III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Nach den 4 Himmelsrichtungen 1937 Gau 18 Mitte "

Zink versilbert, 50 x 50 mm, Hersteller : A.Rettenmaier Gmünd, Zustand 2.
337326
150,00

III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Nach den 4 Himmelsrichtungen 1937 Gau 18 Mitte "

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette des Deutschen Automobil-Clubs (DDAC) aus dem Jahr 1937 dokumentiert ein bemerkenswertes Kapitel der nationalsozialistischen Gleichschaltung deutscher Vereine und Verbände. Mit der Bezeichnung “Nach den 4 Himmelsrichtungen 1937 Gau 18 Mitte” repräsentiert diese versilberte Zinkplakette eine typische Veranstaltung der NS-Zeit, bei der motorsportliche Aktivitäten mit politischer Propaganda verschmolzen wurden.

Der DDAC wurde 1933 durch die Zwangsfusion mehrerer traditioneller Automobilclubs gegründet und dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) als Fachorganisation angegliedert. Bereits im Mai 1933 hatte die NSDAP die Gleichschaltung aller deutschen Automobilverbände durchgesetzt, wobei der ehrwürdige Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der seit 1903 bestand, aufgelöst und in den DDAC überführt wurde. Diese Maßnahme war Teil der umfassenden nationalsozialistischen Strategie zur Kontrolle aller gesellschaftlichen Bereiche.

Die organisatorische Struktur des DDAC folgte dem typischen NS-Gliederungsprinzip in Gaue, die sich an den Parteigauen der NSDAP orientierten. Der hier erwähnte Gau 18 Mitte bezeichnet einen spezifischen geografischen Verwaltungsbereich innerhalb der DDAC-Organisation. Die Veranstaltung “Nach den 4 Himmelsrichtungen” war vermutlich eine Orientierungsfahrt oder eine motorsportliche Sternfahrt, bei der Teilnehmer aus verschiedenen Richtungen zu einem gemeinsamen Zielpunkt fuhren – eine in den 1930er Jahren sehr beliebte Form des Motorsports.

Das Jahr 1937 markiert eine Phase intensiver Mobilisierung und Propagierung des Kraftfahrwesens im Deutschen Reich. Adolf Hitler hatte den Ausbau der Motorisierung zu einem zentralen politischen Ziel erklärt, nicht zuletzt aus militärstrategischen Überlegungen. Der DDAC spielte dabei eine wichtige Rolle in der Förderung des Kraftfahrwesens und der Verbreitung nationalsozialistischer Ideologie unter Kraftfahrern. Die Organisation hatte 1937 bereits über eine Million Mitglieder und war damit eine der größten NS-Massenorganisationen.

Die vorliegende Plakette wurde vom Hersteller A. Rettenmaier aus Schwäbisch Gmünd gefertigt, einem traditionellen Zentrum der deutschen Metallverarbeitung und Schmuckherstellung. Die Stadt in Baden-Württemberg war seit dem Mittelalter für ihre Goldschmiedekunst bekannt und hatte sich im 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Produktionsstandort für Abzeichen, Orden und Ehrenzeichen entwickelt. Zahlreiche Firmen in Gmünd fertigten während der NS-Zeit Auszeichnungen und Plaketten für verschiedene Organisationen.

Die technische Ausführung in versilbertem Zink war typisch für nichttragbare Veranstaltungsplaketten der 1930er Jahre. Diese Materialwahl ermöglichte eine kostengünstige Massenproduktion bei dennoch ansprechendem Erscheinungsbild. Mit ihren Abmessungen von 50 x 50 mm gehört die Plakette zu den standardisierten Formaten, die für Tisch- oder Vitrinenpräsentationen konzipiert waren. Solche Erinnerungsstücke wurden häufig den Teilnehmern von DDAC-Veranstaltungen als Andenken überreicht und sollten die Verbundenheit mit der Organisation stärken.

Die Gestaltung solcher Plaketten folgte meist den Richtlinien der NS-Ästhetik mit ihrer Betonung geometrischer Formen, kraftvoller Symbolik und klarer Schriftgestaltung. Die quadratische Form und die Bezugnahme auf die vier Himmelsrichtungen könnten symbolisch für den nationalsozialistischen Anspruch auf umfassende räumliche Durchdringung und Kontrolle stehen.

Im größeren historischen Kontext dokumentiert diese Plakette die systematische Instrumentalisierung des Motorsports und der Automobilkultur für politische Zwecke im Dritten Reich. Veranstaltungen wie die hier dokumentierte Orientierungsfahrt dienten nicht nur der sportlichen Betätigung, sondern auch der Kameradschaftspflege im nationalsozialistischen Sinne und der Vorbereitung auf mögliche militärische Einsätze. Die Fähigkeit zur Navigation und zum Führen von Kraftfahrzeugen unter verschiedenen Bedingungen hatte unmittelbare militärische Relevanz.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der DDAC wie alle NS-Organisationen aufgelöst. 1948 erfolgte in der Bundesrepublik Deutschland die Neugründung des ADAC, der an die Traditionen des Vorkriegs-Automobilclubs anknüpfte, jedoch bewusst unpolitisch ausgerichtet war. Objekte wie die vorliegende Plakette sind heute wichtige zeithistorische Dokumente, die die Durchdringung aller Lebensbereiche durch die nationalsozialistische Ideologie illustrieren.