Kaiserliche Marine Feldbindenschloß für die Feldbinde

kleine Ausführung 53 mm. Messing, Krone und Anker mit aufgelegtem "W" ab 1902. Leicht getragen, Zustand 2.


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€ 120,00

Kaiserliche Marine Feldbindenschloß für die Feldbinde

Die Feldbindenschließe der Kaiserlichen Marine war ein wesentlicher Bestandteil der militärischen Uniform deutscher Marineoffiziere während des Kaiserreichs. Diese spezielle Schließe mit einer Breite von 53 mm repräsentiert die kleinere Ausführung, die ab 1902 mit dem charakteristischen Motiv aus Krone, Anker und aufgelegtem “W” für Kaiser Wilhelm II. eingeführt wurde.

Die Feldbinde selbst war ein breites, über der Schulter getragenes Band, das diagonal über die Brust verlief und als wichtiges Rangabzeichen für Offiziere diente. Die Schließe bildete das zentrale dekorative Element und war zugleich funktional, um die beiden Enden der Feldbinde zu verbinden. Im Gegensatz zu den aufwendigeren Paradeuniformteilen war die Feldbinde für den Dienst- und Feldgebrauch konzipiert.

Die Verwendung von Messing als Material war typisch für diese Art von Ausrüstungsgegenständen. Messing bot mehrere Vorteile: Es war relativ kostengünstig in der Herstellung, ließ sich gut bearbeiten und verformen, und seine goldene Färbung verlieh den Uniformteilen einen repräsentativen Charakter. Zudem war Messing beständiger gegen Korrosion als Eisen oder Stahl, was bei der maritimen Verwendung von besonderer Bedeutung war.

Das ikonographische Programm der Schließe ist bezeichnend für die Kaiserliche Marine. Der Anker als zentrales maritimes Symbol war seit jeher das Hauptemblem der deutschen Seestreitkräfte. Die darüber platzierte Krone symbolisierte die königlich-kaiserliche Autorität und betonte den Status der Marine als “Kaiserliche” Institution. Das aufgelegte “W” stand für Wilhelm II., der von 1888 bis 1918 als deutscher Kaiser regierte.

Kaiser Wilhelm II. hatte eine besondere Affinität zur Marine und trieb deren massiven Ausbau voran. Unter seiner Herrschaft entwickelte sich die deutsche Flotte zur zweitgrößten Kriegsmarine der Welt. Die Flottengesetze von 1898 und 1900 legten den Grundstein für dieses ehrgeizige Marineprogramm, das von Großadmiral Alfred von Tirpitz konzipiert wurde. Die Einführung des kaiserlichen Monogramms auf Uniformteilen ab 1902 unterstrich diese persönliche Verbindung des Kaisers zu “seiner” Marine.

Die Unterscheidung zwischen kleiner und großer Ausführung der Feldbindenschließen hatte praktische und protokollarische Gründe. Die kleinere Variante von 53 mm wurde üblicherweise für den täglichen Dienst und bei weniger formellen Anlässen getragen, während größere Ausführungen bei Paraden und zeremoniellen Veranstaltungen zum Einsatz kamen. Diese Abstufung entsprach der differenzierten Uniformordnung der Kaiserlichen Marine, die zwischen verschiedenen Dienstgraden und Anlässen unterschied.

Die Herstellung solcher Schließen erfolgte durch spezialisierte Militäreffekten-Hersteller, die oft über Generationen hinweg für die Armee und Marine arbeiteten. Bekannte Firmen wie Assmann & Söhne aus Lüdenscheid oder verschiedene Berliner Manufakturen lieferten diese Ausrüstungsgegenstände. Die Qualität variierte je nach Hersteller und Abnehmer, wobei Offiziere oft die Möglichkeit hatten, hochwertigere Stücke von renommierten Herstellern privat zu erwerben.

Die Zeit der Kaiserlichen Marine endete mit dem Ersten Weltkrieg und der Revolution von 1918. Nach der Abdankung Wilhelms II. und der Ausrufung der Republik wurden die kaiserlichen Insignien aus dem militärischen Gebrauch entfernt. Die neue Reichsmarine der Weimarer Republik führte eigene Uniformbestimmungen ein, die auf monarchische Symbole verzichteten.

Heute sind solche Feldbindenschließen begehrte Sammlerobjekte, die Einblicke in die Uniformgeschichte und die maritime Tradition des Deutschen Kaiserreichs bieten. Sie dokumentieren nicht nur handwerkliche Fertigkeiten, sondern auch die politischen und militärischen Verhältnisse einer Epoche, die mit dem Untergang der Hohenzollern-Monarchie endgültig abgeschlossen wurde.