Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

27 mm, mit RZM-Hersteller M1/34, an Nadel, Zustand 2.
471229
50,00

Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form

Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der organisierten Frauenbewegung im Dritten Reich dar. Die NSF wurde am 1. Oktober 1931 als offizielle Frauenorganisation der NSDAP gegründet und stand unter der Leitung von Gertrud Scholtz-Klink ab 1934, die den Titel Reichsfrauenführerin trug.

Das vorliegende Abzeichen in der 5. Form zeigt die typische Gestaltung dieser Mitgliedsabzeichen: Es handelt sich um ein rundes Emblem von 27 mm Durchmesser, das das charakteristische Hakenkreuz als zentrales Element der nationalsozialistischen Symbolik aufweist. Die Kennzeichnung RZM M1/34 verweist auf die Reichszeugmeisterei, die zentrale Prüf- und Genehmigungsstelle für alle Uniformen, Abzeichen und Ausrüstungsgegenstände der NSDAP und ihrer Gliederungen.

Die Reichszeugmeisterei (RZM) wurde 1929 gegründet und kontrollierte ab 1933 systematisch die Produktion und den Vertrieb aller Parteiabzeichen. Die Herstellernummer M1/34 identifiziert den lizenzierten Produzenten dieses Abzeichens. Das “M” steht für Metall- und Emailleabzeichen, während die Zahlenkombination den spezifischen Hersteller bezeichnet. Diese strenge Regulierung sollte Qualitätsstandards sicherstellen und den unregulierten Handel mit Parteiinsignien verhindern.

Die NSF entwickelte sich zur Massenorganisation mit mehreren Millionen Mitgliedern. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, die nationalsozialistische Ideologie unter deutschen Frauen zu verbreiten und diese in das System der NS-Volksgemeinschaft zu integrieren. Die Organisation propagierte ein traditionelles Frauenbild, das Mutterschaft, Haushaltsführung und die Unterstützung des Ehemannes in den Vordergrund stellte. Der nationalsozialistische Slogan “Kinder, Küche, Kirche” spiegelte diese Ideologie wider, wobei allerdings die kirchliche Komponente zunehmend durch Parteibindung ersetzt wurde.

Die fünf verschiedenen Formen des NSF-Mitgliedsabzeichens entstanden durch mehrere Neugestaltungen zwischen 1931 und 1945. Die 5. Form gehört zu den späteren Varianten und wurde wahrscheinlich ab Mitte der 1930er Jahre verwendet. Die verschiedenen Formen unterschieden sich in Details der Gestaltung, wobei die grundlegende Symbolik konstant blieb.

Das Abzeichen wurde an der Nadel getragen, typischerweise an der Zivilkleidung der Mitglieder. Anders als bei uniformierten Organisationen wie der SA oder SS trug die NSF keine einheitliche Uniform für alle Mitglieder, sondern nur für Funktionärinnen bei offiziellen Anlässen. Das Mitgliedsabzeichen diente daher als wichtigstes äußeres Erkennungszeichen der Zugehörigkeit zur Organisation.

Der angegebene Zustand 2 nach der gängigen Erhaltungsskala für militärische und politische Antiquitäten bezeichnet ein gut erhaltenes Exemplar mit leichten Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass das Abzeichen tatsächlich getragen wurde, aber keine erheblichen Beschädigungen aufweist.

Die NSF war Teil des umfassenden Systems der NS-Frauenorganisationen, zu dem auch das Deutsche Frauenwerk (DFW) gehörte. Während die NSF eine Parteigliederung war, der nur politisch zuverlässige Frauen beitreten konnten, fungierte das DFW als breitere Dachorganisation. 1935 wurde die organisatorische Struktur vereinheitlicht, wobei Scholtz-Klink beide Organisationen leitete.

Die Aktivitäten der NSF umfassten Schulungen in Hauswirtschaft, Mutterschaftspropaganda, soziale Betreuungsarbeit und die Organisation von kulturellen Veranstaltungen. Während des Krieges übernahm die Organisation zusätzliche Aufgaben in der Kriegswirtschaft und der Betreuung von Verwundeten. Mitglieder wurden zur Sammlung von Altmaterial, zur Unterstützung des Winterhilfswerks und zu anderen kriegswichtigen Tätigkeiten herangezogen.

Aus historischer Sicht dokumentieren solche Abzeichen die umfassende Durchdringung der Gesellschaft durch nationalsozialistische Organisationsstrukturen. Das detaillierte System von Rangabzeichen, Mitgliedsausweisen und Emblems schuf eine komplexe Hierarchie und sichtbare Zugehörigkeitszeichen, die das NS-Regime zur Kontrolle und Mobilisierung der Bevölkerung nutzte.

Heute sind solche Objekte wichtige Quellen für die historische Forschung über den Nationalsozialismus und die Rolle von Frauen in diesem System. Sie illustrieren die Mechanismen der Integration und Indoktrination sowie die materielle Kultur des Dritten Reiches. Die RZM-Markierungen ermöglichen es Forschern, Produktionszeiträume zu bestimmen und die Organisation der NS-Wirtschaft zu rekonstruieren.