NSDAP - "Kinderlandverschickung - Kinder aufs Land", 1934
Das NSDAP Kinderlandverschickung Spendenabzeichen von 1934 mit der Inschrift "Kinder aufs Land" dokumentiert die Frühphase eines nationalsozialistischen Sozialprogramms, das sich von einer scheinbar harmlosen Wohlfahrtsinitiative zu einem umfassenden Instrument der Indoktrination entwickeln sollte. Dieses kreisförmige Blechabzeichen aus gestanztem Blech mit bronzefarbener Oberfläche wurde von der NS-Volkswohlfahrt (NSV) im Jahr 1934 als Spendenabzeichen ausgegeben und an Personen verteilt, die zum Programm beigetragen hatten.
Die NSV hatte die Kinderlandverschickung 1934 offiziell übernommen und systematisiert. Das Programm baute auf dem Weimarer Konzept der "Sommerfrische für Stadtkinder" auf, das die NSV ab 1933 unter dem Namen Kinderlandverschickung fortführte und erheblich erweiterte. Ab 1934 nahmen jährlich etwa 650.000 Kinder bis zu 14 Jahren an dem Programm teil. Zehntausende von Stadtkindern wurden für mehrwöchige Aufenthalte aufs Land gebracht, mit dem erklärten Ziel, ihnen eine vorübergehende Flucht vor den gesundheitlichen und sozialen Gefahren des städtischen Umfelds zu bieten.
Durch das Hilfswerk Mutter und Kind der NSV wurden Kinderlandverschickungen durchgeführt, beispielsweise ab 1933 in Würzburg, wobei die Kinder hauptsächlich aus den Regionen Düsseldorf, Köln und Saarland nach Unterfranken kamen. Das Abzeichen zeigt die Darstellung eines Landarbeiters oder Mannes, der einen Jungen und ein Mädchen an den Händen hält. In der unteren Hälfte des Bildes befindet sich die umlaufende Legende "Kinder aufs Land" und die Jahreszahl "1934". Eine dekorative Umrandung aus kleinen gestrichelten Linien schmückt den Rand, außer am unteren Bereich, wo sich die Inschrift KINDER AUFS LAND befindet.
Das Abzeichen aus magnetischem, gestanztem Blech hat einen hohlen Rücken und misst etwa 33 mm im Durchmesser. Auf der Rückseite ist eine angelötete Nadel befestigt. Das Abzeichen wurde ohne Herstellermarkierungen produziert, der genaue Hersteller bleibt unbekannt.
Die frühe Freizeitausrichtung der Kinderlandverschickung, wie sie durch dieses Abzeichen von 1934 repräsentiert wird, sollte sich während des Krieges grundlegend wandeln. Das Programm "Erweiterte Kinderlandverschickung", eine Initiative der Hitler-Jugend, brachte Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren in KLV-Lagern unter, oft für mehrere Monate. Von dem Einfluss ihrer Eltern getrennt, waren die an diesen Programmen teilnehmenden Kinder vollständig der nationalsozialistischen Indoktrination und Erziehung ausgesetzt. Bis zum Kriegsende hatten über zwei Millionen Kinder an ihnen teilgenommen. Ab Oktober 1940 entwickelte sich das Programm zur Erweiterten Kinderlandverschickung (EKLV) als Evakuierungsprogramm. Nach 1940 konzentrierte sich die NSV hauptsächlich auf die Evakuierung von Müttern und Kindern aus durch Luftangriffe bedrohten Städten.
Heute werden diese Abzeichen als historische Artefakte der nationalsozialistischen Wohlfahrtspropaganda gesammelt. Das Spendenabzeichen von 1934 stellt einen einzigartigen Typ dar, der speziell für die Kampagne dieses Jahres ausgegeben wurde. Ähnliche NSV-Spendenabzeichen wurden jährlich für verschiedene Kampagnen herausgegeben, aber dieses spezifische Design scheint einzigartig für 1934 zu sein. Das Abzeichen dokumentiert den Beginn einer Entwicklung, bei der scheinbare Fürsorge als Vehikel für totale ideologische Erfassung junger Menschen diente.