Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Generalmajor Julius Ringel

auf seiner Hoffmann-Postkarte R 20, mit etwas schwacher Tintensignatur " Ringel ", rückseitig mit Schreibmaschine " Hurra die Gams ! ", am 3.11.1943 als Feldpost gelaufen, Zustand 2.
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Heer - Originalunterschrift von Ritterkreuzträger Generalmajor Julius Ringel

Die vorliegende Hoffmann-Postkarte R 20 mit der Originalunterschrift von Generalmajor Julius Ringel, Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes, stellt ein bedeutendes zeitgeschichtliches Dokument aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs dar. Die Karte wurde am 3. November 1943 als Feldpost versandt und trägt rückseitig den maschinenschriftlichen Vermerk “Hurra die Gams!” – ein Ausruf, der auf Ringels enge Verbindung zu den Gebirgstruppen hinweist.

Julius Ringel (1889-1967) war einer der bedeutendsten deutschen Gebirgsjägerkommandeure des Zweiten Weltkriegs. Der gebürtige Österreicher trat bereits 1909 in die k.u.k. Armee ein und kämpfte im Ersten Weltkrieg als Offizier der Gebirgstruppen. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde er in die Wehrmacht übernommen und machte schnell Karriere. Ringel befehligte die 5. Gebirgs-Division während des Balkanfeldzugs 1941 und spielte eine entscheidende Rolle bei der Eroberung Kretas während der Operation Merkur im Mai 1941. Für seine Leistungen wurde ihm am 9. Juli 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen, später erhielt er das Eichenlaub dazu.

Die Hoffmann-Postkarten waren ein weit verbreitetes Propagandainstrument der NS-Zeit. Der Heinrich Hoffmann Verlag in München produzierte Millionen von Postkarten mit Porträts von Militärs, Politikern und Kriegsszenen. Die R-Serie (vermutlich für “Ritterkreuzträger”) zeigte speziell ausgezeichnete Soldaten und Offiziere. Diese Karten wurden sowohl kommerziell verkauft als auch häufig von den abgebildeten Personen selbst verwendet, um Autogrammanfragen zu beantworten oder persönliche Korrespondenz zu führen.

Das Feldpostsystem war während des Zweiten Weltkriegs ein lebenswichtiges Kommunikationsmittel zwischen Front und Heimat. Die Feldpost war portofrei und unterlag der militärischen Zensur. Millionen von Briefen und Postkarten wurden täglich befördert, was eine logistische Meisterleistung darstellte. Die Verwendung einer Propagandapostkarte mit eigenem Porträt als Feldpostmedium durch einen hochrangigen Offizier wie Ringel zeigt die Verschränkung von persönlicher Korrespondenz, militärischer Kommunikation und NS-Propaganda.

Der Vermerk “Hurra die Gams!” ist besonders aufschlussreich. Die Gams (Gämse) war das traditionelle Symbol der Gebirgsjäger und zierte als Edelweiß-Gams-Abzeichen deren Uniformen. Dieser Ausruf verkörperte den Korpsgeist und die Identität der Gebirgstruppen. Die maschinenschriftliche Ausführung deutet darauf hin, dass die Karte möglicherweise von Ringels Stab vorbereitet wurde, was bei der Masse an Korrespondenz, die ein Divisionskommandeur zu bewältigen hatte, durchaus üblich war.

Im November 1943, dem Zeitpunkt der Versendung dieser Karte, befand sich Ringel im Einsatz an verschiedenen Fronten. Nach seinem Erfolg auf Kreta kommandierte er Verbände in Nordeuropa und später auf dem Balkan. Diese Phase des Krieges war durch zunehmende Rückschläge für die Wehrmacht gekennzeichnet: Die Schlacht um Stalingrad war verloren, Italien hatte kapituliert, und an allen Fronten wuchs der Druck der Alliierten.

Die Bewahrung solcher Autographenkarten und Feldpostdokumente ist für die militärhistorische Forschung von großem Wert. Sie dokumentieren nicht nur die Karrieren einzelner Militärs, sondern geben auch Einblick in die Alltagskultur des Krieges, die Propagandapraxis und die persönlichen Netzwerke innerhalb der Wehrmacht. Originalunterschriften von Ritterkreuzträgern wurden und werden von Sammlern geschätzt, was leider auch zu Fälschungen geführt hat. Die hier erwähnte “etwas schwache Tintensignatur” könnte auf die Verwendung schlechter Tinte, feuchte Bedingungen im Feld oder die hastige Unterzeichnung vieler Karten zurückzuführen sein.

Nach dem Krieg wurde Julius Ringel von jugoslawischen Behörden wegen Kriegsverbrechen auf dem Balkan gesucht, wurde jedoch nie ausgeliefert. Er starb 1967 in Österreich. Seine militärische Karriere und die Taten der unter seinem Kommando stehenden Einheiten bleiben Gegenstand historischer Forschung und Kontroversen, insbesondere bezüglich der Kriegsführung auf dem Balkan und der Beteiligung an Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung.

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