NSDAP Teilnehmerabzeichen der Alten Garde Ostpreußenfahrt 1937

16 mm kleine versilberte Auflage auf ca. 30x20 mm großem Bernstein (Amber), an Tragenadel.
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450,00

NSDAP Teilnehmerabzeichen der Alten Garde Ostpreußenfahrt 1937

Das NSDAP Teilnehmerabzeichen der Alten Garde Ostpreußenfahrt 1937 stellt ein bedeutendes Zeitzeugnis der nationalsozialistischen Erinnerungskultur dar. Dieses außergewöhnliche Abzeichen verbindet politische Symbolik mit regionaler Identität durch die Verwendung von Bernstein, dem “Gold der Ostsee”, als Trägermaterial.

Die Alte Garde der NSDAP bezeichnete jene Parteimitglieder, die der Bewegung bereits vor dem gescheiterten Putschversuch vom 9. November 1923 in München beigetreten waren. Diese Gruppe genoss innerhalb der Parteistruktur einen besonderen Status und erhielt verschiedene Privilegien und Ehrenzeichen. Die Mitglieder der Alten Garde wurden als die treuesten Anhänger Adolf Hitlers betrachtet und spielten eine wichtige Rolle in der Mythologie der NSDAP.

Die Ostpreußenfahrt von 1937 war eine von mehreren organisierten Gedenkfahrten und Propagandaveranstaltungen, die das NS-Regime in der Zwischenkriegszeit durchführte. Ostpreußen hatte für die nationalsozialistische Ideologie eine besondere Bedeutung: Als durch den Versailler Vertrag vom Deutschen Reich getrenntes Gebiet symbolisierte es die vermeintliche “Ungerechtigkeit” der Nachkriegsordnung. Die Provinz wurde häufig in der NS-Propaganda als Beispiel für deutsches “Grenzlandtum” instrumentalisiert.

Solche Fahrten und Treffen dienten mehreren Zwecken: Sie stärkten den Zusammenhalt der Parteimitglieder, demonstrierten die Präsenz der NSDAP in allen Reichsteilen und dienten der politischen Mobilisierung. Die Teilnehmer erhielten häufig spezielle Abzeichen als Erinnerung an diese Ereignisse, die dann als sichtbare Zeichen der Zugehörigkeit zur Bewegung getragen wurden.

Die Gestaltung dieses speziellen Abzeichens ist bemerkenswert: Ein versilbertes Emblem von 16 mm Durchmesser wurde auf einem etwa 30x20 mm großen Bernsteinstück montiert. Die Verwendung von Bernstein ist dabei kein Zufall. Bernstein wurde seit Jahrhunderten an den Küsten Ostpreußens gefunden und galt als charakteristisches Produkt der Region. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich in Städten wie Königsberg eine bedeutende Bernsteinindustrie. Durch die Verwendung dieses Materials verband das Abzeichen die politische Botschaft mit der regionalen Identität Ostpreußens.

Die Herstellung solcher Abzeichen erfolgte meist durch spezialisierte Firmen, die im Auftrag von Parteidienststellen oder lokalen Organisationen arbeiteten. Die Kombination aus Metall und Bernstein erforderte handwerkliches Geschick, da der Bernstein als organisches Material vorsichtig bearbeitet werden musste. Die Versilberung des metallenen Emblems verlieh dem Abzeichen einen repräsentativen Charakter.

Die Tragenadel auf der Rückseite ermöglichte das Befestigen des Abzeichens an der Kleidung, typischerweise an der Uniform oder dem Zivilanzug. Parteimitglieder trugen häufig mehrere Abzeichen gleichzeitig, die ihre verschiedenen Funktionen, Mitgliedschaften und die Teilnahme an besonderen Ereignissen dokumentierten.

Im Kontext der NS-Abzeichenkunde nimmt dieses Stück eine besondere Stellung ein. Während standardisierte Parteiabzeichen in hohen Auflagen produziert wurden, waren Veranstaltungsabzeichen wie dieses in deutlich geringerer Stückzahl verfügbar. Sie wurden nur an tatsächliche Teilnehmer der jeweiligen Veranstaltung ausgegeben, was sie zu exklusiveren Objekten machte.

Aus wissenschaftlicher Sicht sind solche Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Herrschaftspraxis, der Organisationsstruktur der NSDAP und der Funktionsweise politischer Symbolik im Dritten Reich. Sie dokumentieren die Bemühungen des Regimes, durch materielle Kultur Loyalität zu schaffen und zu belohnen sowie historische Narrative zu konstruieren.

Die Verwendung regionaler Materialien wie des ostpreußischen Bernsteins in Parteiabzeichen zeigt auch die Strategie der NSDAP, lokale Identitäten und Traditionen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Gleichzeitig wurde damit die Verbindung zwischen der Partei und den verschiedenen Regionen des Reiches symbolisch dargestellt.

Heute sind solche Objekte Gegenstand historischer Forschung und werden in Museen und Sammlungen aufbewahrt. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer diktatorischen Herrschaft und ihrer Mechanismen der Machtausübung und Loyalitätssicherung. Ihre Bewahrung und wissenschaftliche Untersuchung tragen zum Verständnis dieser dunklen Epoche der deutschen Geschichte bei.

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