Verwundetenabzeichen 1939 in Silber - Miniatur
Kleiner Restbestand eines Hamburger Herstellers, pro Stück EUR 40,--
Das Verwundetenabzeichen 1939 in Silber gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkrieges. Diese Miniaturausführung mit einer Größe von nur 9 mm stellt eine besondere Variante der regulären Auszeichnung dar und wurde als Anstecknadel für die zivile Kleidung oder als diskrete Kennzeichnung auf Uniformen getragen.
Die Stiftung des Verwundetenabzeichens erfolgte am 1. September 1939 durch Adolf Hitler, zeitgleich mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges. Es ersetzte das Verwundetenabzeichen des Ersten Weltkrieges von 1918 und wurde in drei Stufen verliehen: Schwarz für ein- oder zweimalige Verwundung, Silber für drei- oder viermalige Verwundung und Gold für fünf- oder mehrmalige Verwundung oder Verwundungen mit besonders schweren Folgen.
Das silberne Verwundetenabzeichen wurde an Soldaten verliehen, die drei- oder viermal im Kampf verwundet wurden oder schwere Verwundungen erlitten hatten. Die Verleihung erfolgte unabhängig vom Dienstgrad und war eine der wenigen Auszeichnungen, die ausschließlich aufgrund erlittener Verwundungen vergeben wurde. Das Abzeichen stellte einen stilisierten Stahlhelm M35 dar, umgeben von einem Lorbeerkranz, mit zwei gekreuzten Schwertern im unteren Bereich.
Die hier beschriebene Miniaturausführung mit 9 mm Durchmesser war für das Tragen an langer Nadel vorgesehen. Solche Miniaturen wurden häufig auf Zivilkleidung oder bei besonderen Anlässen getragen, bei denen die Vollgröße der Auszeichnung als unpassend empfunden wurde. Die lange Nadel ermöglichte das sichere Befestigen an verschiedenen Kleidungsstücken und Stoffarten.
Die Herstellung von Verwundetenabzeichen erfolgte durch zahlreiche zugelassene Hersteller im gesamten Reichsgebiet. Hamburger Hersteller spielten dabei eine wichtige Rolle, da die Hansestadt ein bedeutendes Zentrum der Metallverarbeitung und Schmuckherstellung war. Firmen wie Steinhauer & Lück, Friedrich Linden und andere produzierten diese Auszeichnungen in verschiedenen Qualitätsstufen.
Die Versilberung der silbernen Verwundetenabzeichen erfolgte in der Regel galvanisch auf einer Zinkbasis. Die vollständige Erhaltung der originalen Versilberung bei einem über 80 Jahre alten Stück ist bemerkenswert und spricht für die hohe Qualität der Herstellung sowie für die Tatsache, dass das Abzeichen nie getragen wurde. Der Zustand 2+ entspricht einem nahezu perfekten Erhaltungsgrad mit nur minimalen Lagerspuren.
Die Verleihungspraxis des Verwundetenabzeichens war in verschiedenen Erlassen und Bestimmungen geregelt. Die Verleihungsurkunde wurde von der zuständigen Truppeneinheit ausgestellt, und die Verwundungen mussten durch ärztliche Atteste nachgewiesen werden. Auch Erfrierungen, Verbrennungen und andere kampfbedingte Verletzungen konnten zur Verleihung berechtigen.
Nach Kriegsende 1945 wurde das Tragen aller nationalsozialistischen Auszeichnungen zunächst verboten. Erst das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 der Bundesrepublik Deutschland erlaubte das Tragen von Kriegsauszeichnungen in entnazifizierter Form, also ohne Hakenkreuzsymbole. Das Verwundetenabzeichen konnte in seiner ursprünglichen Form weitergetragen werden, da es keine Hakenkreuzsymbolik aufwies.
Für Sammler militärhistorischer Objekte sind ungetragene Miniaturen besonders interessant, da sie einen authentischen Einblick in die Herstellungsqualität und die ursprüngliche Erscheinung dieser Auszeichnungen bieten. Die Existenz von Restbeständen aus Hamburger Herstellerbeständen deutet darauf hin, dass diese Stücke möglicherweise als Produktionsüberschuss am Kriegsende nicht mehr zur Ausgabe gelangten.
Das Verwundetenabzeichen 1939 bleibt ein wichtiges Zeugnis der Militärgeschichte des Zweiten Weltkrieges und dokumentiert das Schicksal von Millionen Soldaten, die im Kriegseinsatz verwundet wurden. Aus heutiger Perspektive dient es als mahnendes Andenken an die menschlichen Kosten kriegerischer Auseinandersetzungen.