Miniaturspange 2. Weltkrieg - 2 Auszeichnungen
Die vorliegende Miniaturspange stellt eine bedeutende Form der militärischen Auszeichnungspraxis im Dritten Reich dar. Mit einer Breite von 9 mm gehört sie zu den sogenannten Frackausführungen oder Gesellschaftsminiaturen, die bei Zivilkleidung oder zu besonderen Anlässen getragen wurden.
Die Spange vereint zwei bedeutende Auszeichnungen: das Eiserne Kreuz 2. Klasse in der 1939 wieder eingeführten Form sowie das Verwundetenabzeichen der Legion Condor in Schwarz. Diese Kombination erzählt von einem Träger, der sowohl im Spanischen Bürgerkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg gedient hat.
Das Eiserne Kreuz wurde am 1. September 1939 durch Adolf Hitler als Stiftungstag erneuert, genau am Tag des Überfalls auf Polen. Die 1939er Version unterschied sich von ihren Vorgängern aus den Befreiungskriegen und dem Ersten Weltkrieg durch das zentrale Hakenkreuz sowie die Jahreszahl “1939” am unteren Arm. Die 2. Klasse wurde am Band getragen oder als Bandspange am Knopfloch, während die hier vorliegende Miniatur für den zivilen oder gesellschaftlichen Anlass bestimmt war.
Das Verwundetenabzeichen der Legion Condor ist historisch besonders bedeutsam, da es an deutsche Freiwillige verliehen wurde, die zwischen 1936 und 1939 auf Seiten der Nationalisten im Spanischen Bürgerkrieg kämpften. Die Legion Condor war eine deutsche Luftwaffen-Einheit, die General Franco unterstützte und als Testfeld für neue Waffen und Taktiken diente, die später im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen.
Die schwarze Stufe des Verwundetenabzeichens wurde für ein- oder zweimalige Verwundung verliehen. Das Abzeichen wurde am 14. Mai 1939 durch Hermann Göring in seiner Funktion als Oberbefehlshaber der Luftwaffe gestiftet. Es zeigt ein nach links gewandtes Hakenkreuz, umgeben von einem Eichenlaubkranz, mit dem Schwert der Legion Condor und der Inschrift “LEGION CONDOR” sowie den Jahreszahlen “1936-1939”.
Die Herstellermarkierung L/57 auf der Rückseite identifiziert den Produzenten eindeutig. Nach dem System der Hersteller-Codes im Dritten Reich stand L/57 für die Firma Rudolf Souval in Wien, einen renommierten Hersteller militärischer Auszeichnungen und Abzeichen. Souval war für die hohe Qualität seiner Arbeiten bekannt und produzierte während des Krieges zahlreiche Orden und Ehrenzeichen.
Die Miniaturspangen dienten einem praktischen Zweck: Während die regulären Orden und Abzeichen zur Uniform getragen wurden, konnten Offiziere und Soldaten bei zivilen Anlässen, Empfängen oder in Gesellschaftskleidung ihre Auszeichnungen in verkleinerter Form präsentieren. Die lange Nadel auf der Rückseite ermöglichte das sichere Befestigen am Revers oder an der Frackkette.
Die Kombination dieser beiden Auszeichnungen auf einer Spange deutet auf einen Träger hin, der zu den vergleichsweise wenigen gehörte, die sowohl in Spanien als auch im frühen Zweiten Weltkrieg im Einsatz waren. Etwa 19.000 deutsche Angehörige der Wehrmacht dienten während des Spanischen Bürgerkrieges in der Legion Condor, von denen viele später in den Zweiten Weltkrieg zogen und dort weitere Auszeichnungen erhielten.
Der Zustand 2 entspricht in der militaria-sammlerischen Bewertungsskala einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit nur geringen Gebrauchsspuren. Dies spricht für eine sorgfältige Aufbewahrung über die Jahrzehnte.
Solche Miniaturspangen sind heute bedeutende militärhistorische Dokumente, die nicht nur handwerkliche Qualität zeigen, sondern auch individuelle Lebensgeschichten repräsentieren. Sie dokumentieren die Teilnahme an historischen Ereignissen und die komplexe Geschichte der deutschen Streitkräfte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Für Historiker und Sammler bieten sie wertvolle Einblicke in das Auszeichnungswesen, die Herstellungspraktiken und die biografischen Wege von Soldaten dieser Zeit.