Wehrmacht Parade-Waffenrock und Hose aus dem Besitz von Generalmajor Franz Zednicek

- Der Paradewaffenrock wurde 1939 hergestellt. Elegante Fertigung aus feldgrauer Gabardine in feinster Offiziersqualität mit dunkelgrünem Kragen. Komplett mit allen Effekten. Gold Metallfaden-handgestickter Brustadler auf dunkelgrünem Tuch per Hand vernäht. Die Knopfleiste mit 8 vergoldeten Knöpfen und roter Paspelierung. Eingenähte Schulterstücke und Ärmelpatten aus schwerem Generalsgeflecht. Unter dem rechten Schulterstück mit Knopf für die anhängende goldene Paradefangschnur. Die Kragenspiegel für Generale mit Goldstickerei auf rotem Grund per Hand vernäht. Auf der Brust Schlaufen für die lange Ordensspange. Darunter Schlaufen für 1 Steckabzeichen. Innen grünes Seidenfutter, im Nacken mit gewebten Schneideretikett "Fritsch Inh.W.Orth Offenburg", seitlich an der Innentasche mit Schneideretikett und Trägername "Oberstleutnant Zednicek Mai 39 ". Maße: Schulterbreite 45 cm, Armlänge 62 cm, Rückenlänge 71 cm, Mottenspuren am linken Ellbogen, Zustand 2
- Dazu die passende lange Hose, steingraue Gabardine, seitlich mit den breiten roten Lampassen, alle Knöpfe vorhanden. Maße: Hosen-Bundumfang ca. 90 cm, Gesamtlänge ca. 113 cm, Zustand 2.
- Kommt mit Fotokopie seiner Personalakte.


Franz Zednicek war der Sohn des Militärischen Bau-Rechnungs-Rates Josef Zednicek und dessen FRau Julianna, geborene Fischer. Seit 1900 besuchte er die Militärschule in Weißkirchen und ab 1904 die Militärakademie Mödling. Am 18. August 1917 wurde er zum Leutnant befördert und in das k.u.k. Pionier-Bataillon 4 aufgenommen. Am 28., Oktober 1912 wurde er in das Sappeur-Bataillon 5 versetzt und kam am 25. Mai 1915 in den Minenwerferzug des Sappeur-Bataillons 7. Am 1. Juli 1915 zum Hauptmann befördert, wurde Zednicek am 1. Oktober 1915 in die Sappeur-Kompanie 5 versetzt. Vom 4. November 1818 bis zum 13. Oktober 1919 war er in italienischer Gefangenschaft. Am 27. Dezember 1919 wurde er in das Provisiorische Versorgungsamt Krems und am 18. Februar 1920 zum Depot Wache Wien versetzt. Am 31. August 1920 kehrte er zum Provisorischen Versorgungsamt Krems zurück und wurde am 9. Oktober 1920 zum Pionier-Bataillon 6 versetzt. Am 1. Januar 1921 zum Major und am 20. März 1933 zum Oberstleutnant befördert, wurde Zednicek am 1. Januar 1937 in das Pionier-Bataillon 8 versetzt. Am 15. April 1937 wurde er Kommandeur des Pionier-Bataillons 7. Am 13. März 1938 wurde er in die Wehrmacht übernommen und in den Stab des Pionier-Bataillons 82 versetzt. Am 10. November 1938 folgte die Versetzung in den Stab der Festungs-Inspektion VIII. Bei Beginn der Mobilmachung am 26. August 1939 wurde Zednicek Kommandeur des Oberbaustabes 7. Am 10. November 1939 wurde er in den Stab des Armee-Pionierführers der 7. Armee versetzt. 1940 folgte dann die Versetzung in den Stab der Befestigungen Oberrhein. Am 25. Oktober 1940 wurde Franz Zednicek zum Festungs-Pionier-Kommandeur 2 ernannt und 1941 Kommandeur des Oberbaustabes 21. Am 7. Februar 1942 wurde er Festungs-Pionier-Kommandeur 2 und am 1. April 1942 zum Generalmajor befördert. Gleichzeitig wurde er in die Führerreserve versetzt. Am 25. März 1944 wurde er noch zum Höheren Pionierführer z.b.V. 8 ernannt. Diese Dienststellung hatte er bis Kriegsende inne.
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14.500,00

Wehrmacht Parade-Waffenrock und Hose aus dem Besitz von Generalmajor Franz Zednicek

Der vorliegende Wehrmacht-Paradewaffenrock mit zugehöriger Hose repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Militärgeschichte der Zwischenkriegszeit und des Zweiten Weltkriegs. Das Ensemble stammt aus dem persönlichen Besitz von Generalmajor Franz Zednicek, einem österreichischen Offizier, dessen militärische Laufbahn die turbulenten Entwicklungen von der k.u.k. Monarchie über die Erste Republik Österreich bis zur Eingliederung in die Wehrmacht widerspiegelt.

