Königin-Luise-Bund ( KLB )

Mitgliedsabzeichen hohlgeprägt, Höhe 37 mm, an Nadel, Zustand 2.
525827
€ 35,00

Königin-Luise-Bund ( KLB )

Das vorliegende Mitgliedsabzeichen gehörte zu einer der bedeutendsten konservativen Frauenorganisationen der Weimarer Republik. Der Königin-Luise-Bund wurde im Mai 1923 in Halle von Else Reichenbach (später Sennewald) gegründet und benannte sich nach Königin Luise von Mecklenburg-Strelitz (1776-1810), der Königin von Preußen, die für ihre Rolle während der Napoleonischen Kriege verehrt wurde. Die Organisation erhielt Unterstützung vom Haus Hohenzollern, wobei Kronprinzessin Cecilie von Preußen, geborene Herzogin von Mecklenburg-Schwerin und Ehefrau des ehemaligen Kronprinzen Wilhelm von Preußen, ab 1924 die Schirmherrschaft übernahm.

Die Führung der Organisation lag zunächst bei der Gründerin Reichenbach, gefolgt von Bundesführerin Marie Netz, die von 1923 bis 1932 amtierte. 1932 übernahm Charlotte Freifrau von Hadeln die Position der Bundesführerin. Der Bund vertrat konservative, monarchistische und nationalistische Ideale und stand in klarer Opposition zum demokratischen System der Weimarer Republik. Politisch war die Organisation eng mit der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und dem paramilitärischen Stahlhelm verbunden, wobei viele Mitglieder Ehefrauen von Stahlhelm-Angehörigen waren.

Das hier beschriebene Abzeichen mit einer Höhe von 37 mm ist hohlgeprägt und wurde an einer Nadel getragen. Die Vorderseite zeigt einen ovalen Kranz aus Eichenblättern mit einem Schild am unteren Ende. Im durchbrochenen Zentrum des Kranzes befindet sich ein ornamentaler Buchstabe “L” unter der preußischen Königskrone. Die Rückseite ist hohlgeprägt als Negativ der Vorderseite und verfügt über eine horizontale Nadel mit Hakenverschluss aus Blech oder Draht. Solche Abzeichen wurden in verschiedenen Größen gefunden, üblicherweise 37,5 mm x 31,3 mm oder 37 x 31 mm, aber auch bis zu 43 x 33 mm. Das Material bestand aus versilbertem Buntmetall, massivem Silber oder Weißmetall, häufig mit versilberter oder mattierter Oberfläche. Das Standardgewicht betrug etwa 4,62 Gramm.

Die Mitglieder trugen dieses Abzeichen als Nachweis ihrer Zugehörigkeit zum Bund. Die Organisation wuchs rasch und zählte bis 1933 etwa 200.000 Mitglieder, was sie zu einem der größten Frauenverbände der Weimarer Republik machte. Verschiedene Hersteller produzierten diese Abzeichen in unterschiedlichen Materialien, was die große Verbreitung der Organisation widerspiegelt. Neben dem Standard-Mitgliedsabzeichen führte der Bund 1933 eine Ehrenspange für zehnjährige Mitgliedschaft ein, die zwei Schilde mit den Buchstaben “L” und “C” (vermutlich für Cecilie) unter einer Krone zeigte, mit den Jahreszahlen 1923-1933. Die Organisation unterhielt auch einen Jugendbereich namens Kinderkreis mit eigenem Abzeichen.

Mitglieder des Königin-Luise-Bundes nahmen bereits vor 1933 an nationalistischen Aktivitäten und Aufmärschen teil, teilweise sogar an der Seite nationalsozialistischer Organisationen. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 kooperierte die Organisation zunächst mit dem NS-Regime aufgrund gemeinsamer nationalistischer Ideologie. Trotz dieser ideologischen Nähe zum Nationalsozialismus wurde der Königin-Luise-Bund 1934 von der Nazi-Regierung aufgelöst. Nach der Auflösung wurden Mitglieder und Abteilungen in nationalsozialistische Frauen- und Kinderorganisationen integriert, darunter die NS-Frauenschaft, den Bund Deutscher Mädel und die Kinderschar. Die Organisation erreichte in der Nachkriegszeit nie wieder ihre frühere Stärke.

Das vorliegende Abzeichen im Zustand 2 dokumentiert somit ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte zwischen den Weltkriegen und repräsentiert die konservativ-monarchistische Frauenbewegung der Weimarer Republik, die trotz ihrer anfänglichen Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus letztendlich dessen Gleichschaltungspolitik zum Opfer fiel.