Kriegsmarine - Mauser Aussenmikrometer mit Zählwerk 25 - 50 mm

Messinstrument aus Eisen, Herstellermarkierung "Mauser". Schatulle aus Holz und mit Marine-Abnahmestempel, Zustand 2.

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290,00

Kriegsmarine - Mauser Aussenmikrometer mit Zählwerk 25 - 50 mm

Das Mauser Außenmikrometer mit Zählwerk im Messbereich von 25 bis 50 mm stellt ein bedeutendes Beispiel für die präzisionsmechanische Fertigung in der deutschen Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses Messinstrument, versehen mit dem Marine-Abnahmestempel der Kriegsmarine, verkörpert die hohen technischen Standards, die für die Qualitätskontrolle in der Marinerüstung galten.

Die Waffenfabrik Mauser, gegründet 1811 und weltweit bekannt für ihre Handfeuerwaffen, entwickelte während der Kriegsjahre auch präzise Messinstrumente für militärische Anwendungen. Mikrometer dieser Art waren unverzichtbar für die Fertigung und Qualitätssicherung von Waffenkomponenten, Torpedoteilen, U-Boot-Komponenten und anderen kritischen maritimen Ausrüstungsgegenständen. Die Genauigkeit dieser Instrumente war entscheidend, da selbst minimale Abweichungen in den Maßen zu Funktionsstörungen oder Materialversagen führen konnten.

Der Marine-Abnahmestempel auf der Holzschatulle dokumentiert die offizielle Prüfung und Abnahme durch die Kriegsmarine. Diese Stempel wurden nur nach strenger Kontrolle durch Marinebeamte vergeben und garantierten, dass das Instrument den militärischen Spezifikationen entsprach. Das Abnahmeverfahren der Kriegsmarine gehörte zu den strengsten in der Wehrmacht und folgte detaillierten Vorschriften, die in den Marinedienstvorschriften festgelegt waren.

Die Konstruktion des Mikrometers aus Eisen war typisch für die Kriegsproduktion, als hochwertigere Materialien zunehmend knapp wurden. Dennoch musste die Präzision gewährleistet bleiben. Das Zählwerk (auch Zählschraube genannt) ermöglichte eine besonders exakte Ablesung der Messwerte und verhinderte Ablesefehler bei wiederholten Messungen. Diese mechanische Zählfunktion war besonders wichtig in der Serienproduktion, wo hunderte identische Teile geprüft werden mussten.

Die Holzschatulle diente nicht nur dem Schutz des empfindlichen Instruments, sondern war auch Teil der militärischen Logistik. In den Marinewerften wie Kiel, Wilhelmshaven oder Hamburg waren solche Präzisionsinstrumente in Werkstätten und Prüfräumen unverzichtbar. Die Messgeräte wurden in speziellen Messkammern aufbewahrt, wo konstante Temperaturen die Präzision sicherten.

Der Messbereich von 25 bis 50 mm deutet auf spezifische Anwendungen hin, möglicherweise für Wellendicken, Bolzendurchmesser oder Gehäusewandstärken in der Marineausrüstung. In der U-Boot-Produktion, die während des Krieges höchste Priorität hatte, waren präzise Messungen für die Druckfestigkeit der Komponenten lebenswichtig.

Nach Kriegsende wurden viele dieser Präzisionsinstrumente von den Alliierten beschlagnahmt oder in der zivilen Industrie weiterverwendet. Das Überleben dieses Mikrometers mit seiner originalen Schatulle und dem Marine-Abnahmestempel macht es zu einem wichtigen Zeugnis der militärischen Fertigungstechnik des Dritten Reiches.

Heute sind solche Instrumente begehrte Sammlerobjekte, die nicht nur militärhistorischen Wert besitzen, sondern auch die Geschichte der Präzisionsmechanik dokumentieren. Sie erinnern an eine Zeit, in der industrielle Fertigung und militärische Anforderungen zu technischen Innovationen führten, die später auch zivile Anwendungen fanden.