Luftwaffe Goldener Frontflugspange Anhänger mit Brillanten für "2000" Feindflüge

Es handelt sich mit Sicherheit um eine hervorragende Juweliersanfertigung aus echtem Gold, die einzeln eingesetzten Zahlen "2000" mit echten Brillanten besetzt, seitlich die Lorbeerblätter per Hand graviert. Nur leichte Altersspuren, Zustand 2.
Der einzig bekannte Träger einer Anhängerspange "2000" in Gold mit Brillanten war Oberst Rudel. Seine Auszeichnungen befinden sich bis heute noch in Familienbesitz. 
Wir konnten dieses Stück aus einer alten deutschen Sammlung erwerben, leider ohne weitere Unterlagen. Vielleicht ein Vorlagemuster oder ein Stück für eine weitere Verleihung ?
388728

Luftwaffe Goldener Frontflugspange Anhänger mit Brillanten für "2000" Feindflüge

Die Frontflugspange für Kampfflieger gehörte zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde am 30. Januar 1941 durch Reichsmarschall Hermann Göring gestiftet und sollte die besondere Leistung von Besatzungen würdigen, die eine bestimmte Anzahl von Feindflügen absolviert hatten.

Das Auszeichnungssystem war gestaffelt aufgebaut: Die Bronze-Spange wurde nach 20 Einsätzen verliehen, die Silber-Spange nach 60 Einsätzen und die Gold-Spange nach 110 Einsätzen. Für jeweils weitere 110 Einsätze konnte ein Anhänger zur Gold-Spange verliehen werden, der die Gesamtzahl der geflogenen Einsätze anzeigte. Diese Anhänger wurden zunächst in den Stufen 200, 300, 400, 500, 600, 700, 800, 900 und 1000 verliehen.

Die vorliegende Juweliersanfertigung mit der Zahl “2000” und Brillantbesatz stellt eine absolute Ausnahmeerscheinung dar. In der gesamten Geschichte der Luftwaffe ist nur ein einziger Fall dokumentiert, in dem ein Anhänger mit dieser Zahl verliehen wurde: Oberst Hans-Ulrich Rudel, der erfolgreichste Schlachtflieger des Zweiten Weltkriegs.

Hans-Ulrich Rudel flog ausschließlich die Junkers Ju 87 “Stuka” und absolvierte insgesamt 2.530 Feindflüge, eine bis heute unerreichte Zahl. Seine außergewöhnlichen Leistungen umfassten die Vernichtung zahlreicher Panzer, Fahrzeuge und militärischer Ziele an der Ostfront. Als einziger Träger der höchsten Stufe des Eisernen Kreuzes mit Goldenen Eichenblättern, Schwertern und Brillanten erhielt er am 29. März 1944 als erster und einziger Soldat überhaupt diese einzigartige Auszeichnung.

Die technische Ausführung solcher hochwertigen Auszeichnungen erfolgte durch spezialisierte Juweliere und Goldschmiede. Die Berliner Manufaktur C.E. Juncker war einer der bekanntesten Hersteller von Luftwaffen-Auszeichnungen, aber auch andere renommierte Firmen wie Gebrüder Godet oder Klein & Quenzer stellten hochwertige Orden und Ehrenzeichen her. Bei Sonderanfertigungen mit Brillanten handelte es sich stets um exklusive Einzelstücke, die von Hand gefertigt wurden.

Die Anhänger zur Frontflugspange bestanden üblicherweise aus vergoldetem Metall oder echtem Gold und zeigten die erreichte Einsatzzahl zwischen zwei stilisierten Lorbeerzweigen. Die Befestigung erfolgte über eine bewegliche Öse an der Hauptspange. Bei besonders hochrangigen Ausführungen, wie dem vorliegenden Exemplar, wurden die Zahlen mit Brillanten besetzt, was den außergewöhnlichen Charakter der Leistung unterstreichen sollte.

Nach dem Kriegsende 1945 verblieben viele persönliche Auszeichnungen im Besitz der Träger oder ihrer Familien. Rudels Auszeichnungen befinden sich bekanntermaßen noch heute im Familienbesitz. Dies wirft interessante Fragen bezüglich des vorliegenden Stückes auf: Handelt es sich möglicherweise um ein Vorlagemuster des Juweliers, um ein Ersatzstück, oder um eine Anfertigung für eine nie erfolgte weitere Verleihung?

Die historische Seltenheit eines solchen Objekts kann nicht überschätzt werden. Während die regulären Frontflugspangen in größeren Stückzahlen hergestellt wurden, waren Anhänger für höhere Zahlen bereits selten. Ein Anhänger mit der Zahl 2000 und Brillantbesatz gehört zu den absoluten Raritäten der militärischen Phaleristik.

Die handgravierte Ausführung der Lorbeerzweige und die einzeln gefassten Brillanten zeugen von höchster handwerklicher Qualität. Solche Arbeiten erforderten nicht nur technisches Können, sondern auch Zugang zu wertvollen Materialien, was während des Krieges zunehmend schwieriger wurde. Dies deutet darauf hin, dass das Stück entweder relativ früh oder unter besonderen Umständen angefertigt wurde.

Für Sammler und Historiker werfen solche Objekte wichtige Fragen zur Herstellung, Verleihung und Überlieferung von Auszeichnungen des Dritten Reiches auf. Die Dokumentation solcher Stücke trägt zum Verständnis der militärischen Ehrungskultur dieser Zeit bei, unabhängig von der moralischen Bewertung des Regimes und seiner Kriege.

r