Preußen offizielles Teilnehmerabzeichen "Deutscher Gardetag Düsseldorf 1937"

gewebtes Abzeichen im Metallrahmen, an Nadel, Zustand 2.
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65,00

Preußen offizielles Teilnehmerabzeichen "Deutscher Gardetag Düsseldorf 1937"

Das Teilnehmerabzeichen zum Deutschen Gardetag Düsseldorf 1937 stellt ein bedeutendes zeithistorisches Dokument der deutschen Veteranenkultur in der Zwischenkriegszeit dar. Diese Art von Abzeichen gehörte zu einer etablierten Tradition militärischer Erinnerungskultur, die sich in Deutschland seit dem späten 19. Jahrhundert entwickelt hatte.

Der Deutsche Gardetag war eine Zusammenkunft ehemaliger Angehöriger der preußischen und deutschen Gardeformationen. Diese Treffen hatten eine lange Tradition, die bis in die Kaiserzeit zurückreichte. Die Garde galt als militärische Elite Preußens und später des Deutschen Kaiserreiches, mit Regimentern wie dem Kaiser Alexander Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1, dem Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 und weiteren prestigeträchtigen Einheiten.

Die Veranstaltung in Düsseldorf 1937 fand in einem spezifischen politischen Kontext statt. Zu diesem Zeitpunkt hatte das nationalsozialistische Regime bereits seit vier Jahren die Macht in Deutschland inne. Veteranenverbände und traditionelle militärische Vereinigungen wurden zunehmend in die Strukturen des NS-Staates eingegliedert oder mussten sich dessen Vorgaben anpassen. Dennoch pflegten viele ehemalige Gardesoldaten weiterhin ihre spezifischen Traditionen.

Das vorliegende Abzeichen zeigt die typische Konstruktionsweise solcher Teilnehmerabzeichen der 1930er Jahre: Ein gewebtes Stoffemblem, eingefasst in einen Metallrahmen und mit einer Nadel zur Befestigung an der Kleidung versehen. Diese Fertigungstechnik war charakteristisch für die Zeit und ermöglichte eine kostengünstige Produktion bei gleichzeitig ansprechendem Erscheinungsbild. Die Webtechnik erlaubte detaillierte Darstellungen von Wappen, Symbolen und Schriftzügen.

Solche Abzeichen erfüllten mehrere Funktionen: Sie dienten als Eintrittsberechtigung zu den Veranstaltungen, als Erkennungszeichen unter den Teilnehmern und als Erinnerungsstück an die Zusammenkunft. Die offizielle Natur des Abzeichens weist darauf hin, dass es von den Organisatoren des Gardetages autorisiert und möglicherweise in begrenzter Auflage hergestellt wurde.

Die Gardetage in den 1930er Jahren waren mehrtägige Veranstaltungen, die neben offiziellen Zeremonien auch gesellige Zusammenkünfte, Festakte und Kameradschaftstreffen umfassten. Düsseldorf als Austragungsort war als Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz eine bedeutende Stadt mit starker militärischer Tradition. Die Stadt verfügte über entsprechende Infrastruktur für Großveranstaltungen und hatte historische Verbindungen zu verschiedenen Garderegimentern.

Im Kontext der Uniformgeschichte und militärischen Phaleristik stellen solche Abzeichen wichtige Quellen dar. Sie dokumentieren nicht nur die fortbestehende Bedeutung militärischer Traditionen in der Zwischenkriegszeit, sondern auch die Materialkultur und Herstellungstechniken der Epoche. Der Erhaltungszustand “2” deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das die charakteristischen Merkmale noch deutlich zeigt.

Die Bedeutung solcher Veteranentreffen nahm in den späten 1930er Jahren zu, als das NS-Regime verstärkt auf militärische Traditionen zurückgriff und gleichzeitig die Wiederbewaffnung vorantrieb. Die Verbindung zwischen alter kaiserlicher Militärtradition und neuer politischer Ausrichtung war komplex und spannungsgeladen. Ehemalige Gardesoldaten bewegten sich in einem Feld zwischen der Pflege ihrer spezifischen Regimentstraditionen und den Erwartungen des neuen Regimes.

Für Sammler und Historiker bieten solche Abzeichen wichtige Einblicke in die materielle Kultur militärischer Veteranenvereinigungen. Sie ergänzen schriftliche Quellen und fotografische Dokumentationen dieser Veranstaltungen und helfen, ein vollständigeres Bild der Erinnerungskultur dieser Zeit zu zeichnen.

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