Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

2. Form, an langer Nadel, Zustand 2.
319727
€ 40,00

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser ( DRKB ) - Schießauszeichnung in Silber

Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser (DRKB) - Schießauszeichnung in Silber

Die Schießauszeichnung in Silber des Deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser stellt ein bedeutendes Zeugnis der paramilitärischen Veteranenorganisationen der Weimarer Republik und des frühen Dritten Reiches dar. Diese Auszeichnung wurde an Mitglieder verliehen, die herausragende Schießleistungen im Rahmen der regelmäßigen Übungen des Verbandes erbracht hatten.

Der Kyffhäuserbund, wie er umgangssprachlich genannt wurde, entstand 1900 aus dem Zusammenschluss verschiedener regionaler Kriegervereine. Mit über einer Million Mitgliedern in den 1920er Jahren entwickelte er sich zur größten Veteranenorganisation Deutschlands. Die Organisation benannte sich nach dem legendären Kyffhäuser-Berg in Thüringen, einem nationalsymbolischen Ort, an dem der Sage nach Kaiser Barbarossa auf seine Wiederkehr wartet.

Die Schießauszeichnungen wurden in mehreren Stufen verliehen: Bronze, Silber und Gold. Die silberne Auszeichnung stellte die mittlere Leistungsstufe dar und erforderte nachweislich gute bis sehr gute Schießergebnisse über einen längeren Zeitraum. Die Verleihungskriterien wurden in den Verbandsstatuten genau festgelegt und unterlagen der Kontrolle durch die jeweiligen Gauverbände.

Die vorliegende zweite Form der Auszeichnung weist auf eine spätere Produktionsperiode hin. Die erste Form wurde in den 1920er Jahren ausgegeben, während die zweite Form hauptsächlich nach 1933 zur Verwendung kam, als der Kyffhäuserbund zunehmend in die nationalsozialistischen Strukturen integriert wurde. Im Jahr 1938 wurde der DRKB schließlich in den NS-Reichskriegerbund (NSRKB) überführt.

Die Auszeichnung wurde typischerweise als Anstecknadel getragen, befestigt an einer langen Nadel mit Verschluss. Das Design zeigte üblicherweise das Kyffhäuser-Denkmal als zentrales Motiv, umgeben von Eichenlaub oder anderen nationalsozialistischen bzw. militärischen Symbolen. Die silberne Variante bestand meist aus versilbertem Buntmetall oder Tombak.

Der militärische Schießsport spielte in der Zwischenkriegszeit eine wichtige Rolle. Offiziell diente er der “wehrsportlichen Ertüchtigung” und der Pflege kameradschaftlicher Bindungen unter Veteranen. Tatsächlich bildeten diese Aktivitäten jedoch auch eine Form der verdeckten militärischen Ausbildung, die nach dem Versailler Vertrag von 1919 eigentlich stark eingeschränkt war.

Die Schießübungen des DRKB fanden regelmäßig auf lokalen Schießständen statt, oft im Rahmen größerer Verbandstreffen und Festveranstaltungen. Die Verleihung der Auszeichnungen erfolgte meist bei feierlichen Appellen und wurde im Verbandsorgan, der Zeitschrift des Kyffhäuserbundes, dokumentiert.

Nach 1945 wurden alle Organisationen und Auszeichnungen des NS-Regimes verboten. Der Kyffhäuserbund wurde jedoch 1952 in der Bundesrepublik Deutschland als Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. neu gegründet, allerdings ohne direkte Kontinuität zu den Traditionen der NS-Zeit. In der DDR blieb die Organisation verboten.

Heute sind diese Schießauszeichnungen begehrte Sammlerstücke, die wichtige Einblicke in die Militärgeschichte und die gesellschaftlichen Strukturen der Weimarer Republik und des Dritten Reiches bieten. Sie dokumentieren die Bedeutung paramilitärischer Organisationen und deren Rolle bei der Militarisierung der deutschen Gesellschaft in der Zwischenkriegszeit.