Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Frauenorganisation dar, die zwischen 1931 und 1945 existierte. Das hier vorliegende Exemplar in der 5. Form mit einem Durchmesser von 23 mm wurde von der renommierten Firma S. & L. Lüdenscheid hergestellt, einem der wichtigsten Produzenten von NS-Abzeichen und Orden während des Dritten Reiches.
Die Nationalsozialistische Frauenschaft wurde 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauengruppen gegründet und stand unter der Leitung von Gertrud Scholtz-Klink ab 1934. Die Organisation diente als Dachverband für alle nationalsozialistischen Frauenverbände und war eng mit dem Deutschen Frauenwerk (DFW) verbunden. Während das DFW als Massenorganisation fungierte, bildete die NSF die Elite-Kaderorganisation innerhalb der nationalsozialistischen Frauenbewegung.
Das Mitgliedsabzeichen durchlief mehrere Entwicklungsstufen, wobei die 5. Form zu den späteren Varianten gehört. Die verschiedenen Formen unterschieden sich in Details der Ausführung, Größe und Herstellungsweise. Das Abzeichen zeigt typischerweise das Hakenkreuz als zentrales Element, umgeben von einem Kranz oder anderen nationalsozialistischen Symbolen. Die Emaillearbeit, wie bei diesem Exemplar zu beobachten, war charakteristisch für hochwertige Parteiabzeichen und erforderte handwerkliches Geschick.
Der Hersteller S. & L. Lüdenscheid (Steinhauer & Lück) gehörte zu den bedeutendsten Produzenten von Orden, Ehrenzeichen und Abzeichen im Deutschen Reich. Die Firma aus der Stadt Lüdenscheid in Westfalen, die traditionell ein Zentrum der Metallwarenindustrie war, produzierte neben zivilen Auszeichnungen auch zahlreiche militärische und paramilitärische Abzeichen. Die Markierung GES.GESCH. (gesetzlich geschützt) weist auf die offizielle Genehmigung und den Markenschutz hin.
Die NSF organisierte ihre Mitglieder in einem hierarchischen System, das dem militärischen Aufbau der NSDAP ähnelte. Die Organisation gliederte sich in Reichs-, Gau-, Kreis-, Orts- und Zellengruppen. Mitglieder mussten bestimmte Voraussetzungen erfüllen: Sie mussten “arischer” Abstammung sein, die nationalsozialistische Ideologie unterstützen und oft auch Mitglied der NSDAP sein. Die NSF zählte bei Kriegsende etwa 2,3 Millionen Mitglieder.
Das Tragen des Mitgliedsabzeichens war nicht nur Ausdruck der Zugehörigkeit, sondern auch ein Zeichen des Ranges innerhalb der nationalsozialistischen Gesellschaftshierarchie. Die Abzeichen wurden an der Kleidung mittels einer Nadel befestigt und sollten bei offiziellen Anlässen und Veranstaltungen getragen werden. Die Verleihung erfolgte nach der Aufnahme in die Organisation und war mit einem formellen Akt verbunden.
Die Aufgaben der NSF umfassten die ideologische Schulung der Mitglieder, die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankenguts unter Frauen, die Überwachung der “rassischen Reinheit” und die Mobilisierung von Frauen für die Kriegswirtschaft. Während des Zweiten Weltkriegs gewann die Organisation zusätzlich an Bedeutung durch die Koordinierung von Hilfsdiensten, Sammelaktionen und der Betreuung von Soldatenfamilien.
Die Erhaltung solcher Objekte ist aus historischer Sicht von Bedeutung, da sie authentische Zeugnisse einer dunklen Periode der deutschen Geschichte darstellen. Das vorliegende Exemplar befindet sich im Zustand 2, was auf eine gute bis sehr gute Erhaltung mit geringen Gebrauchsspuren hinweist. Die minimale Emaillebeschädigung ist bei Objekten dieses Alters nicht ungewöhnlich und beeinträchtigt den historischen Wert kaum.
Nach 1945 wurden die NSF und alle ihre Untergliederungen durch die Alliierten aufgelöst und verboten. Das Tragen solcher Abzeichen ist heute in Deutschland nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre gestattet. Museen, Archive und Sammlungen bewahren diese Objekte als Lehrmittel und Forschungsgegenstände auf, um die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und zukünftige Generationen zu warnen.