16 x Knötel Uniformtafel Spanien, 

dabei: Spanische Hilfstruppen des französischen Expeditionskorps in Spanien, Infanterie des National-Heeres 1808, Spanische Dragoner 1806, Das Herr Joseph Napoleons 1811 ... Zustand 2.
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200,00

16 x Knötel Uniformtafel Spanien, 

Die vorliegende Sammlung von 16 Knötel-Uniformtafeln dokumentiert die militärische Bekleidung und Organisation der spanischen Streitkräfte während der napoleonischen Ära, insbesondere während des Spanischen Unabhängigkeitskrieges (1808-1814). Diese Tafeln stammen aus dem monumentalen Werk des preußischen Militärmalers Richard Knötel (1857-1914) und seines Sohnes Herbert Knötel, die zu den bedeutendsten Uniformkundlern ihrer Zeit gehörten.

Die Knötel-Uniformtafeln gelten als wissenschaftliche Standardwerke der Uniformkunde und entstanden auf Grundlage intensiver Archivstudien, zeitgenössischer Quellen und erhaltener Uniformstücke. Richard Knötel begann seine Arbeit an den Uniformdarstellungen in den 1880er Jahren, und das Werk wurde über Generationen fortgeführt. Die Tafeln zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Detailtreue und historische Genauigkeit aus.

Die hier beschriebene Sammlung konzentriert sich auf die turbulente Periode der französischen Intervention in Spanien. Nach dem Vertrag von Fontainebleau (1807) marschierten französische Truppen in Spanien ein, was 1808 zur Abdankung der spanischen Königsfamilie und zur Einsetzung von Joseph Bonaparte, Napoleons älterem Bruder, als König von Spanien führte.

Die spanischen Hilfstruppen des französischen Expeditionskorps repräsentieren eine besonders interessante historische Formation. Nach der französischen Invasion mussten spanische Einheiten eine schwierige Entscheidung treffen: Loyalität zur neuen josephinischen Regierung oder Widerstand gegen die Besatzung. Einige reguläre spanische Truppen traten in französische Dienste und wurden in das französische Expeditionskorps integriert, oft unter Beibehaltung ihrer traditionellen Uniformen mit französischen Modifikationen.

Die Infanterie des National-Heeres 1808 bezieht sich auf die hastigen militärischen Formationen, die nach dem Aufstand vom 2. Mai 1808 in Madrid organisiert wurden. Nach dem gescheiterten Volksaufstand gegen die französische Besatzung bildeten sich in ganz Spanien Juntas (lokale Regierungsräte), die eigene Milizen und reguläre Einheiten aufstellten. Diese Truppen trugen oft provisorische Uniformen, da die traditionellen königlichen Arsenale und Depots teilweise unter französischer Kontrolle standen.

Die spanischen Dragoner 1806 repräsentieren die Kavallerie des alten Regimes unter König Karl IV. Vor der französischen Invasion verfügte Spanien über eine gut organisierte Armee nach französischem Vorbild. Die Dragoner waren berittene Infanterie, die sowohl zu Pferd als auch zu Fuß kämpfen konnte. Ihre Uniformen folgten dem europäischen Standard der Zeit mit charakteristischen Kaskett-Helmen und langen Röcken.

Das Heer Joseph Napoleons 1811 stellt den Höhepunkt der Reorganisation der pro-französischen spanischen Streitkräfte dar. König Joseph I. versuchte, eine loyale spanische Armee aufzubauen, die sein Regime stützen sollte. Diese Truppen erhielten neue Uniformen, die französische und traditionell spanische Elemente kombinierten. Die josephinische Armee umfasste mehrere Infanterie- und Kavallerieregimenter, die in den Uniformvorschriften von 1809 und 1811 detailliert beschrieben wurden.

Die militärische Bekleidung dieser Periode war von großer Bedeutung für Moral und Identität. Die josephinischen Truppen trugen oft Uniformen mit der roten Kokarde des neuen Regimes, während die patriotischen Truppen die traditionellen spanischen Farben beibehielten. Die Uniformfarben variierten je nach Regiment: Infanterie trug typischerweise weiße oder blaue Röcke, während Kavallerie häufig in verschiedenen Farben erschien.

Der Spanische Unabhängigkeitskrieg war geprägt von regulären Gefechten, Guerilla-Kriegsführung und der britischen Intervention unter Wellington. Die spanischen Streitkräfte auf beiden Seiten spielten eine wichtige Rolle, obwohl die patriotischen Guerrilleros oft mehr Aufmerksamkeit in der Geschichtsschreibung erhielten.

Die Knötel-Tafeln dokumentieren diese komplexe militärische Landschaft mit wissenschaftlicher Präzision. Sie zeigen nicht nur die Uniformen, sondern auch Ausrüstung, Bewaffnung und Rangabzeichen. Für Militärhistoriker und Uniformkundler sind diese Darstellungen unverzichtbare Primärquellen, da viele originale Uniformstücke aus dieser Periode nicht erhalten sind.

Der angegebene Zustand 2 deutet auf eine gute bis sehr gute Erhaltung der Tafeln hin, mit minimalen Gebrauchsspuren. Solche Sammlungen sind heute selten und historisch wertvoll, da sie eine systematische Dokumentation eines wichtigen Kapitels der europäischen Militärgeschichte bieten.