Die Uniform wurde im Mai 1939 angefertigt, wie das eingenähte Schneideretikett belegt, das noch den Rang “Oberstleutnant Zednicek” ausweist. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Europa am Vorabend des Zweiten Weltkriegs, und die Wehrmacht hatte seit dem Anschluss Österreichs im März 1938 zahlreiche österreichische Offiziere in ihre Reihen übernommen. Der Waffenrock wurde von der renommierten Offenburg-Schneiderei Fritsch Inh. W. Orth gefertigt, die für ihre qualitativ hochwertigen Offiziersuniformen bekannt war.

Die Paradeuniform der Wehrmacht unterschied sich deutlich von der Felduniform durch ihre aufwendige Verarbeitung und die Verwendung edlerer Materialien. Der hier vorliegende Waffenrock aus feldgrauer Gabardine in feinster Offiziersqualität mit dunkelgrünem Kragen entspricht den Vorschriften der Heeresdienstvorschrift (H.Dv.) und den Anzugsbestimmungen für Offiziere. Die rote Waffenfarbe, sichtbar an der Paspelierung der Knopfleiste, den Kragenspiegeln und den breiten Lampassen der Hose, kennzeichnet die Zugehörigkeit zur Pioniertruppe, der technischen Waffengattung des Heeres.

Besonders bemerkenswert sind die Generalseffekten, die Zedniceks spätere Beförderung zum Generalmajor am 1. April 1942 reflektieren. Die eingenähten Schulterstücke und Ärmelpatten aus schwerem Generalsgeflecht sowie die handvernähten Kragenspiegel mit Goldstickerei auf rotem Grund entsprechen den Vorschriften für Generale der Wehrmacht. Der handgestickte Brustadler aus Goldfaden auf dunkelgrünem Tuch und die acht vergoldeten Knöpfe unterstreichen den repräsentativen Charakter dieser Uniform. Die Schlaufen für Ordensspangen und Steckabzeichen zeugen von den Auszeichnungen, die Zednicek im Laufe seiner langen Militärkarriere erworben hatte.

Franz Zedniceks militärische Laufbahn begann in der k.u.k. Armee des Habsburgerreiches. Nach seinem Besuch der Militärschule in Weißkirchen und der Militärakademie Mödling trat er 1907 als Leutnant in das Pionier-Bataillon 4 ein. Während des Ersten Weltkriegs diente er in verschiedenen Pioniereinheiten und geriet im November 1918 in italienische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im Oktober 1919 zurückkehrte. In der Ersten Republik Österreich setzte er seine Karriere im stark verkleinerten Bundesheer fort und stieg bis zum Oberstleutnant auf.

Der Anschluss Österreichs im März 1938 markierte einen entscheidenden Wendepunkt. Zednicek wurde in die Wehrmacht übernommen und dem Stab des Pionier-Bataillons 82 zugeteilt. Seine Expertise als Festungs- und Baupionier führte zu verschiedenen Kommandos im Bereich der Festungspioniertruppe. Während des Krieges hatte er mehrere wichtige Positionen inne, darunter als Festungs-Pionier-Kommandeur und später als Höherer Pionierführer zur besonderen Verwendung.

Die Festungspioniertruppe spielte eine zentrale Rolle beim Bau und der Instandhaltung deutscher Verteidigungsanlagen, insbesondere des Westwalls und der Atlantikwall-Befestigungen. Offiziere wie Zednicek waren verantwortlich für die technische Planung und Ausführung komplexer Befestigungsprojekte. Seine Versetzung zum Stab der Befestigungen Oberrhein und später zum Oberbaustab 21 unterstreichen seine Bedeutung in diesem Bereich.

Die Paradeuniform diente nicht dem Gefechtsgebrauch, sondern repräsentativen Zwecken bei offiziellen Anlässen, Empfängen und Zeremonien. Sie verkörperte die militärische Hierarchie und Tradition und sollte Autorität und Würde des Trägers zum Ausdruck bringen. Das grüne Seidenfutter und die sorgfältige Handarbeit bei der Anbringung der Effekten bezeugen den hohen handwerklichen Standard dieser Uniformen.

Als historisches Dokument bietet diese Uniform Einblick in mehrere Aspekte der Militärgeschichte: die Uniformvorschriften der Wehrmacht, die Rangabzeichen und Waffenfarben, die soziale Stellung der Offiziere sowie die Biographie eines Offiziers, dessen Karriere drei verschiedene Staatsformen umspannte. Die erhaltene Personalakte ergänzt das materielle Objekt um wertvolle biografische Informationen und ermöglicht eine umfassende historische Kontextualisierung.