III. Reich kurzes Polizei Extraseitengewehr 

Nicht aufpflanzbare Ausführung, 260mm lange, schlanke Klinge mit Herstellerzeichen "Original Eickhorn Solingen", die Klinge zeigt leichte Korrosionsansätze, zierlicheres Aluminiumgefäß mit Adlerkopfknauf und eichenlaubverziertem Parierstück, Hirschhorngriffschalen mit aufgelegtem Polizeiadler aus Nickel, schwarze Lederscheide mit vernickelten Beschläge, mit braunem Koppelschuh, getragen mit Alters-und Lagerspuren, ansonsten in guter Erhaltung. Zustand 2
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1.550,00

III. Reich kurzes Polizei Extraseitengewehr 

Das kurze Polizei-Extraseitengewehr des Dritten Reiches stellt ein faszinierendes Beispiel für die Bewaffnung und Ausrüstung der deutschen Polizeikräfte in der Zeit zwischen 1933 und 1945 dar. Diese spezielle Ausführung einer Blankwaffe verbindet praktische militärische Funktion mit den symbolischen Elementen des nationalsozialistischen Regimes.

Die Entwicklung polizeilicher Seitengewehre in Deutschland hat eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 begann eine umfassende Reorganisation und Vereinheitlichung der deutschen Polizeikräfte. Heinrich Himmler übernahm 1936 die Kontrolle über die gesamte deutsche Polizei und etablierte ein stark militarisiertes System. In diesem Kontext wurden auch die Ausrüstungsgegenstände, einschließlich der Seitengewehre, nach neuen Richtlinien standardisiert.

Die hier beschriebene Waffe wurde von Eickhorn in Solingen hergestellt, einem der renommiertesten deutschen Hersteller von Blankwaffen. Die Firma Carl Eickhorn, gegründet 1865, hatte sich bereits im Kaiserreich und der Weimarer Republik einen exzellenten Ruf erarbeitet. Während des Dritten Reiches gehörte Eickhorn zu den Hauptlieferanten für militärische und polizeiliche Seitengewehre. Das Herstellerzeichen "Original Eickhorn Solingen" auf der Klinge garantierte höchste Qualität und Handwerkskunst.

Die Klinge mit einer Länge von 260mm entspricht der "kurzen" Ausführung, die sich von den längeren Bajonetten des Militärs unterschied. Die nicht aufpflanzbare Konstruktion zeigt, dass diese Waffe ausschließlich als Seitenwaffe konzipiert war und nicht auf ein Gewehr montiert werden konnte. Dies war typisch für Polizeiausführungen, da Polizeibeamte in der Regel keine Langwaffen mit Bajonettaufnahme trugen.

Besonders bemerkenswert ist das Aluminiumgefäß mit dem charakteristischen Adlerkopfknauf. Der Adler als Symbol hatte im Dritten Reich höchste Bedeutung und wurde auf verschiedenen Ausrüstungsgegenständen verwendet. Das mit Eichenlaub verzierte Parierstück unterstreicht die dekorative Gestaltung dieser Polizeiwaffe. Das Eichenlaub symbolisierte traditionell Stärke, Beständigkeit und deutsches Heldentum.

Die Hirschhorngriffschalen mit aufgelegtem Polizeiadler aus Nickel sind typisch für höherwertige Polizei-Seitengewehre dieser Epoche. Der Polizeiadler unterschied sich vom Partei- oder Wehrmachtsadler durch seine spezifische Gestaltung und Ausrichtung. Die Verwendung von Hirschhorn als Griffmaterial war nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern bot auch praktische Vorteile durch seine griffige, rutschfeste Oberfläche.

Die schwarze Lederscheide mit vernickelten Beschlägen und braunem Koppelschuh komplettiert die Ausrüstung. Die Scheide diente nicht nur dem Schutz der Klinge, sondern ermöglichte auch das sichere Tragen am Koppel. Der Koppelschuh, der die Verbindung zum Leibriemen herstellte, war ein wesentliches Element der uniformierten Trageweise.

In der Polizei des Dritten Reiches gab es verschiedene Formationen: die Ordnungspolizei (Orpo), die Sicherheitspolizei (Sipo) und die Gendarmerie. Jede dieser Einheiten hatte spezifische Ausrüstungsvorschriften, wobei Seitengewehre zum regulären Bestandteil der Uniform gehörten, insbesondere bei Paraden, Wachdiensten und zeremoniellen Anlässen.

Die Bezeichnung "Extraseitengewehr" deutet darauf hin, dass es sich um eine zusätzliche oder speziell erworbene Ausführung handelte, möglicherweise von höherer Qualität als die Standardausgabe. Solche Stücke wurden häufig von Offizieren oder höherrangigen Beamten getragen, die Wert auf hochwertigere Ausführungen legten.

Aus sammlerischer und historischer Perspektive sind solche Polizei-Seitengewehre wichtige Zeugnisse der militarisierten Polizeistruktur des Dritten Reiches. Sie dokumentieren die handwerkliche Qualität deutscher Waffenschmiede und die symbolische Aufladung alltäglicher Ausrüstungsgegenstände mit ideologischen Elementen. Die Erhaltung und Dokumentation solcher Objekte dient der historischen Forschung und Bildung, wobei stets der kritische historische Kontext berücksichtigt werden muss.

Die heute sichtbaren Gebrauchsspuren und leichten Korrosionsansätze zeugen von der authentischen Nutzung dieser Waffe während ihrer aktiven Dienstzeit. Sie erzählen von den Jahrzehnten seit ihrer Herstellung und dem Weg durch verschiedene Besitzer und historische Epochen.