Ehrenkreuz der Deutschen Mutter in Bronze - Miniatur
Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter, auch bekannt als Mutterkreuz, repräsentiert eines der bekanntesten Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschlands und spiegelt die pronatalistische Bevölkerungspolitik des NS-Regimes wider. Diese Miniaturausführung in Bronze mit 21 mm Durchmesser, gefertigt vom Hersteller L/21 (Wernstein, Jena), stellt eine verkleinerte Version der regulären Dekoration dar, die für den täglichen Gebrauch konzipiert wurde.
Das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter wurde durch eine Verordnung Adolf Hitlers vom 16. Dezember 1938 gestiftet, die am ersten Weihnachtsfeiertag 1938 in Kraft trat. Die Auszeichnung war Teil einer umfassenden bevölkerungspolitischen Strategie, die darauf abzielte, die Geburtenrate in Deutschland zu erhöhen und die Rolle der Frau als Mutter zu glorifizieren. Die erste Verleihung erfolgte symbolträchtig am 21. Mai 1939, dem Muttertag, durch Reichsinnenminister Wilhelm Frick.
Die Dekoration existierte in drei Stufen: Bronze für Mütter mit vier oder fünf Kindern, Silber für sechs oder sieben Kinder und Gold für acht oder mehr Kinder. Die Kinder mussten “erbgesund” und “würdig” im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie sein. Die Mutter selbst musste als “erziehungstüchtig” gelten und durfte keine Vorstrafen haben.
Die Miniaturausführung wurde zusätzlich zur regulären Dekoration getragen und war besonders für den Alltag gedacht. Sie wurde an einer kleinen Bandschleife mit Nadel befestigt, was das diskrete Tragen an der Zivilkleidung ermöglichte. Die Miniatur behielt das charakteristische Design des Hauptkreuzes bei: ein blaues Emaille-Kreuz mit dem Hakenkreuz im Zentrum, umgeben von den Worten “Der Deutschen Mutter”, sowie dem Datum “16. Dezember 1938”.
Der Herstellercode L/21 identifiziert die Firma Wernstein in Jena als Produzenten. Während des Krieges wurden verschiedene Hersteller mit der Produktion beauftragt, die durch Punzen oder Prägestempel gekennzeichnet wurden. Die Qualität und Ausführung variierte je nach Hersteller und Produktionsjahr erheblich, wobei frühe Exemplare in der Regel von höherer handwerklicher Qualität waren als spätere Kriegsproduktionen.
Das Band der Bronzestufe war in charakteristischem Dunkelblau mit weißen Randstreifen gehalten. Die Miniatur wurde üblicherweise mit einer Schleife aus demselben Band versehen, wobei eine Anstecknadel die Befestigung an der Kleidung ermöglichte. Trägerinnen erhielten ein entsprechendes Besitzzeugnis, das die Verleihung dokumentierte.
Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden etwa 4,7 Millionen Mutterkreuze verliehen, davon der überwiegende Teil in Bronze. Die Auszeichnung war Teil eines umfassenden Systems von Vergünstigungen für kinderreiche Mütter, einschließlich bevorzugter Behandlung bei Behörden, in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Veranstaltungen.
Nach 1945 wurde das Tragen des Mutterkreuzes durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 verboten, das alle nationalsozialistischen Orden und Ehrenzeichen für nichtig erklärte. Das Gesetz untersagte nicht nur das Tragen, sondern auch die Herstellung und den Vertrieb solcher Auszeichnungen. In der Bundesrepublik Deutschland blieb dieses Verbot mit dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 bestehen.
Heute sind Mutterkreuze und ihre Miniaturen Gegenstand militärhistorischer und zeitgeschichtlicher Forschung. Sie dokumentieren die pronatalistische und rassistische Familienpolitik des NS-Regimes sowie die Instrumentalisierung der Mutterrolle für ideologische Zwecke. Museen und wissenschaftliche Sammlungen bewahren diese Objekte als Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte auf.
Der Zustand 2 des beschriebenen Exemplars deutet auf eine gut erhaltene Miniatur hin, mit geringen Gebrauchsspuren, die die ursprüngliche Emaillierung und Details weitgehend intakt belassen haben. Solche Stücke sind heute wichtige Studienmaterialien für das Verständnis der Alltagskultur und Propagandamechanismen des “Dritten Reiches”.