NSKK - nichttragbare Siegerplakette - " Sauerländische Geländefahrt 26. Mai 1935 - Motorbrigade Westfalen - Dem Sieger "
Die vorliegende NSKK-Siegerplakette dokumentiert ein bedeutendes motorsportliches Ereignis aus der Zeit des Nationalsozialismus: die Sauerländische Geländefahrt vom 26. Mai 1935, organisiert von der Motorbrigade Westfalen des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK).
Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde am 1. April 1930 als paramilitärische Organisation der NSDAP gegründet und entwickelte sich zu einer bedeutenden Formation innerhalb des NS-Staatsapparates. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein ab 1931 wuchs das NSKK zu einer Organisation mit über 500.000 Mitgliedern an. Die Hauptaufgabe bestand in der Förderung des Kraftfahrwesens, der vormilitärischen Ausbildung und der Motorsportorganisation im Deutschen Reich.
Die Motorbrigade Westfalen war eine der regionalen Gliederungen des NSKK und umfasste das Gebiet Westfalen einschließlich des Sauerlandes. Diese Brigaden waren nach militärischem Vorbild strukturiert und in Motorstandarten, -stürme und -scharen untergliedert. Sie organisierten nicht nur die vormilitärische Ausbildung, sondern auch zahlreiche motorsportliche Veranstaltungen, die sowohl propagandistische als auch praktische Zwecke erfüllten.
Die Geländefahrt als Veranstaltungsform hatte im NSKK eine besondere Bedeutung. Diese Wettbewerbe dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern vor allem der Erprobung von Fahrzeugen und der Schulung von Fahrern unter schwierigen Bedingungen. Das bergige Terrain des Sauerlandes bot ideale Voraussetzungen für solche anspruchsvollen Orientierungs- und Geschicklichkeitsfahrten. Die Teilnehmer mussten ihre Fahrzeuge durch unwegsames Gelände manövrieren, was sowohl technisches Verständnis als auch fahrerisches Können erforderte.
Das Jahr 1935 markiert eine Phase der Konsolidierung und des Ausbaus des NSKK. Nach der Machtübernahme 1933 hatte die Organisation einen enormen Mitgliederzuwachs erlebt. Die Motorsportveranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie demonstrierten die “Leistungsfähigkeit” des neuen Regimes, förderten die Motorisierung der Bevölkerung und bereiteten gleichzeitig Personal für militärische Zwecke vor. Die Geländefahrten waren Teil eines umfassenden Systems von Ausbildungsveranstaltungen, die von einfachen Orientierungsfahrten bis zu komplexen militärischen Übungen reichten.
Die vorliegende nichttragbare Siegerplakette aus versilbertem Buntmetall mit einem Durchmesser von 55 mm und zwei Bohrungen zur Befestigung repräsentiert die typische Auszeichnungspraxis des NSKK. Im Gegensatz zu tragbaren Auszeichnungen, die am Körper getragen werden konnten, waren solche Plaketten zur Aufbewahrung oder zur Anbringung an Fahrzeugen oder Vitrinen bestimmt. Die Inschrift “Dem Sieger” weist darauf hin, dass es sich um die Auszeichnung für den Gesamtsieger der Veranstaltung handelte.
Die Herstellung solcher Plaketten erfolgte meist durch spezialisierte Hersteller, die mit dem NSKK zusammenarbeiteten. Die Verwendung von versilbertem Buntmetall entsprach den damaligen Standards für sportliche Auszeichnungen und bot eine kostengünstige Alternative zu Edelmetallen bei gleichzeitig repräsentativem Aussehen.
Die Motorbrigade Westfalen organisierte im Laufe der 1930er Jahre zahlreiche solcher Veranstaltungen. Sie waren eingebettet in ein dichtes Netz von NSKK-Aktivitäten, zu denen auch Verkehrserziehung, technische Schulungen und die Zusammenarbeit mit der Wehrmacht gehörten. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurden viele NSKK-Mitglieder in militärische Transport- und Versorgungseinheiten eingezogen, wo ihre motorisierte Ausbildung von Nutzen war.
Aus historischer Perspektive sind solche Objekte wichtige Zeugnisse der NS-Zeit. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Organisationen und die Instrumentalisierung des Sports für politische und militärische Zwecke. Gleichzeitig geben sie Einblick in die regionale Geschichte und die Alltagskultur der Zeit.
Heute sind derartige NSKK-Objekte bedeutende zeithistorische Quellen für die Erforschung der NS-Organisation, der Motorisierungsgeschichte und der paramilitärischen Strukturen des Dritten Reiches. Sie befinden sich in Museen, Archiven und Privatsammlungen und dienen der historischen Bildung und Aufklärung über diese dunkle Epoche der deutschen Geschichte.