Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) gehört zu den bekanntesten politischen Hoheitszeichen des Dritten Reiches und stellt ein wichtiges zeithistorisches Dokument dar. Das vorliegende Exemplar ist eine emaillierte Ausführung mit der Herstellermarkierung RZM M1/6 und repräsentiert die standardisierte Produktion dieser Parteiabzeichen in der Zeit zwischen 1933 und 1945.
Die NSDAP führte das Parteiabzeichen bereits in den frühen 1920er Jahren ein. Nach der Wiedergründung der Partei im Jahr 1925 wurde das Abzeichen zum wichtigsten Erkennungszeichen ihrer Mitglieder. Das kreisrunde Abzeichen zeigt ein schwarzes Hakenkreuz in einem weißen Kreis auf rotem Grund – die offiziellen Parteifarben, die sich aus der kaiserlichen Reichskriegsflagge ableiteten. Diese Symbolik sollte Nationalismus und sozialistische Elemente vereinen.
Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde 1929 von Franz Xaver Schwarz, dem Reichsschatzmeister der NSDAP, gegründet. Sie war die zentrale Beschaffungsstelle für sämtliche Uniformen, Ausrüstung und Abzeichen der Partei und ihrer Gliederungen. Die RZM vergab Lizenzen an ausgewählte Hersteller und kontrollierte streng die Qualität und Authentizität der produzierten Gegenstände. Jeder lizenzierte Hersteller erhielt eine eindeutige Kennzeichnung, die auf den Produkten angebracht werden musste.
Die Herstellermarkierung M1/6 bezeichnet einen spezifischen, von der RZM zugelassenen Produzenten von Parteiabzeichen. Das “M” steht für Metall- oder Münzwaren, die Zahlenfolge identifiziert den konkreten Hersteller. Diese systematische Kennzeichnung wurde eingeführt, um Fälschungen zu verhindern und die Qualitätskontrolle zu gewährleisten. Die RZM-Markierungen befinden sich typischerweise auf der Rückseite der Abzeichen, oft in der Nähe der Nadel oder des Verschlusses.
Das Parteiabzeichen wurde in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Die emaillierte Version, wie das vorliegende Stück, gehörte zu den hochwertigeren Varianten. Der Herstellungsprozess umfasste das Auftragen von farbigem Email auf einen Metallträger, meist aus Messing oder Buntmetall, gefolgt von einem Brennvorgang. Diese Technik gewährleistete Langlebigkeit und Farbbeständigkeit. Daneben existierten auch geprägte Versionen ohne Emaillierung sowie gemalte Ausführungen für den Knopflochgebrauch.
Nach der Machtergreifung 1933 stieg die Nachfrage nach Parteiabzeichen dramatisch an. Millionen Deutsche traten der NSDAP bei, teils aus Überzeugung, teils aus karrieristischen Gründen oder sozialem Druck. Das Tragen des Parteiabzeichens wurde für Mitglieder zur Pflicht und entwickelte sich zu einem allgegenwärtigen Symbol im öffentlichen Leben des Dritten Reiches. In vielen Berufen und Positionen war die Parteimitgliedschaft faktisch Voraussetzung für beruflichen Aufstieg.
Die Vergabe der Parteiabzeichen war streng geregelt. Neue Mitglieder erhielten ihr Abzeichen erst nach Bestätigung ihrer Aufnahme durch die zuständige Parteileitung. Jedes Abzeichen war registriert und musste bei Austritt oder Ausschluss zurückgegeben werden. Für langjährige Mitglieder existierten besondere Ehrenabzeichen, etwa das Goldene Parteiabzeichen für Mitglieder mit der Nummer unter 100.000 oder für besondere Verdienste.
Die historische Einordnung dieser Objekte erfordert eine differenzierte Betrachtung. Als materielle Zeugnisse einer verbrecherischen Diktatur besitzen sie heute ausschließlich dokumentarischen und wissenschaftlichen Wert. Die Auseinandersetzung mit solchen Objekten dient der historischen Forschung und Bildung über die NS-Zeit. In Deutschland und vielen anderen Ländern ist die öffentliche zur Schaustellung nationalsozialistischer Symbole strafrechtlich verboten, es sei denn, sie dient der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder Wissenschaft, der Forschung oder Lehre.
Das vorliegende Abzeichen im Zustand 2 weist leichte Gebrauchsspuren auf, ist aber gut erhalten. Solche Objekte werden heute in historischen Sammlungen, Museen und Archiven bewahrt, wo sie als Anschauungsmaterial für die Vermittlung der Geschichte des Nationalsozialismus dienen.