BDM Gebietsdreieck "Nord Nordmark"
Das BDM-Gebietsdreieck "Nord Nordmark" stellt ein historisches Textilabzeichen aus der Zeit des Nationalsozialismus dar, das von Mitgliedern des Bundes Deutscher Mädel (BDM) getragen wurde. Der BDM war die weibliche Jugendorganisation der NSDAP und bildete zusammen mit der Hitler-Jugend (HJ) die größte Jugendorganisation im Deutschen Reich zwischen 1933 und 1945.
Der Bund Deutscher Mädel wurde 1930 gegründet und entwickelte sich nach der Machtergreifung 1933 zur einzigen staatlich anerkannten Mädchenorganisation. Die Organisationsstruktur war hierarchisch gegliedert: Die kleinste Einheit war die Mädelschaft mit etwa 10-15 Mitgliedern, darüber folgten Mädelschar, Mädelgruppe, Mädelring, Untergau, Obergau und schließlich das Gebiet als höchste regionale Verwaltungseinheit.
Das vorliegende Gebietsdreieck kennzeichnet das Gebiet "Nord Nordmark", eine der größeren Verwaltungseinheiten des BDM. Die Nordmark umfasste historisch die Region Schleswig-Holstein und angrenzende Gebiete. Diese Gebietsdreiecke wurden gemäß den Bekleidungsvorschriften des BDM auf der linken Brustseite der Uniform getragen und dienten der regionalen Identifikation innerhalb der Organisation.
Die Uniformierung des BDM war streng reglementiert. Die typische BDM-Kluft bestand aus einem marineblauen Rock, einer weißen Bluse, einem schwarzen Halstuch mit Lederknoten sowie braunen Schuhen. Die verschiedenen Abzeichen, einschließlich der Gebietsdreiecke, waren präzise in Form, Farbe und Tragweise vorgeschrieben. Das Gebietsdreieck hatte üblicherweise eine dreieckige Form mit einer Kantenlänge von etwa 5-6 Zentimetern und zeigte die Gebietsbezeichnung in charakteristischer Schrift.
Die Produktion dieser Abzeichen erfolgte durch verschiedene Hersteller und Textilmanufakturen im gesamten Reichsgebiet. Die Qualität variierte je nach Herstellungszeitpunkt und -ort erheblich. Frühe Exemplare aus der Zeit vor 1939 zeigen oft eine bessere Verarbeitungsqualität und stabilere Materialien als spätere Kriegsproduktionen, bei denen Materialknappheit zu vereinfachten Ausführungen führte.
Das Gebiet Nord Nordmark spielte in der BDM-Organisation eine bedeutende Rolle. Die Region war geprägt durch ihre maritime Lage und ländliche Struktur, was sich auch in den Aktivitäten der dort organisierten Mädchen widerspiegelte. Neben der ideologischen Schulung umfasste das BDM-Programm Sport, Gesundheitserziehung, hauswirtschaftliche Ausbildung und kulturelle Veranstaltungen.
Die Mitgliedschaft im BDM war zunächst freiwillig, wurde aber zunehmend durch sozialen Druck und ab 1936 durch die Jugenddienstpflicht faktisch obligatorisch. Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren gehörten zum Jungmädelbund (JM), während die 14- bis 18-Jährigen im eigentlichen BDM organisiert waren. Ältere Mitglieder konnten in das BDM-Werk "Glaube und Schönheit" für 17- bis 21-Jährige wechseln.
Die historische Bewertung des BDM ist eindeutig kritisch. Die Organisation diente der systematischen ideologischen Indoktrination junger Frauen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung. Das Frauenbild des BDM war geprägt von der Rolle als Mutter und Hausfrau im Dienste der "Volksgemeinschaft". Während des Krieges wurden BDM-Mitglieder zunehmend für Hilfsdienste, Ernteeinsätze und später auch für Flakhelferinnen-Tätigkeiten herangezogen.
Nach 1945 wurden der BDM und alle anderen NS-Organisationen durch die Alliierten aufgelöst und verboten. Die Verwendung von Symbolen und Abzeichen dieser Organisationen unterliegt in Deutschland und anderen Ländern rechtlichen Beschränkungen. Solche Objekte haben heute ausschließlich historischen Dokumentationswert und werden in Museen, Archiven und privaten Sammlungen als Zeugnisse dieser dunklen Periode der deutschen Geschichte bewahrt.
Der angegebene Zustand 3 weist auf einen durchschnittlichen Erhaltungszustand hin, bei dem das Objekt deutliche Gebrauchsspuren aufweist, aber noch alle wesentlichen Merkmale erkennbar sind. Für Sammler und Historiker sind solche Objekte wichtige materielle Quellen zur Erforschung der Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus.