Kriegsmarine einzelner Knopf für die Schirmmützen der Offiziere oder Portepeeunteroffiziere
Der vorliegende Kriegsmarine-Knopf aus dem Jahr 1938 repräsentiert ein wichtiges Element der deutschen Marineuniform während der Zeit des Dritten Reiches. Mit einem Durchmesser von circa 14 mm handelt es sich um einen Knopf, der speziell für die Schirmmützen der Offiziere oder Portepeeunteroffiziere der Kriegsmarine bestimmt war.
Die Kriegsmarine wurde offiziell am 1. Juni 1935 gegründet und löste die Reichsmarine der Weimarer Republik ab. Diese Umwandlung erfolgte im Rahmen der deutschen Aufrüstung unter der nationalsozialistischen Regierung. Die Uniformvorschriften wurden dabei grundlegend überarbeitet und neue Bekleidungsbestimmungen eingeführt, die sowohl traditionelle Elemente der kaiserlichen Marine als auch neue nationalsozialistische Symbolik integrierten.
Die Jahreszahl 1938 auf der Rückseite des Knopfes ist von besonderer Bedeutung. Sie kennzeichnet das Herstellungsjahr und fällt in eine Phase intensiver Aufrüstung der deutschen Kriegsmarine. In diesem Jahr wurde auch der Z-Plan konzipiert, ein ambitioniertes Flottenbauprogramm unter Großadmiral Erich Raeder, das die Kriegsmarine zu einer der stärksten Seestreitkräfte der Welt machen sollte.
Die Schirmmütze (auch als Peaked Cap bezeichnet) war ein wesentlicher Bestandteil der Dienstuniform von Marineoffizieren und Portepeeunteroffizieren. Die Mütze unterschied sich in ihrer Ausführung deutlich von denen der Mannschaftsdienstgrade. Während einfache Matrosen Mützen ohne Schirm trugen, war die Schirmmütze ein Statussymbol, das den gehobenen Rang des Trägers anzeigte.
Portepeeunteroffiziere bildeten eine besondere Kategorie innerhalb der militärischen Hierarchie. Der Begriff leitet sich vom Portepee ab, einer Troddel oder Schwertquaste, die als Rangabzeichen diente. Portepeeunteroffiziere waren Unteroffiziere mit Patent, die eine Zwischenstellung zwischen den einfachen Unteroffizieren und den Offizieren einnahmen. Sie trugen bereits Offiziersdolche mit Portepee und hatten Anspruch auf besondere Uniformteile, darunter auch die Schirmmütze mit speziellen Knöpfen.
Die Uniformvorschriften der Kriegsmarine waren äußerst detailliert und regelten präzise, welche Knöpfe auf welchen Uniformteilen zu verwenden waren. Die Knöpfe unterschieden sich nach Größe, Material und Design je nach Verwendungszweck. Für Schirmmützen wurden kleinere Knöpfe verwendet, während für Uniformjacken größere Exemplare vorgeschrieben waren.
Die Herstellung von Uniformknöpfen erfolgte durch spezialisierte Hersteller, die von der Wehrmacht autorisiert waren. Die Markierung auf der Rückseite mit “Kriegsmarine 1938” diente der Qualitätskontrolle und ermöglichte die Zuordnung zu einem bestimmten Produktionsjahr. Diese Praxis erleichterte die Standardisierung und Verwaltung der Uniformausstattung innerhalb der Marine.
Die Materialien für Marineknöpfe waren in der Regel Metall, oft mit einer goldenen oder silbernen Beschichtung für Offiziere. Die genaue Zusammensetzung variierte je nach Verfügbarkeit der Rohstoffe, besonders in den späteren Kriegsjahren, als Metallknappheit zu vereinfachten Produktionsmethoden führte.
Das Design der Kriegsmarine-Knöpfe folgte maritimen Traditionen. Häufig zeigten sie den Reichsadler mit Hakenkreuz oder maritime Symbole wie Anker. Die ästhetische Gestaltung verband preußisch-deutsche Militärtraditionen mit der nationalsozialistischen Ikonographie.
Aus heutiger Sicht sind solche Uniformteile wichtige militärhistorische Artefakte, die Einblick in die Organisationsstruktur, die Rangordnung und die materielle Kultur der Kriegsmarine geben. Sie dokumentieren die Detailversessenheit der militärischen Bürokratie und die Bedeutung, die äußeren Rangabzeichen beigemessen wurde.
Für Sammler und Historiker sind authentische Kriegsmarine-Knöpfe von Interesse, da sie relativ kleine, aber aussagekräftige Objekte darstellen, die die Geschichte dieser Epoche greifbar machen. Die Markierungen auf der Rückseite ermöglichen eine präzise Datierung und Zuordnung, was sie zu wertvollen Studienobjekten macht.