Deutsches Reich 1. Weltkrieg große tragbare Auszeichnungmedaille der "89. Infanterie-Division 1916-17".

Große nichttragbare Medaille, Stahl poliert, Durchmesser 50 mm. Darstellung: deutscher Soldat eine Handgranate werfend. Rückseitig EK und umlaufender Eichenlaubkranz, ohne Gravur, Zustand 2.

Die 89. Infanterie-Division war ein selbstständig operierender Großverband des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg. Sie war eine Kriegsdivision, d.h. sie wurde erst im Verlaufe des Krieges aufgestellt.
Kriegsgliederung am 20.02.1918 :
178. Infanterie-Brigade,
Landwehr-Infanterie-Regiment Nr.8,
Infanterie-Regiment Nr.333,
Infanterie-Regiment Nr.375,
4. Eskadron Dragoner-Regiment Nr.11,
Arko 89,
Feld-Artillerie-Regiment Nr. 89,
I. Bataillon Kgl. Bayer. 4. Fußartillerie-Regiment,
5. Kompanie Pionier-Bataillon Nr. 26,
Maschinengewehr-Kompanie Nr. 89,
Divisions-Nachrichten-Kommandeur Nr. 89
503228
250,00

Deutsches Reich 1. Weltkrieg große tragbare Auszeichnungmedaille der "89. Infanterie-Division 1916-17".

Die 89. Infanterie-Division des Deutschen Reiches repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der militärischen Organisation während des Ersten Weltkriegs. Als eine der zahlreichen Kriegsdivisionen, die erst im Verlauf des Konflikts aufgestellt wurden, verkörpert sie die enormen personellen und organisatorischen Anstrengungen des deutschen Militärs zwischen 1914 und 1918.

Diese Division wurde als Reaktion auf die sich entwickelnden strategischen Bedürfnisse des Krieges formiert, als klar wurde, dass der Konflikt nicht, wie ursprünglich erwartet, binnen weniger Monate beendet sein würde. Die Kriegsgliederung vom 20. Februar 1918 zeigt eine typische deutsche Infanteriedivision der späteren Kriegsphase: Die 178. Infanterie-Brigade bildete das Rückgrat der Division und umfasste das Landwehr-Infanterie-Regiment Nr. 8 sowie die Infanterie-Regimenter Nr. 333 und 375.

Bemerkenswert ist die Vielfalt der unterstützenden Einheiten. Die 4. Eskadron des Dragoner-Regiments Nr. 11 stellte die Aufklärungs- und Verbindungskapazitäten sicher, während das Feld-Artillerie-Regiment Nr. 89 unter dem Arko 89 (Artillerie-Kommandeur) die notwendige Feuerkraft bereitstellte. Besonders interessant ist die Einbindung des I. Bataillons des Königlich Bayerischen 4. Fußartillerie-Regiments, die die föderale Struktur des deutschen Heeres widerspiegelt.

Die militärische Auszeichnungskultur des Kaiserreichs war von großer Bedeutung für Moral und Traditionspflege. Divisionsmedaillen wie diese dienten nicht nur der Anerkennung militärischer Leistungen, sondern auch der Stärkung der Einheitsidentität. Das Motiv des granatenwerfenden Soldaten symbolisiert die Realität des modernen Grabenkriegs, in dem Handgranaten zu einer der wichtigsten Nahkampfwaffen geworden waren.

Die Stahlausführung der Medaille ist charakteristisch für die späteren Kriegsjahre, als Materialknappheit zur Substitution edlerer Metalle durch Eisen und Stahl führte. Dies wurde nicht als Minderwertigkeit, sondern als “Eisernes Zeichen eiserner Zeit” propagandistisch verklärt.