Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1944 Heft Nr. I 9 ( italienisch )

komplett mit den Farbseiten, Zustand 2.
379329
20,00

Signal - Sonderausgabe der " Berliner Illustrierten Zeitung " - Jahrgang 1944 Heft Nr. I 9 ( italienisch )

Signal war eine der ambitioniertesten Propagandazeitschriften des Dritten Reiches, die von 1940 bis 1945 vom Oberkommando der Wehrmacht herausgegeben wurde. Als Sonderausgabe der renommierten Berliner Illustrierten Zeitung konzipiert, entwickelte sich Signal zu einem internationalen Propagandainstrument von beachtlicher Reichweite und technischer Qualität.

Die Zeitschrift wurde im April 1940 erstmals publiziert und erschien zweiwöchentlich in bis zu 30 verschiedenen Sprachausgaben, darunter Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch und weitere europäische sowie außereuropäische Sprachen. Die Gesamtauflage erreichte zeitweise über 2,5 Millionen Exemplare, was Signal zu einer der meistgelesenen illustrierten Zeitschriften im deutsch besetzten Europa machte.

Das vorliegende Heft Nr. 19 aus dem Jahrgang 1944 in italienischer Sprache stammt aus einer kritischen Phase des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 1944 befand sich das Deutsche Reich militärisch in der Defensive: Die Alliierten waren am 6. Juni in der Normandie gelandet, die Ostfront bewegte sich unaufhaltsam nach Westen, und Italien, einst Achsenpartner, hatte bereits 1943 kapituliert. Die italienische Ausgabe richtete sich sowohl an die Bevölkerung in der Repubblica Sociale Italiana (Mussolinis Marionettenregierung in Norditalien) als auch an italienische Zwangsarbeiter und Soldaten in deutschem Gewahrsam.

Signal zeichnete sich durch seine außergewöhnlich hohe drucktechnische Qualität aus. Die Zeitschrift verwendete hochwertiges Papier und mehrfarbige Tiefdruck-Reproduktionen, die selbst in den Kriegsjahren eine bemerkenswerte Bildqualität garantierten. Die Farbseiten, die im beschriebenen Exemplar vollständig erhalten sind, waren ein Markenzeichen der Publikation und hoben Signal deutlich von anderen Propagandamedien ab. Fotografen wie Hanns Hubmann, Hilmar Pabel und Benno Wundshammer lieferten ästhetisch anspruchsvolle Kriegsfotografie, die Kampfhandlungen oft heroisch stilisierte.

Die redaktionelle Verantwortung lag beim Propagandakompanie-Hauptmann und späteren Major Hans Rudolf Berndorff, während die Wehrmacht-Propaganda-Abteilung unter Generalmajor Hasso von Wedel die strategische Ausrichtung bestimmte. Der Chefredakteur Erich Müller koordinierte die internationale Ausrichtung. Anders als der Völkische Beobachter oder Der Stürmer vermied Signal weitgehend offenen Rassenhass und konzentrierte sich auf die Darstellung deutscher militärischer Überlegenheit, technologischer Fortschritte und kultureller Leistungen.

Der Zustand 2 entspricht nach gängigen militärhistorischen Bewertungsskalen einem guten bis sehr guten Erhaltungszustand mit minimalen Gebrauchsspuren. Dass die Farbseiten vollständig vorhanden sind, ist besonders bemerkenswert, da diese aufgrund ihrer Attraktivität häufig entnommen wurden. Die Ausgabe von 1944 ist heute seltener als frühere Jahrgänge, da kriegsbedingte Papierknappheit und Zerstörungen die Auflagen reduzierten und viele Exemplare vernichtet wurden.

Signal diente nicht nur der unmittelbaren Kriegspropaganda, sondern sollte auch ein positives Bild der Neuen Ordnung in Europa zeichnen. Artikel über Kunst, Architektur, Wissenschaft und Alltagsleben in den besetzten Gebieten sollten die deutsche Herrschaft legitimieren. Für die italienische Ausgabe waren Themen wie die gemeinsame römisch-germanische Kulturgeschichte und die angebliche Verteidigung Europas gegen den Bolschewismus zentral.

Aus militärhistorischer Perspektive sind Signal-Ausgaben heute wertvolle Quellen für die Erforschung der NS-Propaganda, der Bildsprache des Krieges und der Selbstdarstellung des Dritten Reiches. Sie dokumentieren, wie das Regime seine Botschaften für verschiedene nationale Zielgruppen anpasste und welche visuellen Strategien zur Manipulation der öffentlichen Meinung eingesetzt wurden. Sammler und Forscher schätzen besonders vollständige Exemplare mit erhaltenen Farbseiten als authentische Zeitzeugnisse.