Der preußische Kürassierhelm Modell 1867 für einen Oberst in Generalsstellung repräsentiert eine bemerkenswerte Kombination militärischer Traditionen im Königreich Preußen und späteren Kaiserreich. Diese außergewöhnliche Kopfbedeckung verkörpert die preußische Regelung, nach der Oberste, die in Generalsstellung befördert wurden, die Uniform ihres ursprünglichen Truppenteils beibehielten, jedoch mit modifizierten Rangabzeichen.
Der preußische Kürassier-Metallhelm hatte seine Ursprünge in den Jahren 1842-43, als die Pickelhaube eingeführt wurde. Die vollständig aus Metall gefertigten Versionen wurden spezifisch von Kürassieren getragen und häufig von hochrangigen Persönlichkeiten bevorzugt. Das Modell 1867 stellte eine Bemühung zur Gewichtsreduzierung dar und führte einen leichteren Helm mit modifizierter Schirmverbindung ein. Dieses Muster sah Einsatz während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870-71.
Die spezifische Generalsausführung spiegelt die preußische Verordnung wider, die es Obersten in Generalsstellung erlaubte, ihre Regimentsuniform mit modifizierten Insignien beizubehalten. Gemäß der Allerhöchsten Kabinetts-Order (A.K.O.) vom 31. Juli 1860 trugen Oberste in Generalsstellung die Uniform ihres alten Truppenteiles. Kürassiere behielten ihre Kopfbedeckung bei, jedoch mit goldenem Generalsadler und Stern, wie in Paul Pietschs “Formations- und Uniformierungsgeschichte des preußischen Heeres”, Band II, Seite 250, dokumentiert.
Die technische Konstruktion des Helms zeigt die charakteristischen Merkmale der Offiziersvariante des Modell 1867. Die leichte vernickelte Stahlglocke unterscheidet sich von den Helmen der Mannschaften durch ihre leichtere Konstruktion und hochwertigere Ausstattung. Das abgestufte Visier vorn ist charakteristisch für das Muster 1867, ebenso wie der gegliederte Nackenschutz in Hummerschwanzform. Die gewölbten Schuppenketten sind an Kleeblattrosetten mit Rändelschrauben befestigt, ein Merkmal der Offiziersqualität. Das Kreuzblatt mit Kugelschrauben und die hohe gekehlte vernickelte Spitze vervollständigen die typische Silhouette.
Das herausragende Merkmal dieser Generalsvariante ist der große feuervergoldete Gardeadler mit aufpolierten Kanten für Generale. Aufgelegt ist der Gardestern, dessen Zentrum emailliert ist. Diese Kombination von Gardeadler und -stern war ausschließlich Generalen vorbehalten und verband den Träger sowohl mit dem elitären Gardestatus als auch mit dem Generalsoffiziersrang. Die beiden Kokarden in großer Ausführung entsprechen der Offiziersqualität.
Das Modell 1867 unterschied sich vom nachfolgenden Modell 1889, das für Mannschaften einen gerundeten Schirm einführte und den schützenden Grat auf der Rückseite der Helmglocke entfernte. Während das Modell 1889 die Mannschaftshelme nach und nach ersetzte, konnten Offiziere weiterhin Helme im Stil des Modell 1867 als Privateigentum (Eigentum) erwerben und tragen. Nach 1897 änderten sich die Kokardenpositionen, wobei die preußische Kokarde nach links und die Reichskokarde nach rechts wanderte.
Die innere Ausstattung zeigt die hohe Qualität der Offiziersanfertigung: ein hellbraunes Schweißleder mit Seidenbanddurchzug, hellbeiges Seidenfutter und der mit hellem Samt gefütterte Nackenschirm. Die Größe 57 entspricht den üblichen Helmgrößen dieser Periode.
Preußens Kürassierregimenter bildeten einen Teil der schweren Kavallerie des Königreichs Preußen und wurden später in die kaiserlich deutsche Armee nach 1871 eingegliedert. Diese mit Rüstung und Feuerwaffen ausgestatteten Einheiten repräsentierten die Elite der schweren Kavallerie. Die Kürassier-Metallhelme blieben bis zum Ersten Weltkrieg in Gebrauch, als sie nach und nach durch praktischere Feldausrüstung ersetzt wurden.
Nach 1918 und dem Fall des Deutschen Kaiserreichs wurden solche Helme zu historischen Artefakten und sind heute seltene Sammlerstücke, besonders die Generalsvarianten. Die Beschreibung vermerkt zutreffend, dass dies ein sehr seltener Helm ist und nur sehr wenige Exemplare überliefert sind. Die spezifische Kombination aus Kürassierhelm und Generalsinsignien für einen Oberst in Generalsstellung macht dieses Exemplar zu einem außergewöhnlichen Zeugnis preußischer Militärtradition und Rangordnung.