England, Erinnerungsstück an den Sieg Wellingtons über die Franzosen bei der Schlacht von Vittoria 1813

Große Teekanne aus schwarzer Basaltkeramik von runder, länglicher Form, der gewölbte, mit Schilfrohr geformter Deckel mit einem mit Blumen und Früchten modellierten Abschluß (geklebt), der ausladende Hals mit basalem Lorbeerfries, der Körper auf der Seite mit einer Büste Wellingtons modelliert, als Zeichen des britischen Erfolgt Britannia, welche den erfolgreichen Feldherrn mit einem Lorbeerkranz krönt während die geflügelte Figur des Ruhmes in ein Horn bläst. Darunter die Bannerrolle "WELLINGTON", auf der anderen Seite ovaler Lorbeerkranz mit den militärischen Erfolgen Wellingtons " India, Portugal & Spain, darunter Vittoria 21st. june 1813, am Henkel in Form einer mystischen Seeschlange eine Metallschlaufe mit Kette und Haken für das Teeei, die Tülle in Form eines Löwenkopfes mit Hals. Höhe ca. 23 cm, Breite ca. 28 cm.

In der Schlacht bei Vitoria kämpften am 21. Juni 1813 englische, portugiesische und spanische Truppen unter dem Oberbefehl Wellingtons gegen französische, die unter dem nominellen Oberbefehl Joseph Bonapartes standen, aber von Marschall Jourdan befehligt wurden. Die Franzosen verloren die Schlacht, flohen und ließen eine große Menge Beutegut und Kanonen auf dem Schlachtfeld zurück.
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England, Erinnerungsstück an den Sieg Wellingtons über die Franzosen bei der Schlacht von Vittoria 1813

Diese bemerkenswerte schwarze Basaltkeramik-Teekanne repräsentiert ein faszinierendes Kapitel britischer Militärgeschichte und der Erinnerungskultur des frühen 19. Jahrhunderts. Das Stück wurde zur Feier des entscheidenden Sieges des Duke of Wellington über die französischen Streitkräfte in der Schlacht von Vitoria am 21. Juni 1813 geschaffen, einem Wendepunkt im Peninsular War (Spanischer Unabhängigkeitskrieg).

Die Schlacht von Vitoria war von außerordentlicher strategischer Bedeutung. Arthur Wellesley, Duke of Wellington, befehligte eine alliierte Armee aus britischen, portugiesischen und spanischen Truppen gegen die französischen Streitkräfte unter nominalem Kommando von Joseph Bonaparte, dem von seinem Bruder Napoleon eingesetzten König von Spanien, während die tatsächliche militärische Führung bei Marschall Jean-Baptiste Jourdan lag. Der überwältigende alliierte Sieg führte nicht nur zur Flucht der französischen Armee, sondern auch zum Verlust von über 150 Kanonen, dem gesamten Tross und enormen Mengen an Beutegut. Joseph Bonaparte musste die spanische Krone aufgeben, und die französische Herrschaft über Spanien brach zusammen.

Solche Gedenkobjekte aus schwarzer Basaltkeramik wurden hauptsächlich von der renommierten Staffordshire-Töpferindustrie hergestellt, wobei Wedgwood der bekannteste Produzent dieser Materialart war, obwohl auch andere Manufakturen ähnliche Waren fertigten. Die schwarze Basaltkeramik, eine von Josiah Wedgwood in den 1760er Jahren perfektionierte Steinzeugmasse, wurde durch Zugabe von Mangan- und Eisenoxiden erreicht und eignete sich hervorragend für detaillierte Reliefarbeiten im neoklassizistischen Stil.

Die ikonografische Gestaltung dieser Teekanne ist programmatisch und reich an symbolischer Bedeutung. Die Büste Wellingtons wird von Britannia mit einem Lorbeerkranz gekrönt – ein klassisches Motiv, das auf römische Triumphtraditionen zurückgeht. Die geflügelte Figur des Ruhmes (Fama) mit ihrem Horn verkündet den britischen Triumph. Der Lorbeerfries am Hals der Kanne und der ovale Lorbeerkranz auf der Rückseite unterstreichen die militärische Ehrung. Die Aufzählung der Erfolge Wellingtons – “India, Portugal & Spain” – erinnert an seine gesamte militärische Karriere, von seinen frühen Erfolgen in Indien (1799-1805) über seine Kampagnen auf der Iberischen Halbinsel.

Die praktische Gestaltung verbindet Funktionalität mit Symbolik: Der Löwenkopf als Tülle verweist auf britische Stärke und Mut, während die mystische Seeschlange am Henkel möglicherweise auf Wellingtons maritime Unterstützung durch die Royal Navy anspielt. Die Metallkette für das Teeei zeigt, dass dies trotz seiner commemorativen Funktion ein durchaus gebrauchsfähiges Objekt war.

Die Produktion solcher Erinnerungsstücke war im Großbritannien der Napoleonischen Kriege weit verbreitet. Die britische Keramikindustrie, besonders in Staffordshire, reagierte schnell auf aktuelle Ereignisse und produzierte patriotische Waren für einen kaufkräftigen Mittelstand, der seinen Patriotismus durch den Erwerb solcher Objekte demonstrieren konnte. Diese Stücke dienten sowohl als Gebrauchsgegenstände als auch als Ausdruck politischer Gesinnung und nationalen Stolzes.

Der Sieg von Vitoria hatte weitreichende Folgen. Er markierte den Beginn der endgültigen Vertreibung der Franzosen aus Spanien und ermöglichte Wellingtons Vorstoß über die Pyrenäen nach Frankreich selbst. Die Nachricht vom Sieg erreichte London am 3. Juli 1813 und löste landesweite Feiern aus. Ludwig van Beethoven komponierte sogar sein orchestrales Werk “Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria” (Op. 91) zur Feier dieses Ereignisses.

Solche Keramiken sind heute wichtige Zeugnisse der materiellen Kultur und der Erinnerungsgeschichte. Sie dokumentieren, wie militärische Erfolge im öffentlichen Bewusstsein verankert wurden und wie die aufstrebende Konsumgesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts nationale Identität durch Alltagsgegenstände ausdrückte. Die Qualität der Modellierung und die Komplexität der Ikonografie zeigen das hohe handwerkliche Niveau der britischen Keramikindustrie dieser Epoche.