Marine-Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 

Eisen hohl geprägt und geschwärzt, rückseitig an runder Nadel. Leicht getragen, Zustand 2.
507029
275,00

Marine-Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 

Das Marine-Verwundetenabzeichen in Schwarz von 1918 stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Marinegeschichte des Ersten Weltkrieges dar. Diese Auszeichnung wurde im Rahmen eines umfassenden Systems von Verwundetenabzeichen geschaffen, das die Opfer und Leiden der deutschen Soldaten und Matrosen im Großen Krieg würdigen sollte.

Die Stiftung der Verwundetenabzeichen erfolgte durch Kaiser Wilhelm II. am 3. März 1918, als der Krieg bereits in sein viertes Jahr eingetreten war. Diese späte Einführung unterschied sich von den früheren Auszeichnungspraktiken und reflektierte die veränderten gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber den Kriegsverletzten. Die Marine erhielt dabei ihre eigene spezifische Version des Verwundetenabzeichens, die sich in der Gestaltung von der entsprechenden Heeresauszeichnung unterschied.

Das Marine-Verwundetenabzeichen wurde in drei Stufen verliehen: in Schwarz für ein- oder zweimalige Verwundung, in Silber für drei- oder viermalige Verwundung und in Gold für fünf- oder mehrmalige Verwundung. Die schwarze Ausführung, wie sie hier beschrieben wird, war somit die grundlegende Stufe und wurde am häufigsten verliehen. Die Farbe Schwarz symbolisierte dabei nicht nur die Stufe der Auszeichnung, sondern auch die dunkle Natur der erlittenen Verletzungen und des Krieges selbst.

Die technische Ausführung des Abzeichens ist charakteristisch für die Fertigungsmethoden der späten Kriegsjahre. Das Eisen als Material spiegelte die zunehmende Ressourcenknappheit des Deutschen Reiches wider. Die Hohlprägung war ein effizientes Herstellungsverfahren, das Material sparte und dennoch eine detaillierte Darstellung ermöglichte. Die Schwärzung des Eisens diente nicht nur der ästhetischen Gestaltung, sondern schützte das Metall auch vor Korrosion.

Die Gestaltung des Marine-Verwundetenabzeichens unterschied sich von der Heeresversion durch maritime Elemente. Während das Heeresabzeichen einen Stahlhelm mit gekreuzten Schwertern zeigte, wies die Marinevariante typischerweise einen Anker oder andere marinespezifische Symbole auf. Diese ikonographische Differenzierung unterstrich die besondere Identität der Kaiserlichen Marine und die spezifischen Gefahren des Seekrieges.

Die Verleihungsbedingungen waren in den entsprechenden Stiftungsbestimmungen klar geregelt. Eine Verwundung wurde anerkannt, wenn sie durch direkte Feindeinwirkung entstanden war oder wenn sie sich aus den besonderen Umständen des Seekrieges ergab. Dazu gehörten auch Verletzungen durch Minen, Torpedotreffer oder bei Schiffskatastrophen im Gefecht. Auch Erfrierungen und andere durch den Kriegsdienst verursachte bleibende Schädigungen konnten unter bestimmten Umständen zur Verleihung berechtigen.

Die Kaiserliche Marine hatte im Ersten Weltkrieg eine komplexe Rolle inne. Während die Hochseeflotte nach der Skagerrakschlacht von 1916 weitgehend in ihren Häfen verblieb, waren U-Boot-Besatzungen, Minensuchverbände und Marineinfanterie kontinuierlich im Einsatz und entsprechenden Gefahren ausgesetzt. Besonders die U-Boot-Waffe erlitt hohe Verluste - von den etwa 375 eingesetzten U-Booten gingen 178 verloren, was Tausende von Toten und Verwundeten bedeutete.

Die Trageweise des Abzeichens war ebenfalls reglementiert. Es wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb anderer Orden und Ehrenzeichen. Die runde Nadel auf der Rückseite ermöglichte eine sichere Befestigung an der Uniformjacke. Das Abzeichen durfte auch auf Zivilkleidung getragen werden, was den Trägern öffentliche Anerkennung ihrer Opfer sicherte.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Untergang der Monarchie behielt das Marine-Verwundetenabzeichen seine Bedeutung. Die Weimarer Republik erkannte die im Kaiserreich verliehenen Auszeichnungen weiterhin an, und die Träger durften ihre Ehrenzeichen behalten und tragen. Dies war Teil der Bemühungen, die Kriegsveteranen in die neue demokratische Gesellschaft zu integrieren.

Heute sind diese Abzeichen wichtige Sammlerstücke und historische Dokumente. Sie erinnern an die menschlichen Kosten des Ersten Weltkrieges und an die spezifische Erfahrung der Marinesoldaten. Jedes erhaltene Exemplar erzählt stumm von den Entbehrungen, Gefahren und Verletzungen, die sein Träger im Dienst der Kaiserlichen Marine erlitten hat. Die leichte Tragespuren an diesem Exemplar bezeugen seine authentische Verwendung durch einen Marinesoldaten während oder nach dem Kriegsgeschehen.