dauerhaft als Orden wiederhergestellt. Die am 18. August 1944 von Präsident Mannerheim ratifizierten Statuten bleiben bis heute in Kraft.
Das Ordensystem umfasst insgesamt zehn Klassen: das Großkreuz, das Freiheitskreuz 1. Klasse mit Stern, das Freiheitskreuz der 1. bis 4. Klasse, die Freiheitsmedaille 1. und 2. Klasse sowie die Verdienstmedaille 1. und 2. Klasse. Die Freiheitsmedaille 2. Klasse nimmt dabei den neunten Rang innerhalb dieser Hierarchie ein. Die auf der Rückseite eingeprägte Jahreszahl entspricht dabei dem Jahr des Konflikts, für den die Auszeichnung verliehen wurde – Medaillen mit der Jahreszahl 1939 wurden für den Winterkrieg (November 1939 bis März 1940) vergeben, während die mit 1941 datierten Exemplare für den Fortsetzungskrieg (1941-1945) bestimmt waren.
Die Freiheitsmedaille wurde an Militärpersonal, insbesondere Unteroffiziere und Mannschaften, für militärische Tapferkeit und herausragende Verdienste um die Verteidigungsstreitkräfte verliehen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Auszeichnungen in großer Zahl vergeben, teilweise aufgrund eines Befehls von Marschall Mannerheim, dass verwundete Soldaten für ihr Opfer ausgezeichnet werden sollten, da Finnland keine separate Verwundetenauszeichnung besitzt. Die Medaille konnte während des Krieges auch an Zivilisten verliehen werden, und sowohl finnische Staatsbürger als auch Ausländer waren anspruchsberechtigt. Ein dokumentiertes Beispiel ist der deutsche Obergefreite Johann Laux, der die Medaille 1941 erhielt, was die Praxis belegt, dass deutsche Soldaten, die an der Seite finnischer Streitkräfte kämpften, die Auszeichnung ebenfalls erhalten konnten.
Die vorliegende Medaille zeigt die charakteristische Gestaltung des Designers Akseli Gallen-Kallela, der altnordische Fylfot-Symbole in sein Konzept integrierte. Die kreisrunde Bronzemedaille weist einen Durchmesser von etwa 29 bis 30 Millimetern auf. Auf der Vorderseite ist der gekrönte finnische Löwe dargestellt, der ein Schwert hält, flankiert von zwei weißen Rosen Finnlands. Die Inschrift lautet “URHEUDESTA FÖR TAPPERHET” (“Für Tapferkeit” auf Finnisch und Schwedisch), was die zweisprachige Natur des finnischen Staates widerspiegelt. Die Rückseite trägt die Inschrift “SUOMEN KANSALTA 1941” (“Vom finnischen Volk 1941”) innerhalb eines kreisförmigen Lorbeerkranzes. Die Medaille wird an einem blauen Band mit schmalen weißen Streifen nahe den Rändern getragen.
Ein durch ein Dekret vom 18. August 1944 ermöglichter wichtiger Schritt erweiterte die Verleihungsmöglichkeiten des Ordens, sodass Auszeichnungen nicht nur während des Krieges, sondern auch in Friedenszeiten verliehen werden konnten. Der Orden ist bis heute aktiv und wird weiterhin vom Präsidenten Finnlands verliehen, der als Großmeister des Ordens und Oberbefehlshaber der finnischen Verteidigungsstreitkräfte fungiert. Typischerweise erfolgen Verleihungen am Flaggentag der finnischen Verteidigungsstreitkräfte (4. Juni) und am Unabhängigkeitstag (6. Dezember). Seit 1998 können Auszeichnungen für internationale militärische Einsätze und seit 2008 auch für militärische Verdienste in Friedenszeiten verliehen werden. Gegenwärtig werden etwa 6.000 Auszeichnungen aller Klassen pro Jahr vergeben, was die anhaltende Bedeutung des Ordens für das finnische Militärwesen unterstreicht.