Hundert Jahre Braunschweigische Husaren - Geschichte des Braunschweigischen Husarenregiments Nr. 17 Band 1 und 2, plus Kartenschuber

Originalausgabe von 1909 mit beiliegenden Karten im Extraschuber.
1. Teil: Von der Errichtung der Schwarzen Schar 1809 bis zum Frühjahr 1870, Autor Graf von Schlieffen-Wioska. 370 Seiten.
2. Teil: Von der Mobilmachung 1870 bis zum Jahre 1909, Autor Mackensen von Alsfeld, 265 Seiten.
Leinen Einband, Totenkopf in Silberprägung auf dem Buchdeckel. Mit zahlreichen Abbildungen in s/w und einige in Farbe, Übersichtskarten im Anhang.
Druck und Verlag Georg Westermann in Braunschweig.In beiden Bänden mit eigenhändiger Tintengeschenksignatur " Der Fachbibliothek gestiftet vom Braunschweigischen Husaren-Regiment No. 17
Braunschweig, 12.April 1909... Frhr. v. Humboldt, Oberst und Regiments-Kommandant. 
Zustand 2-
504625
450,00

Hundert Jahre Braunschweigische Husaren - Geschichte des Braunschweigischen Husarenregiments Nr. 17 Band 1 und 2, plus Kartenschuber

Das vorliegende zweibändige Werk "Hundert Jahre Braunschweigische Husaren" stellt ein bedeutendes militärhistorisches Dokument dar, das die Geschichte des Braunschweigischen Husarenregiments Nr. 17 von seiner legendären Gründung bis zum Jahr 1909 dokumentiert. Diese Originalausgabe von 1909 wurde anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der berühmten Schwarzen Schar herausgegeben und verkörpert sowohl in ihrer Ausführung als auch in ihrem Inhalt die militärische Tradition und den Korpsgeist dieser außergewöhnlichen Einheit.

Die Geschichte des Regiments beginnt mit einem der dramatischsten Kapitel der Napoleonischen Kriege. Im Jahr 1809 formierte Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig, auch bekannt als der “Schwarze Herzog”, die Schwarze Schar - ein Freikorps, das sich dem Kampf gegen die französische Besatzung verschrieben hatte. Die schwarzen Uniformen, getragen als Zeichen der Trauer um das besetzte Vaterland, wurden zum Symbol des Widerstands. Das Regiment führte das charakteristische Totenkopf-Emblem, das sich auch auf dem Einband dieses Werkes als Silberprägung findet - ein Symbol, das noch heute zu den bekanntesten militärischen Abzeichen der deutschen Geschichte gehört.

Der erste Band, verfasst von Graf von Schlieffen-Wioska, umfasst die Jahre 1809 bis 1870 und schildert auf 370 Seiten die dramatische Entstehungsgeschichte und den legendären Zug der Schwarzen Schar von Böhmen über Westfalen bis zur Nordseeküste, wo sie sich nach England einschifften. Nach der Befreiung von der napoleonischen Herrschaft wurde das Korps in die reguläre braunschweigische Armee integriert und nahm an den Befreiungskriegen teil. Das Regiment kämpfte in der Schlacht bei Waterloo 1815, wo Herzog Friedrich Wilhelm fiel, und entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer angesehenen Kavallerie-Einheit.

Der zweite Band von Mackensen von Alsfeld behandelt den Zeitraum von der Mobilmachung 1870 bis 1909 auf 265 Seiten. Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 markierte einen Wendepunkt in der deutschen Militärgeschichte. Das Regiment nahm an entscheidenden Schlachten teil und wurde nach der Reichsgründung als Husarenregiment Nr. 17 in die preußische Armee eingegliedert, behielt aber seine braunschweigische Identität und Traditionen. Die Beschreibung der friedensmäßigen Entwicklung, der Ausbildung, des Garnisonslebens und der technischen Modernisierung der Kavallerie macht diesen Band zu einer wertvollen Quelle für die Militärgeschichte des Kaiserreichs.

Die bibliophile Qualität des Werkes spiegelt die Bedeutung wider, die man dieser Jubiläumsausgabe beimaß. Der Leineneinband mit Totenkopf-Silberprägung, die zahlreichen Schwarz-Weiß-Abbildungen und Farbillustrationen sowie die im separaten Schuber beiliegenden Übersichtskarten dokumentieren die Feldzüge und Garnisonen des Regiments. Der Verlag Georg Westermann in Braunschweig war bekannt für hochwertige historische und militärische Publikationen.

Besonders bemerkenswert ist die handschriftliche Widmung vom 12. April 1909 des damaligen Regimentskommandeurs Freiherr von Humboldt, Oberst und Regiments-Kommandant. Solche Stiftungen an die Fachbibliothek waren Teil der militärischen Bildungskultur des Kaiserreichs. Regimentsgeschichten dienten nicht nur der Traditionsbildung, sondern auch der taktischen und operativen Ausbildung junger Offiziere, die aus den Erfahrungen ihrer Vorgänger lernen sollten.

Die Autoren beider Bände gehörten zum Offizierskorps und verfügten über Zugang zu Regimentsakten, Kriegstagebüchern und Zeitzeugenberichten. Ihre Darstellung folgt der zeitgenössischen militärhistorischen Methodik, die Wert auf detaillierte Schilderungen von Gefechten, Märschen und organisatorischen Entwicklungen legte. Gleichzeitig vermitteln diese Werke Einblicke in die Mentalität, die Ehrvorstellungen und die soziale Struktur des preußisch-deutschen Offizierskorps vor dem Ersten Weltkrieg.

Regimentsgeschichten wie diese sind heute unverzichtbare Quellen für die Erforschung der Militärgeschichte, der Sozialgeschichte des Militärs und der Erinnerungskultur. Sie dokumentieren nicht nur militärische Operationen, sondern auch Uniformierung, Bewaffnung, Organisation und das Selbstverständnis militärischer Verbände. Das Braunschweigische Husarenregiment Nr. 17 behielt seine Besonderheit bis 1918 und wurde nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst, doch seine Tradition lebte in Veteranenverbänden und der historischen Erinnerung fort.