NVA Bajonett M 1959/2 .

Saubere Klinge, schwarze Kunststoff- Griffschalen, schwarze Kunststoffscheide, getragenes Stück. Zustand 2

Preis pro Stück

511327
75,00

NVA Bajonett M 1959/2 .

Das NVA Bajonett M 1959/2: Ein Symbol der bewaffneten Organe der DDR

Das Bajonett M 1959/2 (auch als Modell 59/2 bezeichnet) stellt einen bedeutenden Bestandteil der Ausrüstung der Nationalen Volksarmee (NVA) der Deutschen Demokratischen Republik dar. Dieses Mehrzweckbajonett wurde als Standardausstattung für das Sturmgewehr MPi-KM (eine lizenzierte Version der sowjetischen AK-47) entwickelt und prägte über drei Jahrzehnte hinweg das Erscheinungsbild der DDR-Streitkräfte.

Entwicklung und Einführung

Die Entwicklung des Bajonetts M 1959/2 erfolgte im Kontext der Modernisierung der NVA-Bewaffnung Ende der 1950er Jahre. Mit der Einführung des MPi-KM als Standard-Infanteriegewehr der NVA benötigte man ein entsprechendes Bajonett, das sowohl als Nahkampfwaffe als auch als Werkzeug dienen konnte. Die Bezeichnung “M 1959/2” verweist auf das Entwicklungsjahr und die Modellvariante.

Das Design orientierte sich an sowjetischen Vorbildern, wurde jedoch den spezifischen Anforderungen der NVA angepasst. Die Produktion erfolgte in der DDR, wobei verschiedene volkseigene Betriebe in die Fertigung eingebunden waren. Das Bajonett wurde nicht nur bei der NVA eingesetzt, sondern auch bei anderen bewaffneten Organen der DDR wie der Volkspolizei und den Grenztruppen.

Technische Merkmale und Konstruktion

Das Bajonett M 1959/2 zeichnet sich durch seine robuste und funktionale Konstruktion aus. Die Klinge besteht aus gehärtetem Stahl und weist eine charakteristische spitze Form mit einseitiger Schneide auf. Die Klingenlänge beträgt etwa 150 mm, was dem Bajonett eine ausgewogene Balance zwischen Kampffähigkeit und Handhabbarkeit verleiht.

Ein charakteristisches Merkmal sind die schwarzen Kunststoff-Griffschalen, die aus einem robusten thermoplastischen Material gefertigt wurden. Diese Griffe boten auch bei widrigen Witterungsbedingungen einen sicheren Halt und waren widerstandsfähig gegen die Beanspruchungen des militärischen Alltags. Der Griff ist ergonomisch geformt und ermöglichte eine sichere Handhabung sowohl als Bajonett als auch als Messer.

Die schwarze Kunststoffscheide diente nicht nur dem Schutz der Klinge, sondern war integraler Bestandteil der Mehrzweckfunktion. In Kombination mit dem Rücken der Klinge konnte die Scheide als Drahtschere verwendet werden - eine typische Eigenschaft sowjetisch-inspirierter Bajonette dieser Ära. Die Scheide verfügte über Befestigungsmöglichkeiten für den Koppeltrageapparat und konnte am Sturmgepäck oder direkt am Koppel getragen werden.

Militärischer Einsatz und Bedeutung

Im militärischen Dienst der NVA erfüllte das Bajonett M 1959/2 mehrere Funktionen. Primär diente es als Stichwaffe, die auf das Sturmgewehr aufgepflanzt werden konnte. In dieser Funktion war es Teil der Nahkampfausbildung und gehörte zur Standardbewaffnung bei Paraden und Wachdiensten.

Darüber hinaus wurde das Bajonett als Mehrzweckwerkzeug eingesetzt. Soldaten nutzten es für verschiedene Aufgaben im Feldlager, von Schneidarbeiten bis hin zu improvisierten Reparaturen. Die Drahtschneidefunktion war besonders bei Pioniereinheiten und in der Gefechtsfeldvorbereitung von Bedeutung.

Erkennungsmerkmale und Varianten

Im Laufe der Produktionszeit von den späten 1950er Jahren bis zum Ende der DDR 1990 wurden verschiedene Produktionsvarianten hergestellt. Diese unterscheiden sich teilweise in Details wie Herstellermarkierungen, Materialqualität und Verarbeitungsmerkmalen. Frühe Exemplare können sich in der Kunststoffzusammensetzung von späteren Produktionen unterscheiden.

Getragene Stücke zeigen typische Gebrauchsspuren wie Kratzer an der Scheide, Abnutzung der Griffschalen und natürliche Alterungserscheinungen des Kunststoffs. Die Klingen weisen bei ordnungsgemäßer Pflege in der Regel nur minimale Korrosionsspuren auf, da die NVA großen Wert auf die Wartung der Ausrüstung legte.

Historische Bedeutung und Sammlerwert

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurden große Mengen an NVA-Ausrüstung ausgemustert. Das Bajonett M 1959/2 wurde zu einem begehrten Sammlerobjekt für Militaria-Enthusiasten. Es repräsentiert ein wichtiges Kapitel deutscher Militärgeschichte und dokumentiert die Bewaffnung und Ausrüstung der Streitkräfte eines untergegangenen Staates.

Für Sammler und Historiker bieten diese Bajonette Einblicke in die militärische Kultur der DDR, die industrielle Produktion des Landes und die technologische Ausrichtung am sowjetischen Vorbild. Der Erhaltungszustand variiert erheblich, wobei gut erhaltene Exemplare mit vollständiger Scheide besonders geschätzt werden.

Fazit

Das NVA Bajonett M 1959/2 ist mehr als nur eine militärische Waffe - es ist ein historisches Artefakt, das die militärische Geschichte der DDR verkörpert. Seine funktionale Gestaltung, die robuste Konstruktion und die weite Verbreitung machen es zu einem bedeutenden Zeugnis der Bewaffnung des Warschauer Paktes während des Kalten Krieges.