III. Reich - Deutsch ist die Saar - Des Deutschen Ehre ist die Treue

Eisenblechabzeichen, an Nadel, Zustand 2
483826
25,00

III. Reich - Deutsch ist die Saar - Des Deutschen Ehre ist die Treue

Das vorliegende Abzeichen mit der Aufschrift “Deutsch ist die Saar - Des Deutschen Ehre ist die Treue” ist ein bedeutendes zeithistorisches Dokument aus der Zeit des Dritten Reiches und steht im direkten Zusammenhang mit der Saarabstimmung vom 13. Januar 1935.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Saargebiet gemäß Artikel 45-50 des Versailler Vertrags vom 28. Juni 1919 für 15 Jahre unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Die wirtschaftliche Ausbeutung der reichen Kohlevorkommen wurde als Reparationsleistung an Frankreich übertragen. Dieser Status sollte nach Ablauf der 15-jährigen Frist durch eine Volksabstimmung entschieden werden, bei der die Bevölkerung zwischen drei Optionen wählen konnte: Verbleib unter Völkerbundverwaltung, Anschluss an Frankreich oder Rückgliederung an Deutschland.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 erhielt die Saarfrage eine neue Dimension. Die NS-Regierung nutzte die bevorstehende Abstimmung als propagandistische Möglichkeit, um internationale Anerkennung und innenpolitische Legitimation zu erlangen. Die Kampagne “Heim ins Reich” wurde mit enormem Aufwand betrieben.

Abzeichen wie das vorliegende wurden massenhaft hergestellt und verteilt, um die Propagandakampagne zu unterstützen. Das Eisenblech als Material weist auf die industrielle Massenproduktion hin, die typisch für solche politischen Kampagnenobjekte war. Die Nadelbefestigung ermöglichte das sichtbare Tragen an Kleidung, was die politische Haltung des Trägers öffentlich demonstrierte.

Der Slogan “Des Deutschen Ehre ist die Treue” war ein zentrales Motto der NS-Ideologie und findet sich auch im Wahlspruch der SS (“Meine Ehre heißt Treue”). Diese Formulierung sollte emotionale Bindungen aktivieren und die Abstimmung als Frage der nationalen Ehre und Loyalität darstellen. Die Verbindung von Heimat, Ehre und Treue war ein wiederkehrendes Muster der nationalsozialistischen Propaganda.

Die Deutsche Front, eine überparteiliche Organisation unter Führung von Josef Bürckel, koordinierte die Abstimmungskampagne von deutscher Seite. Gegen sie stand eine deutlich schwächere Opposition aus Katholiken, Sozialdemokraten und Kommunisten, die jedoch angesichts des NS-Terrors in Deutschland zunehmend isoliert wurde.

Am 13. Januar 1935 stimmten von den circa 528.000 Wahlberechtigten über 90 Prozent für die Rückgliederung an Deutschland. Nur etwa 2.000 Stimmen entfielen auf Frankreich und circa 9.000 auf den Status quo. Dieses eindeutige Ergebnis wurde international anerkannt und am 1. März 1935 erfolgte die offizielle Rückgliederung des Saargebiets an das Deutsche Reich.

Das Abstimmungsergebnis wird von Historikern differenziert betrachtet. Einerseits entsprach der Wunsch nach Rückgliederung an Deutschland durchaus dem Mehrheitswillen der überwiegend deutschsprachigen Bevölkerung. Andererseits war die Abstimmung von massiver NS-Propaganda, wirtschaftlichem Druck und der Einschüchterung von Oppositionellen geprägt. Viele Saarländer waren sich der Konsequenzen einer Eingliederung in den NS-Staat nicht vollständig bewusst oder hofften auf eine Mäßigung des Regimes.

Solche Abzeichen sind heute wichtige zeithistorische Quellen, die Einblick in die Propagandamethoden des NS-Regimes geben. Sie dokumentieren, wie politische Symbolik und emotionale Appelle zur Mobilisierung der Bevölkerung eingesetzt wurden. Die Massenproduktion und weite Verbreitung solcher Objekte zeigt die Durchdringung des Alltags mit politischen Botschaften.

Nach 1945 wurden solche NS-Devotionalien in Deutschland zunächst größtenteils vernichtet oder verborgen. Heute werden sie in Museen und Sammlungen als Lehrobjekte bewahrt, um über die Geschichte des Nationalsozialismus aufzuklären. Der wissenschaftliche und pädagogische Umgang mit solchen Objekten ist Teil der kritischen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.