Luftwaffe - Dokumentengruppe für einen Angehörigen des Jagdgeschwaders Mölders mit der Berechtigung das Erinnerungsband " Mölders " zu tragen.

Soldbuch im privaten Umschlag ist ausgestellt am 30.8.1939 in Fürstenfeldbruck, mit Foto, befördert bis zum Flugzeugmechaniker, Einheiten : 2. Staffel/I./J.G.71, 4. Staffel/II./J.G.51, 7. Staffel/II./J.G.Mölders, Fliegerhorstkompanie Aibling und am 28.4.1945 entlassen; Auszeichnungen : KVK 2. Klasse mit Schwertern, Ostmedaille, Erinnerungsband " Mölders ".
- Besitzurkunde für die Ehrenplakette der Luftflotte 2, als Obergefreiter der II./J.G.51, in Anerkennung der hervorragenden technischen Verdienste im Feldzug gegen Sowjet-Russland, ausgestellt im Osten am 28.10.1941 durch Generalfeldmarschall Albert Kesselring - Befehlshaber der Luftflotte 2.
- Verleihungsurkunde für das KVK 2. Klasse mit Schwertern, ausgestellt am 20.4.1942 durch General der Flieger Robert Ritter von Greim - Kommandierender General und Befehlshaber des Luftwaffenkommandos Ost ( Ritterkreuz am 24.6.1940, das 216. Eichenlaub am 2.4.1943 und die 92. Schwerter am 28.8.1944 ).
- Verleihungsurkunde zur Ostmedaille, ausgestellt am 4.8.1942.
Die Dokumente sind im gebrauchten Zustand.
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550,00

Luftwaffe - Dokumentengruppe für einen Angehörigen des Jagdgeschwaders Mölders mit der Berechtigung das Erinnerungsband " Mölders " zu tragen.

Diese Dokumentengruppe eines Luftwaffen-Flugzeugmechanikers bietet einen faszinierenden Einblick in die Geschichte des Jagdgeschwaders 51 und seiner späteren Umbenennungen während des Zweiten Weltkriegs. Die Sammlung dokumentiert die militärische Laufbahn eines technischen Personals, das von 1939 bis 1945 in verschiedenen Einheiten diente und dabei mehrere bedeutende Auszeichnungen erhielt.

Das Soldbuch, ausgestellt am 30. August 1939 in Fürstenfeldbruck, nur wenige Tage vor Kriegsausbruch, markiert den Beginn einer sechsjährigen Dienstzeit. Fürstenfeldbruck war ein bedeutender Luftwaffenstützpunkt und Ausbildungsstandort der deutschen Luftwaffe. Die Einheitszugehörigkeiten zeigen einen typischen Verlauf technischen Personals durch verschiedene Jagdgeschwader-Verbände während des Krieges.

Das Jagdgeschwader 51 (JG 51) war eines der traditionsreichsten Jagdverbände der Luftwaffe. Ursprünglich als JG 71 aufgestellt, wurde es später in JG 51 umbenannt. Die größte Ehre erfuhr das Geschwader am 27. Juli 1941, als es nach dem gefallenen Jagdflieger-Ass Werner Mölders in Jagdgeschwader Mölders umbenannt wurde. Mölders war zu diesem Zeitpunkt bereits eine Legende der Luftwaffe mit über 100 Luftsiegen und einer der ersten Träger des Eichenlaubs mit Schwertern zum Ritterkreuz. Nach seinem Unfalltod im November 1941 blieb der Ehrenname bis Kriegsende bestehen.

Das Erinnerungsband “Mölders” war eine besondere Auszeichnung für Angehörige des Geschwaders. Diese Tradition von Erinnerungsbändern wurde von einzelnen Einheiten der Wehrmacht gepflegt, um die Zugehörigkeit zu besonders ausgezeichneten Verbänden zu dokumentieren. Das Recht zum Tragen dieses Bandes war eine Ehre, die die besondere Verbundenheit mit der Tradition des Geschwaders ausdrückte.

Von besonderer Bedeutung ist die Besitzurkunde für die Ehrenplakette der Luftflotte 2, ausgestellt am 28. Oktober 1941 durch Generalfeldmarschall Albert Kesselring. Die Luftflotte 2 spielte eine zentrale Rolle im Feldzug gegen die Sowjetunion, und diese Auszeichnung würdigte die “hervorragenden technischen Verdienste” des Mechanikers. Die Bedeutung des technischen Personals wurde oft unterschätzt, doch ohne die Flugzeugmechaniker wäre kein einziger Einsatz möglich gewesen. Kesselring, einer der fähigsten deutschen Luftwaffenkommandeure, verlieh diese Auszeichnung persönlich für außergewöhnliche Leistungen.

Die Verleihungsurkunde für das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern vom 20. April 1942 trägt die Unterschrift von General der Flieger Robert Ritter von Greim, zu diesem Zeitpunkt Kommandierender General des Luftwaffenkommandos Ost. Von Greim war selbst ein hochdekorierter Offizier, der später zum letzten Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt wurde. Das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern wurde für militärische Verdienste verliehen, die nicht unmittelbar im Kampf erbracht wurden – typisch für technisches Personal, das die Flugzeuge wartete und einsatzbereit hielt.

Die Ostmedaille vom 4. August 1942 dokumentiert die Teilnahme am ersten Kriegswinter 1941/42 an der Ostfront. Diese Auszeichnung, volkstümlich auch “Gefrierfleischorden” genannt, wurde an alle Soldaten verliehen, die zwischen dem 15. November 1941 und dem 15. April 1942 an der Ostfront eingesetzt waren. Die Verleihung dieser Medaille unterstreicht die extremen Bedingungen, unter denen das Personal arbeiten musste – bei Temperaturen, die oft unter minus 30 Grad Celsius fielen.

Die Beförderung zum Flugzeugmechaniker zeigt eine fachliche Entwicklung innerhalb der technischen Hierarchie der Luftwaffe. Diese Spezialisten waren für die Wartung und Instandhaltung der Jagdflugzeuge verantwortlich, insbesondere der Messerschmitt Bf 109 und später der Focke-Wulf Fw 190, die das JG 51 hauptsächlich einsetzte.

Der Dienst bei der Fliegerhorstkompanie Aibling gegen Kriegsende deutet auf eine Verlegung ins Reichsgebiet hin. Bad Aibling in Bayern war Standort eines Fliegerhorsts und wurde in den letzten Kriegsmonaten als Sammelpunkt für verschiedene Einheiten genutzt.

Die Entlassung am 28. April 1945, nur wenige Tage vor der bedingungslosen Kapitulation, markiert das Ende dieser militärischen Laufbahn. Zu diesem Zeitpunkt war die Luftwaffe praktisch nicht mehr einsatzfähig, der Treibstoffmangel hatte den Flugbetrieb weitgehend zum Erliegen gebracht.

Diese Dokumentengruppe ist somit nicht nur das Zeugnis einer individuellen militärischen Karriere, sondern auch ein Spiegel der Geschichte eines der bekanntesten Jagdgeschwader der Luftwaffe und der Entwicklung des Luftkrieges von 1939 bis 1945. Sie dokumentiert die Bedeutung des technischen Personals, ohne dessen Einsatz und Fachkenntnisse kein Flugzeug in die Luft hätte steigen können.