Große Ordenschnalle eines Veteranen des Feldzuges gegen Frankreich

Preußen Allgemeines Ehrenzeichen 2. Klasse 1847-1918. Kriegsdenkmünze 1870/71 für Kämpfer mit aufgelegter Gefechtsspange "Metz". Dienstauszeichnung 3.Klasse für den Soldatenstand nach 9 Dienstjahren 2. Modell 1913. Centenarmedaille 1897. 
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Große Ordenschnalle eines Veteranen des Feldzuges gegen Frankreich

Diese beeindruckende Ordenschnalle repräsentiert die militärische Laufbahn eines preußischen Veteranen, der am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 teilgenommen hat. Die Zusammenstellung der vier Auszeichnungen erzählt die Geschichte eines Soldaten, der nicht nur an diesem bedeutenden Konflikt teilnahm, sondern auch durch lange und treue Dienste im preußischen Heer ausgezeichnet wurde.

Das Allgemeine Ehrenzeichen 2. Klasse wurde durch die Kabinettsorder vom 22. Mai 1847 von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen gestiftet. Diese Auszeichnung sollte nicht-militärische Verdienste oder besondere Leistungen würdigen, die nicht durch andere Orden abgedeckt wurden. Das Ehrenzeichen bestand aus einem silbernen Kreuz mit der Inschrift “Gott mit uns” und wurde an einem schwarz-weißen Band getragen. Es blieb bis 1918 in Verleihung und dokumentiert damit über 70 Jahre preußischer Geschichte.

Die Kriegsdenkmünze 1870/71 ist das zentrale Element dieser Schnalle und identifiziert den Träger als Veteranen des Krieges gegen Frankreich. Diese Medaille wurde durch Kabinettsorder vom 20. Mai 1871 gestiftet und allen Kombattanten verliehen, die an den Kämpfen teilgenommen hatten. Die bronzene Medaille zeigt auf der Vorderseite den preußischen Adler und die Jahreszahlen 1870-1871, auf der Rückseite die Inschrift “Gott war mit uns, Ihm sei die Ehre”. Besonders bedeutsam ist die aufgelegte Gefechtsspange “Metz", die zeigt, dass der Träger an den entscheidenden Kämpfen um diese strategisch wichtige Festung teilgenommen hat. Die Schlacht bei Metz war eine der bedeutendsten Operationen des Krieges, die mit der Einschließung und Kapitulation der französischen Rheinarmee unter Marschall Bazaine am 27. Oktober 1870 endete. Über 170.000 französische Soldaten gingen in Gefangenschaft, ein verheerender Schlag für die französische Kriegsführung.

Die Dienstauszeichnung 3. Klasse für den Soldatenstand dokumentiert neun Jahre treuen Militärdienstes. Diese Auszeichnung wurde ursprünglich 1825 von König Friedrich Wilhelm III. gestiftet und mehrfach reformiert. Das hier vorliegende 2. Modell von 1913 wurde durch Kaiser Wilhelm II. eingeführt und zeichnete sich durch ein vereinfachtes Design aus. Die 3. Klasse wurde nach neun Dienstjahren verliehen, während höhere Klassen für 15 und 21 Jahre vorgesehen waren. Diese Auszeichnung unterstreicht, dass der Träger seine militärische Karriere nach dem Krieg von 1870/71 fortsetzte und dem preußischen Heer über viele Jahre hinweg diente.

Die Centenarmedaille von 1897 wurde anlässlich des 100. Geburtstages von Kaiser Wilhelm I. am 22. März 1897 gestiftet. Sie wurde an alle noch lebenden Veteranen der Einigungskriege von 1864, 1866 und 1870/71 verliehen sowie an aktive Angehörige der preußischen Armee und Marine. Die Medaille zeigt das Bildnis Wilhelms I. und trägt die Inschrift “Wilhelm der Große”. Diese Auszeichnung ist besonders bedeutsam, da sie die Veteranen der Reichsgründung ehrte und die Verbindung zwischen dem ersten deutschen Kaiser und der Generation herstellte, die für die nationale Einigung gekämpft hatte.

Die Zusammenstellung dieser Ordenschnalle bietet faszinierende Einblicke in die militärische Biographie ihres Trägers. Er war vermutlich ein Unteroffizier oder Mannschaftsdienstgrad, der 1870/71 in einer Einheit diente, die an den Kämpfen um Metz beteiligt war. Nach dem Krieg setzte er seine militärische Laufbahn fort und diente mindestens bis 1880 oder später. Im Jahr 1897, mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Krieg, erhielt er als einer der letzten lebenden Veteranen die Centenarmedaille. Zu diesem Zeitpunkt war er vermutlich in seinen späten Vierzigern oder älter und konnte auf eine lange militärische Karriere zurückblicken.

Solche Ordenschnallen sind wichtige historische Dokumente, die nicht nur die großen militärischen Ereignisse ihrer Zeit widerspiegeln, sondern auch die persönlichen Geschichten der Männer erzählen, die sie trugen. Sie dokumentieren Tapferkeit, Pflichterfüllung und die Teilhabe an historischen Momenten, die die deutsche Geschichte nachhaltig prägten. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 führte zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs und veränderte die politische Landkarte Europas fundamental. Veteranen wie der Träger dieser Schnalle waren Zeitzeugen und Akteure dieses weltgeschichtlichen Wandels, deren persönliche Opfer und Leistungen in diesen Auszeichnungen für die Nachwelt bewahrt bleiben.