Waffen-SS Feldbluse für einen SS-Untersturmführer Sanitätslaufbahn der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division "Prinz Eugen"

um 1944. Fertigung aus feldgrauem Gabardinetuch, dunkelgrüner Kragen, Knopfleiste mit 6 feldgrau getönten Knöpfen. Komplett mit allen Effekten. Metallfaden-handgestickte Kragenspiegel maschinell vernäht, eingenähte matte Schulterstücke, Waffenfarbe kornblumenblau. Auf dem linken Arm mit RZM-Metallfaden handgesticktem Ärmeladler, per Hand vernäht. Das Ärmelband in Metallfaden gewebte Ausführung mit Schriftzug "Prinz Eugen", per Hand vernäht. Auf der Brust Schlaufen für 1 Steckabzeichen. Innen mit dem typischen feldgrauen Seidenfutter. Die Feldbluse ist deutlich getragen mit leichten Alters und Tragespuren, alle Effekten original vernäht,  ein kleines Loch am Kragen, in gutem unberührter original Erhaltung. Zustand 2-.

Bei der Waffen-SS trugen die Ärzte keinen besonderen Dienstgrad, bei der Wehrmacht wäre es ein Unterarzt gewesen, der noch vor seiner Approbation stand. Die Beförderung zum SS-Hauptsturmführer /Stabsarzt erfolgte nach bestandenem 2. Staatsexamen.
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Waffen-SS Feldbluse für einen SS-Untersturmführer Sanitätslaufbahn der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division "Prinz Eugen"

Die Feldbluse eines SS-Untersturmführers der Sanitätslaufbahn aus der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” repräsentiert ein bedeutendes Zeitdokument der Uniformgeschichte des Zweiten Weltkrieges. Diese um 1944 gefertigte Uniformjacke verkörpert die spezifischen Rangabzeichen und Organisationsstrukturen innerhalb des medizinischen Dienstes der Waffen-SS.

Die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” wurde im März 1942 aufgestellt und bestand überwiegend aus Volksdeutschen aus dem Balkanraum, insbesondere aus dem Banat, Siebenbürgen und anderen Regionen Südosteuropas. Die Division war nach Prinz Eugen von Savoyen benannt, dem berühmten Feldherrn des Heiligen Römischen Reiches, der im 17. und 18. Jahrhundert gegen das Osmanische Reich kämpfte. Die Einheit wurde hauptsächlich für Gebirgskriegsführung und Anti-Partisanen-Operationen auf dem Balkan eingesetzt.

Die Feldbluse zeigt die charakteristische Fertigung aus feldgrauem Gabardinetuch mit dunkelgrünem Kragen, wie es für Uniformen der Waffen-SS typisch war. Die Konstruktion mit sechs feldgrau getönten Knöpfen entsprach den gängigen Uniformvorschriften. Besonders bemerkenswert sind die Metallfaden-handgestickten Kragenspiegel, die auf höhere Qualität und wahrscheinlich private Beschaffung hinweisen, auch wenn sie maschinell vernäht wurden.

Die Schulterstücke mit kornblumenblauer Waffenfarbe identifizieren den Träger eindeutig als Angehörigen des Sanitätsdienstes. Die Waffenfarbe Kornblumenblau war seit den Uniformbestimmungen der Wehrmacht und später der Waffen-SS fest für medizinisches Personal vorgeschrieben. Die eingenähten, matten Schulterstücke zeigen den Rang eines Untersturmführers, was dem Leutnant der Wehrmacht entsprach.

Ein wichtiges Detail dieser Uniform ist ihre Zuordnung zur Sanitätslaufbahn. Bei der Waffen-SS trugen Ärzte besondere Dienstgradbezeichnungen, die sich vom normalen Offizierskorps unterschieden. Ein SS-Untersturmführer der Sanitätslaufbahn entsprach einem Unterarzt bei der Wehrmacht – einem Medizinstudenten, der sein Studium noch nicht vollständig abgeschlossen hatte und noch vor seiner Approbation stand. Nach bestandenem zweiten Staatsexamen erfolgte die Beförderung zum SS-Hauptsturmführer/Stabsarzt.

Der auf dem linken Oberarm handgenähte RZM-Metallfaden-handgestickte Ärmeladler entspricht den Qualitätsstandards der Reichszeugmeisterei (RZM), die für die Standardisierung und Qualitätskontrolle von Partei- und SS-Effekten zuständig war. Die handgestickte Ausführung in Metallfaden war aufwendiger und teurer als gewebte oder maschinengestickte Varianten.

Das Ärmelband “Prinz Eugen” in Metallfaden-gewebter Ausführung ist ein charakteristisches Erkennungsmerkmal dieser Division. Ärmelbänder wurden in der Waffen-SS zur Identifikation verschiedener Divisionen und Einheiten verwendet. Das handgenähte Ärmelband zeigt die individuelle Montage der Effekten, wie es bei Uniformen dieser Periode üblich war.

Die Schlaufen für ein Steckabzeichen auf der Brust dienten zur Befestigung von Auszeichnungen oder Qualifikationsabzeichen. Im Fall eines Sanitätsoffiziers könnte dies das Verwundetenabzeichen oder andere militärische Auszeichnungen betroffen haben.

Das feldgraue Seidenfutter im Inneren war typisch für Offiziersuniformen höherer Qualität und unterschied diese von einfacheren Mannschaftsuniformen. Die Verwendung von Seide wurde im Kriegsverlauf jedoch zunehmend durch Kunstfasern oder einfachere Materialien ersetzt, was die Datierung um 1944 plausibel macht.

Der Erhaltungszustand mit deutlichen Tragespuren und dem kleinen Loch am Kragen bezeugt die tatsächliche Verwendung dieser Uniform im Feld. Die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division “Prinz Eugen” war während des gesamten Krieges auf dem Balkan aktiv und führte intensive Operationen durch, bei denen medizinisches Personal unverzichtbar war.

Die medizinischen Dienste der Waffen-SS waren nach demselben Prinzip organisiert wie die der Wehrmacht, mit Truppenärzten, Sanitätsoffizieren und Sanitätspersonal auf verschiedenen Ebenen. Die Ausbildung folgte den deutschen medizinischen Standards, und viele Sanitätsoffiziere hatten vor oder während ihrer militärischen Laufbahn an deutschen Universitäten studiert.

Diese Feldbluse ist ein authentisches Zeugnis der komplexen Uniformierungs- und Rangstrukturen der Waffen-SS sowie der spezifischen Geschichte der Division “Prinz Eugen”. Sie dokumentiert die materielle Kultur und organisatorische Struktur einer Formation, die eine besondere Rolle in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges auf dem Balkan spielte.