Luftwaffe Afrikakorps langärmeliges Tropendiensthemd für Mannschaften der Fliegertruppe

Sandfarbenes Baumwolltuch, Brustadler in maschinengestickter Ausführung, maschinell vernäht. Schulterklappen fest vernäht. Große Flickstelle am linken Oberarm, und am rechten Ellbogen, Loch unter dem dem Kragen, der Kragen wurde ersetzt und ist farblich nicht ganz passend. Das Hemd ist sehr fragile. Armlänge 54 cm, Brustumfang 84, Länge 93 cm, Zustand 4

514026
450,00

Luftwaffe Afrikakorps Tropendiensthemd mit langen Ärmeln für Mannschaften der Fliegertruppe

Das hier vorgestellte Objekt ist ein langärmeliges Tropendiensthemd der Luftwaffe, das für Mannschaften der Fliegertruppe im Rahmen des Afrikafeldzuges gefertigt wurde. Es handelt sich um ein Stück Militärgeschichte, das die besonderen Herausforderungen des Krieges in Nordafrika und die Anpassungsfähigkeit der deutschen Streitkräfte an extreme klimatische Bedingungen widerspiegelt.

Historischer Hintergrund

Die Luftwaffe, die Luftstreitkraft des nationalsozialistischen Deutschlands, wurde offiziell am 1. März 1935 als dritter Zweig der Wehrmacht gegründet. Mit dem bevorstehenden Eintritt Deutschlands in den nordafrikanischen Feldzug Ende 1940 entwickelte und führte die Luftwaffe unabhängig von den anderen Teilstreitkräften ihre eigene Version der Tropenuniform und -ausrüstung ein. Die Tropenuniform wurde vom Tropeninstitut der Universität Hamburg im Juli 1940 entworfen, wobei die Produktion bis Dezember 1940 optimale Ausmaße erreichte.

Das Deutsche Afrikakorps, bekannt unter der Führung von Feldmarschall Erwin Rommel, kämpfte unter verschiedenen Bezeichnungen von März 1941 bis zu seiner Kapitulation im Mai 1943 in Afrika. Ursprünglich waren die Tropenuniformstücke ausschließlich für den Einsatz in Nordafrika vorgesehen, doch später wurde ihr Einsatzgebiet auf Personal erweitert, das in südlichen Regionen des europäischen Festlandes diente.

Beschaffenheit und Gestaltung

Das Tropenhemd wurde aus einem dunkelgelben (Dunkelgelb) Baumwollstoff bzw. einem gelblich-khakifarbenen Baumwoll-Twill gefertigt. Die Uniformen der Luftwaffe erwiesen sich in ihrer gelblich-khakifarbenen Baumwollausführung als wirksamere Tarnfarbe in der nordafrikanischen Wüste im Vergleich zum olivfarbenen Stoff des Heeres. Das Hemd verfügte über ein Schlupf-Design (Pull-over) mit einem teilweisen Frontverschluss. An der Vorderseite befand sich eine vertikale Reihe von vier dunkelbraunen Kunststoffknöpfen.

An beiden Schultern waren horizontale Riemen und verstärkte Knopflöcher angebracht, an denen die Schulterklappen befestigt wurden. Die Vorderseite wies zwei aufgenähte Brusttaschen auf, jeweils mit einer dekorativen Falte und einer Überschlagklappe mit verstärktem Knopfloch für einen dunkelbraunen Kunststoffknopf. Über der rechten Brusttasche war ein Luftwaffe-Adler in grauer Stickerei auf einem umgekehrt dreieckigen, sandfarbenen gestickten Patch aufgenäht. Beide Manschetten waren einfach geschlitzt und im Button-down-Stil gehalten, jeweils mit einem dunkelbraunen Kunststoffknopf und einem verstärkten Knopfloch für einen festen Sitz am Handgelenk.

Im Inneren des Kragens fanden sich typischerweise Stempelungen in schwarzer Tinte, etwa die Größenangabe „Gr.2“ sowie eine numerische Memel-Reichsbetriebsnummer (RB-Nr.), die je nach Hersteller variierte. Zu den bekannten Herstellern gehörten GEYER und SCHÖNIGER. Die Uniformen für Mannschaften wurden aus Militärdepots ausgegeben.

Varianten

Es existierten sowohl langärmelige als auch kurzärmelige Hemden mit integriertem Kragen. Ursprünglich waren die Tropenhemden im Schlupfstil mit einer Vier-Knopf-Frontleiste gestaltet, doch spätere Ausgaben wurden auf einen durchgehenden Knopfverschluss an der Vorderseite umgestellt. Variationen bestanden zudem bei den Herstellermarkierungen, dem Vorhandensein oder Fehlen von Taschen sowie den Knopfstilen.

Einsatz und Verbreitung

Das tropische Diensthemd wurde an deutsche Truppen für den Einsatz in Afrika, Italien und anderen Gebieten des Mittelmeerraums ausgegeben. Die Tropenhemden wurden von allen Dienstgraden getragen und beinhalteten üblicherweise die Schulterklappen als Rangabzeichen sowie den nationalen Brustadler. Ursprünglich hauptsächlich als Arbeitshemden konzipiert, führte das heiße Klima Nordafrikas – etwa in Libyen, Tunesien und Ägypten – dazu, dass sie nahezu ständig getragen wurden.

Besonders beliebt war diese Tropenuniform bei Luftwaffenpersonal in der Mittelmeerregion und auf dem Balkan. Sie wurde ab 1941 auch ausgiebig von den Fallschirmjägern in Nordafrika und Italien verwendet und an Generäle, Offiziere und Mannschaften gleichermaßen ausgegeben. Das Einsatzpersonal umfasste Flugbesatzungen (Fliegertruppe), Bodenpersonal sowie Fallschirmjäger, die in Nordafrika, im Mittelmeerraum und in Südeuropa dienten.

Zum vorliegenden Exemplar

Das hier beschriebene Hemd ist aus sandfarbenem Baumwolltuch gefertigt und weist einen maschinengestickten Brustadler sowie maschinell vernähte Nähte auf. Die Schulterklappen sind fest vernäht. Das Stück zeigt deutliche Gebrauchsspuren: eine große Flickstelle am linken Oberarm und am rechten Ellbogen, ein Loch unter dem Kragen sowie ein ersetzter Kragen, der farblich nicht ganz zum Rest des Hemdes passt. Der Gesamtzustand wird als fragil beschrieben. Die Maße betragen eine Armlänge von 54 cm, einen Brustumfang von 84 cm und eine Gesamtlänge von 93 cm.

Originale Exemplare dieser Tropendiensthemden sind heute selten und bei Sammlern sowie Museen sehr gefragt. Als greifbare Zeugnisse des Wüstenkrieges in Nordafrika und der Einsatzbedingungen der Luftwaffe unter extremen klimatischen Verhältnissen bilden sie einen wichtigen Bestandteil militärhistorischer Sammlungen.