Wehrmacht Tornister sogenannter "Affe Rucksack"

Rückseitig ohne Trageriemen, Rückseite mit Herstellermarkierung "..achs Deisselberg Hamburg 1937". Innen mit Trägeretikett " Tilger..". Zustand 2-.
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30,00

Wehrmacht Tornister sogenannter "Affe Rucksack"

Der Wehrmacht Tornister, umgangssprachlich als "Affe" bezeichnet, war ein wesentlicher Bestandteil der Ausrüstung deutscher Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Diese Bezeichnung ergab sich aus der charakteristischen Art und Weise, wie der Rucksack auf dem Rücken des Soldaten saß und dessen Silhouette veränderte.

Das vorliegende Exemplar stammt aus dem Jahr 1937 und wurde von der Firma Deisselberg aus Hamburg hergestellt. Die Herstellermarkierung auf der Rückseite sowie das innenliegende Trägeretikett dokumentieren die Produktion in der Vorkriegszeit, als die Wehrmacht ihre Ausrüstung für die kommenden militärischen Operationen standardisierte und aufstockte.

Der Tornister folgte den Heeresdienstvorschriften (HDv) und war Teil der persönlichen Ausrüstung jedes Infanteristen. Die Konstruktion basierte auf den Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg, wobei man versuchte, die Trageeigenschaften und Funktionalität zu verbessern. Der charakteristische kastenförmige Aufbau ermöglichte es, die notwendige persönliche Ausrüstung geordnet zu verpacken, darunter Wäsche, Verpflegung, persönliche Gegenstände und manchmal auch Munition oder zusätzliche militärische Ausrüstung.

Die Fertigung solcher Ausrüstungsgegenstände erfolgte durch zahlreiche zivile Unternehmen, die Verträge mit dem Heereswaffenamt abgeschlossen hatten. Die Firma Deisselberg in Hamburg war einer dieser Zulieferer, die zur Ausrüstung der schnell wachsenden Wehrmacht beitrugen. Das Jahr 1937 markiert eine Phase intensiver Aufrüstung im Deutschen Reich, zwei Jahre vor Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Das Tragesystem des Tornisters bestand normalerweise aus Lederriemen, die über ein komplexes System von Schnallen und Haken mit dem Koppel (Gürtel) und dem Y-Riemen verbunden wurden. Diese Konstruktion sollte das Gewicht gleichmäßig verteilen und den Soldaten während langer Märsche entlasten. Das Fehlen der Trageriemen beim vorliegenden Stück ist typisch für erhaltene Exemplare, da Leder über die Jahrzehnte oft verfallen ist oder die Riemen zu anderen Zwecken weiterverwendet wurden.

Die Materialien waren in der Regel robustes Segeltuch oder behandeltes Leinen, verstärkt mit Lederecken und Metallbeschlägen. Die olivgrüne oder feldgraue Färbung diente der Tarnung im Gelände. Im Inneren befanden sich oft Unterteilungen zur besseren Organisation der mitgeführten Gegenstände.

Mit dem Fortschreiten des Krieges und zunehmenden Materialengpässen verschlechterte sich die Qualität der Tornister zusehends. Frühe Modelle wie das vorliegende aus dem Jahr 1937 zeichnen sich durch hochwertigere Verarbeitung und bessere Materialien aus als spätere Produktionen, bei denen verstärkt Ersatzstoffe zum Einsatz kamen.

Der Tornister war Teil eines umfassenden Systems aus Ausrüstungsgegenständen, zu dem auch der Brotbeutel, die Feldflasche, das Kochgeschirr, die Gasmaskenkapsel und das Patronenetui gehörten. Zusammen bildeten sie die Marschausrüstung, die ein Infanterist bei sich tragen musste.

Heute sind solche authentischen Stücke wichtige Zeitzeugen der Militärgeschichte und werden von Sammlern, Museen und historischen Einrichtungen bewahrt. Sie dokumentieren nicht nur die materielle Kultur der Wehrmacht, sondern auch die industrielle Produktion und Logistik einer militärischen Großmacht im 20. Jahrhundert.

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