Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse an Schraubscheibe - Souval Wien

Eisenkern lackiert, rückseitig auf der Schraubscheibe mit Herstellerbezeichnung "L 58". Deutlich getragen, Zustand 2-.
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400,00

Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse an Schraubscheibe - Souval Wien

Das Eiserne Kreuz 1. Klasse aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges stellt eine der bedeutendsten deutschen Militärauszeichnungen dar. Die hier vorliegende Ausführung mit der Herstellermarkierung L 58 wurde von der renommierten Wiener Firma Souval produziert, einem der wichtigsten Hersteller von Orden und Ehrenzeichen während des Dritten Reiches.

Das Eiserne Kreuz wurde am 1. September 1939 durch Adolf Hitler per Erlass erneuert, zeitgleich mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. Diese Erneuerung knüpfte an die preußische Tradition an, die auf das Jahr 1813 zurückgeht, als König Friedrich Wilhelm III. das Eiserne Kreuz während der Befreiungskriege gegen Napoleon stiftete. Die Version von 1939 unterschied sich von ihren Vorgängern durch das im unteren Arm eingeprägte Hakenkreuz sowie die Jahreszahl “1939” im unteren Arm.

Die erste Klasse des Eisernen Kreuzes stellte eine höhere Stufe der Auszeichnung dar als die zweite Klasse und wurde für wiederholte Tapferkeit oder herausragende Führungsleistungen verliehen. Im Gegensatz zur zweiten Klasse, die an einem Band getragen wurde, befestigte man die erste Klasse mittels einer Schraubscheibe direkt an der linken Brustseite der Uniform. Diese Art der Befestigung ermöglichte ein sicheres und dauerhaftes Tragen der Auszeichnung.

Die Firma Souval mit Sitz in Wien gehörte zu den bedeutendsten österreichischen Herstellern von Orden und Ehrenzeichen. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde das Unternehmen in das System der deutschen Ordensproduktion integriert. Die Herstellermarkierung L 58 ist das charakteristische Kennzeichen dieser Firma und findet sich auf zahlreichen Auszeichnungen aus dieser Zeit. Souval war bekannt für die hohe handwerkliche Qualität seiner Produkte, die oft Details aufwiesen, welche die Stücke von anderen Herstellern unterschieden.

Das vorliegende Exemplar besteht aus einem lackierten Eisenkern, der von einem versilberten Rahmen eingefasst ist. Der schwarze Lack auf dem Eisenkern war charakteristisch für diese Auszeichnung und sollte die Schlichtheit und Bescheidenheit der preußischen Militärtradition symbolisieren. Die Konstruktion mit Schraubscheibe auf der Rückseite war Standard für die erste Klasse und ermöglichte das wiederholte An- und Ablegen der Auszeichnung.

Der beschriebene Erhaltungszustand “deutlich getragen” weist darauf hin, dass diese Auszeichnung tatsächlich von einem Soldaten oder Offizier im Dienst getragen wurde. Gebrauchsspuren an solchen Stücken sind authentische Zeugnisse ihrer Geschichte und erhöhen oft den historischen Wert für Sammler und Forscher. Die Patina, Kratzer und Abnutzungserscheinungen erzählen von den Umständen, unter denen die Auszeichnung getragen wurde.

Die Verleihung des Eisernen Kreuzes 1. Klasse erfolgte nach strengen Richtlinien. In der Regel musste der Empfänger bereits das Eiserne Kreuz 2. Klasse besitzen. Die Auszeichnung wurde für konkrete Taten der Tapferkeit, herausragende Führungsleistungen oder besondere Verdienste im Kampf verliehen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden schätzungsweise 450.000 bis 500.000 Eiserne Kreuze 1. Klasse verliehen, was die Selektivität dieser Auszeichnung unterstreicht.

Die Produktion von Orden und Ehrenzeichen während des Zweiten Weltkrieges unterlag staatlicher Kontrolle und Standardisierung. Hersteller wie Souval mussten bestimmte technische Spezifikationen einhalten, erhielten aber gleichzeitig einen gewissen künstlerischen Spielraum. Dies führte dazu, dass sich die Produkte verschiedener Hersteller in Details unterschieden, was heute für Sammler und Historiker von Interesse ist.

Heute sind solche Auszeichnungen wichtige historische Artefakte, die in Museen und privaten Sammlungen bewahrt werden. Sie dienen der historischen Forschung und Bildung und helfen, die militärische und soziale Geschichte des 20. Jahrhunderts zu verstehen. Der Umgang mit solchen Objekten erfordert historische Sensibilität und ein Bewusstsein für den Kontext, in dem sie entstanden und verliehen wurden.

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